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Gabriela Ramsauer – die Dirndlschneiderin aus Traunwalchen

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Gabriela Ramsauer aus Traunwalchen machte ihren Kindheitstraum zum Beruf. Foto: Ernst Wukits
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„Wer ein Dirndl anzieht, der kann eigentlich kaum was falsch machen. Es kann parktisch zu fast allen Anlässen getragen werden“ – davon ist Gabriela Ramsauer aus Traunwalchen überzeugt. Ob ins Bierzelt, zu Festen oder allen anderen Veranstaltungen im Chiemgau, mit einem Dirndl ist „Frau“ immer perfekt angezogen.

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„Ich würde mich in Jeans da nicht wohlfühlen“, sagt die 20-jährige und fügt hinzu, dass ihre Freunde genauso denken. Sie muss es wissen, schließlich hat sie an ihrer Modeschule in Hallein den ersten Preis bei einem Dirndl-Bewerb erobert. Der Wettbewerb wurde im Rahmen des Halleiner Sommerfestes ins Leben gerufen. Gabriela Ramsauer hat ihr Modell dann auch speziell für die Stadt Hallein gefertigt. Eine große Herausforderung für eine „Nicht-Einheimische“. „Schließlich sind viele Mädchen aus meiner Klasse direkt aus Hallein und kennen die Geschichte der Stadt weitaus besser als ich“, gibt sie zu.

Nachdem sie sich über die Geschichte von Hallein informiert hat, entschied sie sich für ein Dirndl in Rot und Blau. Diese spiegeln die Uniformen der Bergbau-Arbeiter wieder. Blau ist für den Himmel, die Berge und die Salzach, Rot findet sich im Wappen der Stadt. Am Rücken des Dirndls ist es zu finden. Etwa 70 bis 80 Stunden Arbeit hat Gabriela Ramsauer in ihre preisgekrönte Arbeit investiert. Von der Idee, der Umsetzung, dem Zeichnen der Skizzen bis zum Nähen hat sie alles genau durchdacht. Den Stoff hat sie von einem namhaften Trachtenhersteller aus Salzburg bezogen. „Der hat eine hohe Qualität und ist gut zu verarbeiten“, weiß sie. Der Aufwand hat sich gelohnt, nach einem Online-Voting hat sie den ersten Preis davongetragen.

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Ihre Ausbildung zur Schneiderin wollte die 20-jährige schon länger machen. Die Schule in Hallein hatte bereits ihre Cousine besucht. „Ich habe am Gymnasium nicht mehr so viel Spaß gehabt. In Hallein habe ich die perfekte Kombination gefunden und kann Abitur und Ausbildung gleichzeitig machen. Alles entspricht genau meinen Vorstellungen“, freut sie sich. Für sie ist damit ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen; denn Mode-Designerin wollte sie schon immer werden. Demnächst will sie in Hallein ihr Abitur machen. An der Schule gibt es für sie viele Möglichkeiten, schöne Abschlusskollektionen und eine gute Diplomarbeit zu machen. Danach plant sie in Wien ihren Schneidermeister zu machen.

Für Gabriela Ramsauer muss ein perfektes Dirndl die richtige Länge haben. Es soll nicht zu auffällig sein aber trotzdem schön und schick sein. Die traditionellen Werte müssen zudem beachtet werden. Unterstützt wird sie von ihrer Mutter, diese ist früher Hauswirtschaftsleiterin gewesen. Herhalten müssen auch ihre drei Schwestern, wenn es ums anprobieren geht. „Das machen sie gerne und genießen das auch“, freut sie sich. Was ihr nicht gefällt, sind die sogenannten „Oktoberfest-Dirndlgewänder“: „Diese entsprechen nicht meinem Stil, ich lege mehr Wert auf eine schöne traditionelle Tracht.“

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Gabriela Ramsauer ist aber nicht nur auf das Schneidern von Dirndln spezialisiert. Sie liebt es auch andere Formen wie Blazer, Mäntel, Hosen oder Abendkleider zu kreieren. Das sie auch Talent für sportliche Kleidung im Bereich Fitness/Running hat, bewies Gabriela Ramsauer in einem Projekt der Modeschule mit der Firma Hervis aus Wals. Nach einem Besuch in der Firmenzentrale entwickelten die Schüler für die Frühjahr-Sommer-Kollektionen 2019 erste Ideen und Skizzen.

Anfang des Jahres entschied sich eine „Hervis-Jury sechs Finalistinnen auszuwählen. Darunter ist auch Gabriela Ramsauer gewesen. Sie entwickelte eine Fitness-Running-Kollektion mit eingesetzten reflektierenden Elementen. Die Jury war vor allem von der detaillierten Ausarbeitung der funktionellen Details beeindruckt. Ziel des Projekts ist es, dass einige der Designs im kommenden Frühjahr tatsächlich in den Hervis-Filialen gekauft werden können. Der 20-jährigen hat die Arbeit mit dem „Moderiesen“ sehr viel Spaß gemacht. Sie sei jetzt auf das Ergebnis des Projekts sehr gespannt, hat sie im Interview mit den Kollegen von den Salzburger Nachrichten gesagt.

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Text: Siegi Huber

Bilder: Ernst Wukits