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Für bessere Busverbindung am Nachmittag nach Kammer

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Traunstein. »Zwischen 13.15 und 15.30 Uhr gibt es keine Busverbindung von Traunstein nach Kammer«, sagte Katharina Stadler aus Rettenbach bei einer Wahlveranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen im Gasthaus Jobst in Rettenbach. »Es kann doch nicht sein, dass Schüler, deren Unterricht später endet, entweder in der Stadt warten müssen oder auf 'Taxi Mama' angewiesen sind«, meinte Stadler.


Stadtrat Wilfried Schott sieht hier die Möglichkeit für einen Rufbus: »Man ruft eine Telefonnummer an und bestellt sich den Bus für eine ganz bestimmte Uhrzeit an eine Haltestelle nahe der Wohnung oder an der Schule«. Dieses System funktioniere etwa in Krumbach in Schwaben hervorragend.

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Thomas Stadler sagte: »Es gibt viele Vereine in Kammer, die machen hervorragende Jugendarbeit.« Mit Blick auf die sportlichen Möglichkeiten im Winter werde er sich als Stadtrat für eine Erweiterung der dortigen Turnhalle einsetzen.

OB-Kandidatin Burgi Mörtl-Körner sprach das Thema Gewerbegebiete an: »Wir Traunsteiner Grüne haben nichts gegen Erweiterungen bestehender produzierender Betriebe in Traunstein, aber ein Zubetonieren der Landschaft für noch in paar Discounter auf der grünen Wiese, das brauchen wir wirklich nicht«. Wolfgang Wörner und Werner Siegl, die beide aktiv in der Bürgerinitiative »Rettet den Haidforst« dieses Waldstück »gerettet« haben, bestätigten diesen Ansatz. »Auch dort haben wir uns erfolgreich gegen Vorratsausweisungen ausgesprochen, jedoch nicht gegen die Erweiterungswünsche der Firmen Leimer und Schaumaier«.

Helga Mandl hat eine Vision zur Belebung der Innenstadt: »Nur wer Aussicht auf erfolgreiche Geschäfte hat, wird einen Laden in der Innenstadt eröffnen. Das geht aber nur, wenn viele Einheimische und Touristen in die Innenstadt kommen. Ich könnte mir für die Kinder Spielgeräte auf dem Stadtplatz vorstellen oder einen farbig markierten Pfad auf dem Pflaster, der Touristen zu den Sehenswürdigkeiten führt. Und natürlich gezielte Webung.«

Martina Baur und Anna Körner, mit 29 und 18 Jahren die beiden jüngsten Bewerberinnen für den Stadtrat, beklagten beide das mangelnde Interesse vieler junger Leute am politischen Leben: »Wir möchten gerne in den Stadtrat, um die Themen junger Menschen dort besser zu verankern«. Hier will auch Jessica Franzen, Mutter eines vierjährigen Sohnes, ansetzen: »Im Kindergarten sind die Kinder gut bis in den Nachmittag betreut – aber dann in der ersten Klasse ist die Schule schon am späten Vormittag aus«. Für dieses Problem berufstätiger Eltern möchte sie im Stadtrat aktiv werden.

In der Diskussion ging es vor allem um die Leerstände von Geschäften in der Innenstadt. Die Grünen wurden aufgefordert, weiter mutig ihre Konzepte voranzutreiben. »Die Dinge müssen neu gedacht werden, die Interessen und Bedürfnisse der Menschen ändern sich«, sagte eine Dame. Dem stimmte Mörtl-Körner zu: »Schaffen wir bei Gewerbe-Neuausweisungen nicht Konkurrenz für die bestehenden Traunsteiner Betriebe?« fragte sie. »Ich möchte als Oberbürgermeisterin die Zusammenhänge besser erklären, zum Beispiel, dass Fachgeschäfte gute und qualifizierte Lehrstellen für unsere Kinder bieten – und später ein ordentliches Einkommen.«