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Für 200 Liter Bier: Nußdorfer machen Paten für die Harter Burschen

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Scheitelknien unter erschwerten Bedingungen, von links: Festleiter Sepp Mayer, Vorsitzender Matthias Kaindl, Fahnenbraut Monika Mayer, Kassier Bernhard Maier, Schirmherr Benno Graf, Festwirt Alfons Maier und Verhandlungsführer Andreas Maier. (Foto: Eder)

Nußdorf. Drei Stunden zäher Verhandlungen waren notwendig, ehe der Burschenverein Nußdorf zusagte, für den Burschenverein Hart den Paten anlässlich deren Festwoche im Sommer zu machen. Zwölf Harter Repräsentanten mussten dazu nacheinander auf den langen, spitzen Scheiteln Platz nehmen, einem drohte sogar das Fallbeil, ehe Einvernehmen erzielt war. Die Übereinkunft sieht so aus, dass die Harter den Nußdorfern 200 Liter Bier zugesagt haben, dazu für jeden Teilnehmer eine Brotzeit.


Bei der Veranstaltung im Nußdorfer Vereinsheim sorgte ein Sextett der Chieminger Blaskapelle für Stimmung. Der Nußdorfer Vorsitzende Matthias Mayer wollte wissen, wieso denn so viele Auswärtige hierher nach Nußdorf gekommen wären. Sein Harter Kollege Matthias Kaindl meinte (angesichts der eingerüsteten Nußdorfer Kirche), man sei zum Streichen da, habe jetzt aber Licht gesehen und sei deshalb hereingekommen. »So viele Maler?«, fragte Mayer erstaunt. »Ist ja auch eine große Kirche«, gab Kaindl zurück. Da die beiden dann irgendwie keinen rechten Draht zueinander fanden, überließen sie die Bühne zwei anderen, die dann den Rest des Abends bestritten.

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Das war auf Nußdorfer Seite Toni Wimmer, für die Harter Andreas Maier. Maier fiel dann sozusagen gleich mit der Tür ins Haus, wollte an Wimmer eine Flasche Bier und ein Stückerl Gselchtes übergeben und bedankte sich für die Übernahme der Patenschaft. So schnell aber schießen die Nußdorfer nicht. Wimmer reichte Maier mitnichten die Hand zum Einschlagen. Nach einem Geschicklichkeitsspiel, bei dem Maier die Bewegungen von Wimmer nachmachen sollte, was natürlich nicht durchgehend gelang, legte Wimmer den Grundstock für die Bierforderung: schon mal 50 Liter.

Und dann ging es Schlag auf Schlag weiter. Die Harter sollten Leute auf die Bühne bringen, die ihren Geldbeutel leeren und damit die Biermenge erhöhen sollten. Das waren zunächst Stefan Mayer, Altvorstand Martin Maier und mit einem Kurzauftritt Luggi Baumgartner. Stefan Mayer, der sichtlich litt auf dem spitzen Holzscheit, wurde dann noch als besondere Gemeinheit Christina Meisinger auf die Schultern gesetzt. Trotzdem aber kam man mit der Biermenge nicht so recht voran.

Im nächsten Abschnitt mussten dann zweiter Kassier Stefan Niederbuchner, Irene Volk und zweiter Vorsitzender Korbinian Kaindl knien und leiden. Kaindl wurde zudem unter das Fallbeil der »Nußdorfer Folterbank« gelegt, und als dann wirklich etwas herabsauste, ging doch ein momentanes Erschrecken durch den Saal: Es war aber nur der obere Teil der »Halskrause«. In dieser Runde wurden dann doch schon vernünftigere Biermengen erreicht: 135 Liter.

Dann läutete Wimmer eine weitere, diesmal richtig große und prominente Runde des Scheitelkniens ein. Da wurden auf die Bühne gerufen: Vorsitzender Matthias Kaindl, Fahnenbraut Monika Mayer, Kassier Bernhard Maier, Festleiter Sepp Mayer, Schirmherr Benno Graf, Festwirt Alfons Maier und Verhandlungsführer Andreas Maier. Kassier Maier, der auch Mitglied der Blaskapellenabordnung war, musste dann als besondere Erschwernis im Knien noch bei »Mein Heimatland« mitspielen; er entledigte sich dieser Aufgabe mit Anstand. Dann gab es noch ein kleines Quiz; den Nußdorfern fiel immer wieder etwas ein, die Verhandlungen noch auszudehnen. Aber dann war es Schlag 23 Uhr so weit: Es wurde eingeschlagen auf »199 Liter plus eine Maß« und dazu noch die Brotzeit für jeden, der beim Fest in Hart dabei sein wird.Festleiter Sepp Mayer stellte das Programm der Festwoche vor mit den beiden Höhepunkten am Mittwoch, 31. Juli, mit dem Kabarettisten Luis aus Südtirol und am Donnerstag, 1. August, mit Haindling. Dann durfte zum guten Schluss Bürgermeister und Schirmherr Benno Graf ein Fass anzapfen und alle stießen auf ein gutes Gelingen des Festes an. he