weather-image
12°

Für Raufutterprämie und gegen Stellenabbau

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Ein Schreiben auf der Basis des einstimmigen Beschlusses des Kreisberatungsausschusses Berchtesgadener Land – Traunstein zum Thema Raufutterprämie, gerichtet an Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, übergaben die Bauernverband-Kreisobmänner Sebastian Siglreithmayer und Anton Kern an Amtschef Martin Neumeyer vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium. Unser Bild zeigt (von links) Sebastian Siglreithmayer, Kreisbäuerin Resi Schmidhuber, Martin Neumeyer, Berchtesgadens Kreisbäuerin Maria Krammer und Anton Kern. (Foto: M. Peter)

Um das Thema Raufutterprämie für Bergbauern ging es unter anderem bei der letzten Sitzung des Kreisberatungsausschusses Berchtesgadener Land – Traunstein im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein. Die Raufutterprämie kann nach Ansicht von Anton Kern, BBV-Kreisobmann im Berchtesgadener Land, ein Werkzeug sein, die flächendeckende Landwirtschaft auch in den schwierigen Berglagen zu erhalten. Der Stellenabbau in den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bereitet dem Traunsteiner Kreisobmann Sebastian Siglreithmayer große Sorge; er vertritt die Ansicht, dass bei den ständig zunehmenden Aufgaben an diesen Ämtern, gerade mit Schulbetrieb wie es in Traunstein ist, kein Raum für einen weiteren Stellenabbau mehr vorhanden ist. Der Kreisberatungsausschuss war sich einig, dass beide Anliegen in geeigneter Form bei den verantwortlichen Stellen eingereicht und mit Nachdruck weiter verfolgt werden sollten.


Der Kreisberatungsausschuss ist eine Einrichtung des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), die die gegenseitige Information und Zusammenarbeit der bäuerlichen Organisationen und der staatlichen Verwaltungen der Land- und Forstwirtschaft auf Kreisebene fördert und ermöglicht.

Anzeige

Seit Jahren werde es immer schwieriger, einen ausreichenden Bestoß auf den Almen zu sichern, sagte Kern. Die Sorge der Almbauern sei, dass sich die Herausforderung zum Problem entwickle. Die Raufutterprämie sei immer wieder im Gespräch und der Bezirksalmbauer Kaspar Stanggassinger forderte zusätzlich eine Prämie für Betriebe mit bis zu zehn Milchkühen ein, führte Kern weiter aus. Die Milchkuhprämie sieht Kern als Anreiz für die kleinstrukturierten Bergbauern mit ihren höheren Anforderungen bei der Bewirtschaftung ihrer Höfe, den Betrieb mit der Milchproduktion zu erhalten und auf den Almen weiterhin Butter und Käse zu produzieren. Die Raufutter-, wie auch die Milchkuhprämie bis zehn Tiere soll laut Kern auf die Berg- und Almbauern begrenzt sein.

Die Verwaltungsreform, die bis in die Mitte der 90er Jahre zurückgehe und mit einen Stellenabbau in den Ämtern noch bis 2019 einher geht, bereitet Traunsteins Kreisobmann große Sorgen. Gerade in Traunstein mit dem vielfältigen Schulbetrieb der Haus- und Landwirtschaft sowie mit der Akademie für Alm- und Landwirtschaft stelle der kontinuierliche Stellenabbau ein stetig steigendes Problem dar. Als Bezirksvorsitzender des Verbands für Landwirtschaftliche Fachbildung für Bayern sei er weit über die Kreisgrenzen tätig und erlebe so die Thematik im ganzen Bezirk und auch bayernweit. Wie Siglreithmayer sagte, würden die Aufgaben in den Landwirtschaftsämtern ja nicht weniger sondern es kämen immer neue hinzu, egal ob es sich um Stellungnahmen zum Baurecht oder in Bereichen im Tier- und Umweltschutz handle.

Zu Recht seien für den Bildungsbereich zusätzlich Planstellen geschaffen worden.

Bedauerlicherweise habe die Staatsregierung dabei die Landwirtschaftsverwaltung mit ihren Schul- und Bildungsbereichen übersehen, monierte Siglreithmayer. Seine Forderung sei für jedes Landwirtschaftsamt mit Schulstandort eine zusätzliche Planstelle, um die Arbeitsspitzen abfedern und nehmen zu können. In den anderen Schulbereichen seien die Stellen mit Recht geschaffen worden, um auf die neuen Herausforderungen zum Wohle der Schüler reagieren zu können. Wobei hingegen im Bereich Landwirtschaft weiterhin mit Stellenabbau auf die neuen Anforderungen reagiert werde, so Siglreithmayer. MP

Facebook Traunsteiner Tagblatt