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Nachwuchs für die Betriebe der Elektro-Innung – 72 Gesellen wurden freigesprochen

Fundament für ein gelingendes Berufsleben gelegt

Festtag für die erfolgreichen Gesellen der Elektro-Innung: 72 Gesellen wurden ihre Gesellenbriefe überreicht und sie wurden freigesprochen.

Ehrung für die Besten der Gesellenprüfung der Elektro-Innung: Innungsbester ist Michael Seidl (Zweiter von links). Ausgezeichnete Ergebnisse erreichten auch Dennis Janosch (links) und Stefan Mayer (Zweiter von rechts). Lehrlingswart Hermann Stadler (rechts) gratulierte und überreichte die Gesellenbriefe und Präsente. (Foto: Wittenzellner)

Nach erfolgreicher Prüfung erhielten 72 Elektroniker der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik bei der Freisprechungsfeier der Innung für Elektro- und Informationstechnik Traunstein die begehrten Gesellenbriefe überreicht und wurden von den Pflichten ihres Lehrverhältnisses freigesprochen.

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Vertreter der Berufsschulen, Ausbildungsbetriebe, Bildungszentren und vor allem Verwandte und Eltern der erfolgreichen Gesellen der Sommerprüfung 2016 (neun erfolgreiche Teilnehmer) und der Winterprüfung 2017 (63 erfolgreiche Teilnehmer) waren dabei und feierten den bedeutenden Schritt im Leben der jungen Handwerker.

Innungs-Obermeister Otto Zach, der den Mitgliedsbetrieben aus den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf vorsteht, betonte in seiner Festrede die hohe Qualität, die der Abschluss der Gesellen habe. »Tolle Leistung« waren seine anerkennenden Worte. Nun hätten die jungen Gesellen es geschafft, sie könnten selbstverantwortlich ihren Mann beziehungsweise ihre Frau stehen. Er lobte in seiner Festrede auch das hohe ehrenamtliche Engagement des Prüfungsausschusses.

Damit die Anwesenden – aber insbesondere die Gesellen – den tieferen Sinn der Freisprechung verstehen, erläuterte er die historische Bedeutung der Freisprechungen. Waren diese doch in früheren Jahrhunderten gleichbedeutend damit, dass Lehrlinge von ihren Pflichten freigesprochen wurden, aus dem Familienverbund des Lehrherrens ausschieden und in ein Lohnverhältnis eintraten. Gleichzeitig warnte er in kurzen gesellschaftspolitischen Grundsatzgedanken davor, keinen Rattenfängern mit einfachen Antworten nachzulaufen.

Die Arbeitswelt sei massiven Veränderungen unterworfen. Auch die Prioritäten der Arbeitnehmer würden sich ändern. Schwerpunkte mit Fokus auf eine steigende Lebensqualität und Gesundheit nähmen zu. Der Wandel erfordere auch eine neue Unternehmenskultur, machte der Obermeister deutlich. Fördern und fordern sei eine der Devisen in einer sich verändernden Welt.

Robert Resch von der Berufsschule in Altötting sprach stellvertretend für die beteiligten Berufsschulen und dankte in seinem Grußwort für die gute Zusammenarbeit mit den Bildungszentren und der Elektro-Innung. Er brach eine Lanze für das duale Ausbildungssystem, in dem das Handwerk stets ein verlässlicher Partner sei – was auch in vergangenen wirtschaftlich schwierigen Zeiten gegolten habe.

Zu den Jung-Gesellen gewandt betonte er, dass sie stolz über den erreichten Abschluss sein könnten. Die jungen Handwerker hätten ein wichtiges Ziel – nicht jedoch das Ende des beruflichen Weges – erreicht. »Sie haben von diesem Etappenziel alle Möglichkeiten neue Wege zu gehen.« Netzwerktechnik oder Sicherheitstechnik böten weiterführende Chancen. Auch die Weiterbildung als Techniker bis hin zum Handwerksmeister oder ein Hochschulstudium seien gute Möglichkeiten.

Qualifizierte Fachkraft ist Mangelware der Zukunft

Kreishandwerksmeister Peter Eicher nahm die Freisprechung vor. Er gratulierte den jungen Handwerkern zu ihrem Erfolg und schloss die vielen Mithelfer in seinen Dank und seine Gratulation mit ein. Eicher betonte, dass das Handwerk viele berufliche Chancen biete: »Die qualifizierte Fachkraft ist die Mangelware der Zukunft.« Im oberbayerischen Handwerk gäbe es viele freie Stellen.

Lehrlingswart Hermann Stadler ging in seinen Ausführungen auf die beiden zurückliegenden Gesellenprüfungen ein. 64 Auszubildende waren zur Winterprüfung angetreten, 63 davon haben diese bestanden. Der Notendurchschnitt der anspruchsvollen Prüfung lag bei 3,1. In der Sommerprüfung waren alle neun Teilnehmer erfolgreich. Der Notendurchschnitt lag bei 2,7. Prüfungsbester mit der Note 1 ist Michael Seidl vom Ausbildungsbetrieb Kreutzpointner in Burghausen.

Weitere Spitzenergebnisse mit der Note 2 erreichten Dennis Janosch vom Ausbildungsbetrieb Rösler in Burghausen, Stefan Mayer von der Firma Bauer in Buchbach und Manuel Grimm von der Firma Frank in Vachendorf. Die erfolgreichen Gesellen erhielten ihre Gesellenbriefe, die Prüfungsbesten wurden gesondert geehrt und mit einem Sachpreis ausgezeichnet. Beachtenswert war auch, dass es unter den jungen Handwerkern auch vier erfolgreiche Teilnehmerinnen gab, die jeweils mit einem Blumenstrauß bedacht wurden.

Freisprechung als Zeichen der Anerkennung

An die Gesellen gerichtet sagte Stadler, sie hätten ein »sicheres Fundament für ein hoffentlich gelingendes Berufsleben« geschaffen. Gute Handwerker würden gerade auch in der Zukunft gebraucht. Die Freisprechung sei ein äußeres Zeichen der Anerkennung aber auch eine Stunde der Dankbarkeit an all diejenigen Unterstützer, die zum Gelingen beigetragen haben. awi