weather-image
12°

Für die Restaurierung fehlen noch 9000 Euro

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Der Torfmeisterturm ist baufällig. Hier muss gründlich saniert werden. Es ist aber ein besonderer Platz, denn hier wurden die Torfwagen gewogen. (Foto: T. Eder)

Grassau – Der Zahn der Zeit nagt unaufhörlich am Torfbahnhof Rottau. Ohne umfangreiche Maßnahmen zur Bestandssicherung sind die Tage des außergewöhnlichen Ensembles gezählt. Die Maßnahmen für die Bestandssicherung und für den Brandschutz werden sich auf rund 486 000 Euro belaufen.


Bis auf 9000 Euro ist die Finanzierung gesichert. 16 000 Euro stemmt der Museumsverein durch Erlöse aus Eintritten. Doch für die verbleibenden 9000 Euro benötigt der Verein dringend Spenden.

Anzeige

Museumsbetrieb ohne Brandschutz gefährdet

Am Torfbahnhof informierte Museumsvereins-Vorsitzender Ekkehard Barchewitz über die notwendigen Arbeiten. Vor zwei Jahren forderte das Landesamt für Denkmalpflege eine Raumanalyse. Auf deren Grundlage wurden nun die Maßnahmen für den Substanzerhalt festgelegt. Hinzu kommen wichtige Brandschutzmaßnahmen, ohne deren Herstellung der Museumsbetrieb gefährdet ist. Die Kosten dafür werden sich auf etwa 486 000 Euro belaufen.

Erfreulich sei laut Barchewitz, dass nach schriftlicher Information von Minister Ludwig Spaenle diese Maßnahme im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege als Premiumprojekt gesehen werde und deshalb auch ein außergewöhnlich hoher Zuschuss von 55 Prozent gewährt werde. Die Gemeinden Grassau, Bernau und Übersee unterstützen das Projekt mit jeweils knapp 21 000 Euro und auch der Landkreis, der Bezirk und die Landesstiftung tragen mit großen Förderungen zur Finanzierung bei. Mit fünf Prozent der Kosten, also etwa 25 000 Euro müsse sich der Verein beteiligen. Laut Barchewitz außergewöhnlich wenig und dennoch ein Kraftakt für den Verein, der 16 000 Euro aufbringen kann. Es bleibt aber noch eine Finanzierungslücke von 9000 Euro.

Die Umbauarbeiten sind sehr umfangreich. Im Museums- und Ausstellungsgebäude müsse der alte Holzdielenboden entfernt und ein Fundament eingelassen werden. Auch die Treppe, die zur Seite hängt, müsse wieder ins Lot gebracht werden. Im Obergeschoß wird der Einbau einer Nottreppe gefordert. Hier müsse ein Fenster entfernt werden.

Torfmeisterturm ist in äußerst schlechtem Zustand

Beim Blick aus diesem Fenster wird der kleine Torfmeisterturm sichtbar. Dieser befindet sich in einem äußerst schlechten Zustand und muss ebenfalls vollständig saniert werden. Doch dieser Platz am Torfmeisterturm offenbart noch eine weitere Besonderheit. Früher führte hier noch eine kleine Treppe nach unten. Rudimentär sind die Eisenstufen noch sichtbar. Unterirdisch wurden dort die Loks und Feldbahnen von unten repariert. Zu sehen ist auch noch die Torfwaage.

Vom Museumsgebäude mit Ausstellung geht es entlang der Gleise weiter zum großen Torfbahnhofgebäude. Hier wies Barchewitz auf weitere, unübersehbare Probleme hin. Die Blechverkleidung des Hauptgebäudes im Westen müsse entfernt und die morschen Bretter ausgetauscht werden. Auch die kleine Vorhalle der Zugeinfahrt steht schief und muss begradigt werden. Das größte Problem stellt jedoch die Holzbalkenkonstruktion dar: Etliche Holzpfeiler sind morsch. Die auffällige Konstruktion wird jetzt durch Stahl-Baustützen gesichert. Hier sind die Arbeiten besonders dringend. Zudem müsse in diesem Bereich der Boden verfestigt werden. Die steile Treppe zum Obergeschoß des insgesamt 17 Meter hohen Gebäudes muss vollständig erneuert werden. Diese ist nicht nur extrem steil und ausgelaufen, sondern auch gefährlich.

Immer wieder zeigt Barchewitz auch auf offene Stelle im Gebälk und im Dach. Unterschiedliche Dacheindeckungen und Sturmschäden gefährden den Bestand. Tiefe Risse im Mauerwerk, schwankende Bodendielen und über 30 Schadstellen am Balkenwerk müssen repariert werden. Der Zustand sei noch aus den 50er Jahren. Um das Gebäude für die nächste Generation zu erhalten, seien diese umfangreichen Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Wie Barchewitz informierte, gab es bereits im Jahr 2000 große Renovierungsarbeiten, die sich jedoch nur auf die südliche Seite beschränkten. Jetzt spielen der Brandschutz und die Verkehrssicherheit eine große Rolle. Deshalb müssen zusätzlich zwei neue Fluchttreppen erstellt werden.

Charakter des Gebäudes soll erhalten bleiben

Selbstverständlich werde bei der Sanierung darauf geachtet, dass zum einen der Charakter erhalten bleibt und zum anderen alte Techniken eingesetzt werden, so Barchewitz. Zum Zeitplan informierte er, dass nun die Ausschreibung für die einzelnen Gewerke erfolge und die Aufträge vergeben werden. Die Bauarbeiten sollen aber dieses Jahr beendet werden.

Wie Barchewitz weiter sagt, werde jede noch so kleine Spende dringend benötigt. Hierfür wurde ein Spendenkonto bei der VR-Bank Rosenheim-Chiemsee eingerichtet (IBAN: DE32 7116 0000 0106 5118 80). Spenden werden unter dem Stichwort »Restaurierung 2017« entgegengenommen. Spendenquittungen können ausgestellt werden. tb