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Für Teiluntersuchung für Sanierungsgebiet in Seebruck

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Ein Alternativvorschlag von Studenten der TU München für einen Neubau der Alzbrücke in Seebruck brachte den Stein ins Rollen, das Vorhaben über das Städtebauförderungsprogramm abzuwickeln. Deshalb soll das Gebiet zwischen dem Ortsteil Graben und dem Ortskern als Sanierungsgebiet ausgewiesen werden. Unser Foto entstand bei einem Ortstermin an der Alzbrücke mit dem CSU-Landtagsabgeordneten Klaus Steiner (links) und Bürgermeister Bernd Ruth (rechts) im Beisein des Gemeinderats. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Der Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung darauf verständigt, für ein im Rahmen der Städtebauförderung auszuweisendes Sanierungsgebiet in Seebruck zunächst die naturschutzrechtlichen Belange prüfen zu lassen. »Dieser Nachweis ist der wichtigste Baustein, um festzustellen, ob eine weitere Untersuchung des Gebiets überhaupt Sinn macht«, sagte Bürgermeister Bernd Ruth. Die Untersuchung, die unter Berücksichtigung der Vegetation bis Juni nächsten Jahres dauern kann, kostet rund 22 000 Euro und soll von einem Freisinger Fachbüro übernommen werden.


Drei Angebote lagen der Gemeinde vor

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Laut Ruth hätten drei Fachbüros Angebote für eine Gesamtuntersuchung des geplanten Sanierungsgebiets eingereicht, die zwischen 70 000 und 110 000 Euro lägen. Nachdem der Naturschutz in dem geplanten Bereich eine wesentliche Rolle spiele, hatte die Verwaltung vorgeschlagen, zunächst nur eine Teilleistung an ein Fachbüro zu vergeben. Der Vorschlag der Verwaltung, ein Freisinger Fachbüro mit der Untersuchung für die naturschutzrechtlichen Belange zu beauftragen, wurde vom Gremium einstimmig mitgetragen. Die Kosten von rund 22 000 Euro werden über das Förderprogramm mit 60 Prozent bezuschusst.

Auslöser, ein Sanierungskonzept über das Städtebauförderprogramm zu initiieren, war die Diskussion um den geplanten Neubau der Alzbrücke in Seebruck. Während sich das Staatliche Bauamt für eine »einfache« Variante ausspricht, könnte sich die Gemeinde eine »Erlebnisbrücke« mit integriertem Geh- und Radweg mit einer Mindestbreite von sieben Metern vorstellen. Ein Alternativvorschlag, den Studenten der Technischen Universität München im Auftrag des Staatlichen Bauamtes erarbeitetet hatten, brachte letztendlich auch den Stein ins Rollen, das Vorhaben über das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) des Städtebauförderungsprogramms abzuwickeln.

Der Tipp, das Vorhaben als städtebauliche Sanierung zu behandeln, kam von der Regierung von Oberbayern. Der Bereich, der als Sanierungsgebiet ausgewiesen werden soll, umfasst den Ortsteil Graben und die Kernzone des Orts – also rund zwei Drittel des gesamten Orts.

Der Gemeinderat könnte sich auch mit dem Alternativvorschlag der Studenten anfreunden. Nach deren Vorstellungen könnte die bestehende Brücke zum Fuß- und Radweg umgebaut und der motorisierte Verkehr über eine neue Brücke weiter flussabwärts umgeleitet werden. Dadurch würde der Verkehr aus dem Ortskern weitgehend herausgehalten.

Der Verlauf der Staatsstraße 2095 würde dann von der Rosenheimer Straße nicht mehr entlang der Ludwig-Thoma-Straße gehen, sondern ein kurzes Stück in östlicher und schließlich in süd-östlicher Richtung über die Alz. Im Bereich der Haushofer Straße im Ortsteil Graben würde die neue Trasse dann wieder an die bestehende Staatsstraße anschließen. Dass der Verkehr dadurch nicht weniger wird, dessen ist sich auch der Gemeinderat bewusst. Es wäre aber eine Verbesserung für das Ortszentrum, zumal eine große Lösung, eine Umfahrung von Seebruck, über die seit 30 Jahren diskutiert wird, unwahrscheinlich ist. Eine Umgehung ist in der Prioritätenliste des Staatsstraßenausbaus bis 2050 nicht enthalten.

Sollte die Alternativtrasse der Studenten realisiert werden, hätte dies aber auch Folgen für einen Bauträger, der in der »Reimer-Kurve« Wohnhäuser bauen möchte. Die Trasse würde das rund 7000 Quadratmeter große Baugrundstück durchschneiden, auf dem ein Einfamilienhaus sowie ein Zwei- und Dreifamilienhaus geplant sind. Die bereits eingegangenen Bauanträge wurden vom Landratsamt Traunstein zurückgestellt. Nach Angaben der Verwaltung haben die Grundstückseigentümer gegen die Behörde auch bereits Klage erhoben. ga