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Für Einsätze bei Gefahrstoffunfällen

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Stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber überreichte Kommandant Martin Schupfner den symbolischen und den echten Fahrzeug-Schlüssel. (Foto: Mix)

Traunreut – Der Landkreis Traunstein hat vom Bund einen Gerätewagen »Dekontamination Person« (GW Dekon-P) erhalten, der ab sofort bei der Freiwilligen Feuerwehr Stein/St. Georgen stationiert ist. In einer kleinen Feierstunde erhielt das neue Fahrzeug den kirchlichen Segen und wurde offiziell an die Feuerwehr übergeben.


Das Fahrzeug, das vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe finanziert und zur Verfügung gestellt wird, ist für Einsätze bei Gefahrstoffunfällen konzipiert. Seine Beladung dient der Einrichtung eines Dekontaminationsplatzes, auf dem Einsatzkräfte und Betroffene, die bei einem solchen Unfall mit gefährlichen Substanzen in Berührung gekommen sind, dekontaminiert werden können. In drei Zelten können bis zu 50 Personen pro Stunde dekontaminiert werden.

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Der Steiner Kommandant Martin Schupfner erklärte, wie es dazu kam, dass seine Wehr dieses Fahrzeug erhielt. In Südostoberbayern gibt es bereits solche Gerätewagen in Rosenheim, Mühldorf, Altötting und Bad Reichenhall. Für den Landkreis Traunstein wurde von der Kreisbrandinspektion ein geeigneter Standort gesucht, der zentral liegt unter Beachtung möglicher Gefahrenschwerpunkte auf Autobahn und Bundesstraße sowie bei den Chemiebetrieben im weiteren Umfeld. Kreisbrandrat Hans Gnadl habe vor einigen Monaten bei Schupfner angefragt, ob Interesse an dem Fahrzeug besteht. Die Entscheidung musste rasch fallen und in Abstimmung mit Bürgermeister Klaus Ritter nahm der Kommandant das Angebot gerne an. Spannend wurde es dann noch in Bezug auf die Höhe und die Frage, ob das Fahrzeug überhaupt in die Garage in St. Georgen passt. Mit drei Zentimeter Luft geht es jedoch gerade mal so hinein.

Inzwischen erhielten bereits drei Feuerwehrkollegen eine ausführliche Einweisung in Bonn, intensive Schulungen für die Mitglieder folgen. »Ich hoffe allerdings, dass wir das Fahrzeug nur für Übungszwecke brauchen und kein Ernstfall eintritt«, betonte der Kommandant. Für diesen Fall werden auch alle anderen Traunreuter Feuerwehren mit ins Boot genommen. Dies war auch eine Bedingung von Bürgermeister Klaus Ritter, der unbedingt will, dass nicht nur die Steiner Wehr sondern alle fünf Feuerwehren im Stadtgebiet mit diesem Fahrzeug vertraut sind. »Es gibt hier keine Konkurrenz untereinander. Zusammen sind die Wehren eine starke Kraft und können sich bei größeren Einsätzen ablösen«, so Ritter.

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Ramsauer hob hervor, dass es wichtig sei, solche Fahrzeuge breit gestreut übers Land zu verteilen und damit über die eigentlichen Kernaufgaben der Feuerwehr auch die Dekontamination abzudecken. »Solche Spezialaufgaben müssen nicht unbedingt in der Hand von Berufsfeuerwehren liegen«, so Ramsauer. Die 223 000 Euro für den Gerätewagen übernimmt der Bund. Insgesamt wurden bisher 55 Autos im Bundesgebiet verteilt.

Als Vertreterin des Landrats drückte Resi Schmidhuber ihre Freude darüber aus, dass der Landkreis Traunstein nun auch ein solches Fahrzeug hat. »Die ehrenamtlichen Feuerwehren bei uns bieten eine unverzichtbare Hilfeleistung«, so ihre Feststellung. Hans Gnadl erinnerte daran, dass schon zu Zeiten seines Vorgängers vor mehr als 15 Jahren davon gesprochen wurde, dass der Landkreis einen Gerätewagen Dekon-P erhalten soll. Nun endlich ist es soweit. Was jedoch immer noch fehle, sei ein Fahrzeug zum Messen und Feststellen von Schadstellen.

Pastoralreferentin Dr. Melanie Lüking, der evangelische Pfarrer Stefan Hradetzky und Pfarrer Constantin Bartok von der rumänisch-orthodoxen Gemeinde spendeten dem neuen Fahrzeug noch den kirchlichen Segen. mix