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Fusion soll im Juni 2017 abgewickelt sein

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Die Raiffeisenbank Trostberg–Traunreut und die VR meine Raiffeisenbank Altötting-Mühldorf wollen sich zusammenschließen. Die geplante Fusion ist für Mitte nächsten Jahres vorgesehen, wurde bei einer Pressekonferenz am Montag in Traunreut informiert. Unser Foto zeigt von links die Vorstände der Raiffeisenbank Trostberg–Traunreut, Franz Hofmann und Konrad Baueregger sowie den Vorstandsvorsitzenden der Raiffeisenbank Altötting–Mühldorf, Wolfgang Altmüller und Vorstand Georg Krieg. (Foto: Gabi Rasch)

Traunreut – Die Raiffeisenbank Trostberg–Traunreut eG und die VR meine Raiffeisenbank Altötting–Mühldorf eG wollen sich zusammenschließen. Sofern die Vertreter der beiden Genossenschaftsbanken im Mai nächsten Jahres einen Zusammenschluss beschließen, könnte die Fusion im Juni 2017 abgewickelt sein. Durch die Fusion würde die Gesamtbank mit 43 Geschäftsstellen über 44 650 Mitglieder und 120 400 Bankkunden verfügen. Die Bilanzsumme läge bei 3,1 Milliarden Euro und die Zahl der Mitarbeiter bei rund 570. Bei einer Pressekonferenz am Montag im k1 in Traunreut wurde das Vorhaben vorgestellt.


Die Beweggründe, weshalb man das Gespräch mit der deutlich größeren Raiffeisenbank Altötting–Mühldorf gesucht hat, lägen auf der Hand, sagte Konrad Baueregger, neben Franz Hofmann einer der beiden Vorstände der Raiffeisenbank Trostberg–Traunreut. Wesentlicher Grund sei die aktuelle Marktsituation, welche die Europäische Zentralbank (EZB) und die Politik vorgebe. »Wenn die Zinssituation so bleibt, wird die Ertragslage deutlich zurückgehen«, betonte Baueregger. Als weiteren Aspekt nannte der Vorstand den zunehmenden Bürokratismus. Davon seien vor allem kleinere Banken überproportional betroffen. Gleichzeitig blickt die Raiffeisenbank Trostberg–Traunreut als »gesunde« Bank in die Zukunft. Um auch künftig stark zu sein und eine Schließung von Geschäftsstellen zu vermeiden, habe man sich als Wunschpartner die VR meine Raiffeisenbank Altötting–Mühldorf ausgesucht, sagte Franz Hofmann.

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Diese wiederum hat den Ruf aus dem Hause Trostberg–Traunreut gerne gehört. »Wir sind zwar deutlich größer, werben aber nicht minder um die Braut Trostberg–Traunreut«, erklärte Vorstand Wolfgang Altmüller von der Raiffeisenbank Altötting–Mühldorf. Das Geschäftsgebiet Trostberg–Traunreut schließe im Norden ideal an das Geschäftsgebiet Altötting–Mühldorf an.

Großer Schritt für die Bank, kleiner Schritt für die Kunden

Im Vergleich zur Raiffeisenbank Altötting–Mühldorf mit einer Bilanzsumme von 2,5 Milliarden Euro hat es die Raiffeisenbank Trostberg–Traunreut mit einer 600-Millionen-Euro-Bilanz durch eine »Hochzeit« wesentlich schwerer. Für die Bank sei es zwar ein großer Schritt, für die Kunden aber nur ein kleiner, sagte Baueregger. Für die Kunden werde sich im Grunde nichts ändern. Die bestehenden Geschäftsstellen sollen nach Aussagen der Vorstände erhalten bleiben, solange die Kunden die Geschäftsstellen annehmen, werde sich auch an den Öffnungszeiten nichts ändern. »Wir wollen auch weiter Ansprechpartner vor Ort sein.« Außer des künftigen Namens »VR meine Raiffeisenbank eG Altötting–Mühldorf–Traunstein« – mit juristischen Sitz in Altötting – werde sich lediglich die Bankleitzahl ändern. Darüber würden aber die Kunden schriftlich informiert werden. Altmüller versicherte auch, dass die größeren Abteilungen der beiden Banken in den Stammgebieten erhalten bleiben würden.

Von den Fusionsgesprächen wurden auch die Mitarbeiter in einer gemeinsamen Mitarbeiterbesprechung informiert. Im Falle eines Zusammenschlusses sollen keine Arbeitsplätze gekündigt werden. Wie es hieß, ließen sich die Arbeitsplätze in den nächsten vier bis fünf Jahren über eine natürliche Fluktuation regeln. Auch die Zahl der derzeit acht Vorstände würde sich bei einer Fusion in den nächsten Jahren auf vier einpendeln. In den 32 Geschäftsstellen in den Landkreisen Altötting und Mühldorf sind derzeit 434 Mitarbeiter beschäftigt. Trostberg–Traunreut beschäftigt derzeit in elf Geschäftsstellen 135 Mitarbeiter.

Das Procedere sieht vor, bis April 2017 die Bankorganisation abzustimmen und die technische Fusion vorzubereiten. Im Mai müssen aber zunächst die Vertreter beider Banken einem Zusammenschluss zustimmen. Sollte das Vorhaben von den insgesamt über 300 Vertretern, die nach Angaben der Vertreter bereits signalisiert haben, eine Fusion mitzutragen, abgesegnet werden, könnte im Juni die Eintragung ins Vereinsregister vorgenommen werden. Wie Altmüller abschließend mitteilte, würde sich durch ein gemeinsames Haus das Eigenkapital bei 400 Millionen Euro bewegen. ga

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