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Für die Kinder ging's vom Berg direkt zum Fest

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Die intensivpädagogische Wohngruppe in Wattenham in der Gemeinde Seeon-Seebruck wurde jetzt offiziell eingeweiht. Unser Foto zeigt (von links) Bürgermeister Bernd Ruth, Bereichsleiterin Miriam Pfeiffer, Gesamtleiter Achim Weiss und der Vertreter des Jugendamtes Traunstein, Dr. Norbert Wolff.

Seeon-Seebruck – In der intensivpädagogischen Wohngruppe in Wattenham ist der Alltag bereits eingekehrt. In der ehemaligen Pension »Waldesruh« leben seit einigen Monaten sieben Kinder und Jugendliche mit gestörtem Sozialverhalten. Die neue Heimat der Kinder wurde jetzt offiziell eingeweiht. Dabei wurde auch herausgestellt, dass die Bedenken von Bürgern, das 100-Seelen-Dorf wäre für eine solche Einrichtung der falsche Ort, mittlerweile ausgeräumt werden konnten.


In der Wohngruppe leben sieben Kinder

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Wie berichtet, hatten »Stammtisch«-Spekulationen, dass es sich bei den Bewohnern um Jugendliche handle, von denen auch eine Gefahr ausgehen könnte, die Ängste der Wattenhamer geschürt. Daraufhin wurde von der Gemeinde eine Informationsveranstaltung organisiert, in der die Bedenken seitens der Diakonie weitgehend ausgeräumt werden konnten.

In der Wohngruppe leben sieben Kinder, die multiple und komplexe Auffälligkeiten und Störungen entwickelt haben. Diese meist sehr ausgeprägten dissozialen Störungen mit oft oppositionellem Verhalten können nicht mehr in einer heilpädagogischen Wohngruppe aufgefangen werden. Bürgermeister Bernd Ruth unterstrich in seiner Begrüßungsrede, dass er voll hinter dem Projekt stehe: »Man sollte bedenken, dass die Kinder, die in der Wohngruppe leben, ihr Schicksal nicht verursacht haben, sondern es ihnen auferlegt wurde«, sagte er.

Um ein Zeichen zu setzen, wurde einer 16-jährigen Bewohnerin sogar angeboten, in der Gemeindeverwaltung eine Ausbildung zu absolvieren. Sie hat dort bereits ein einwöchiges Praktikum absolviert: »Alle waren mit ihr zufrieden«, bestätigte Ruth. Für die Unterstützung der Gemeinde, insbesondere während der Aufbauphase, bedankte sich der Gesamtleiter der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe, Achim Weiss, beim Bürgermeister und den anwesenden Gemeinderäten. Günther Bauer, Vorstand der Inneren Mission München, betonte, dass die Beschulung für Kinder außerhalb der Regelschulen sichergestellt werden müsse. Rebekka Grötsch, Leiterin der Abteilung, Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, lobte das hochprofessionelle Wattenhamer Team, das sich für die vier Kinder, die aktuell noch nicht in die Schule gehen, am Tag der Einweihung etwas Besonderes einfallen haben lassen. Um den Vormittag für diese Kinder stressfrei zu gestalten, ging es in die Berge. Die anderen Teammitglieder stellten währenddessen Sonnenschirme auf und machten sich gemeinsam mit dem Hauswirtschaftsteam aus Feldkirchen auf zum Endspurt für die Vorbereitungen der Feierlichkeiten. Alles war gerichtet und die Kinder kamen entspannt von ihrer Wanderung zurück. Die Freude auf die Gäste war groß. Achim Weiss und Larissa, die Älteste der Wattenham-Gruppe, begrüßten auf der Bühne die Ehrengäste Klaus Steiner (MdL), Dr. Norbert Wolff, Stellvertretender Leiter des Jugendamtes Traunstein, und Bürgermeister Bernd Ruth.

Was wäre Wattenham ohne…?

Was wäre Wattenham ohne…? – nach diesem Motto dankten Gruppenleiterin Brigitte Breuherr und Bereichsleiterin Miriam Pfeiffer dem Architekten Klaus Schmidtner sowie den Spendervertretungen. Darunter waren unter anderem Dr. Peter Witschital von der Town&Country-Stiftung, Konrad Daxenberger von der Heimatbühne Seeon-Seebruck mit den Fastenpredigern des Starkbierfestes Hans Huber, Martin Bartlweber und Helmut Mair sowie Peter Kreuz vom Verein »Freywillig«. Ein Dank ging auch an die Sternstunden für den Großteil der Gruppenausstattung, an die Glücksspirale für den neuen Gruppenbus, an die Firma Reim für Gruppenmöbel und die Firma Schober für Sanitäranlagen.

Der katholische Pfarrer Dr. Hans Huber und der evangelische Pfarrer Wolfram Hoffmann segneten abschließend alle Räume des Hauses sowie die Kinder und die Mitarbeitenden der Wattenhamer Einrichtung. ga