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Fünf Podestplätze für Starter des SC Weißbach

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Andi Birkel aus Weißbach vom SC Weißbach. Er belegte bei der Bayerischen Meisterschaft in Inzell Platz zwei. (Foto: Bittner)

Inzell – Es war nicht ganz einfach, bei Eiseskälte und Dauerschneefall, gepaart mit starken Windböen in Inzell: So traumhaft sich der Samstag bei blauem Himmel und Sonnenschein präsentiert hatte, so schwierig gestaltete sich Tag zwei für die rund 200 Schlittenhundeführer. Sie brachten über 1200 Hunde mit nach Inzell, um ihre Internationalen Bayerischen Meister zu ermitteln. Aufgrund des stark wechselhaften Wetters wurden einige Strecken am Sonntag etwas verkürzt.


»In diesem Fall geht der Hund klar vor«

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Sabine Steinbacher, Deutsche Meisterin von 2008 mit dem Sechs-Hunde-Wagen, konnte am Sonntag nicht mehr antreten, nachdem sich ihr »Pike« am Samstag eine Blessur an der Schulter zugezogen hatte. »In diesem Fall geht der Hund klar vor«, so Lebenspartner Andi Birkel, der mit seinem dynamischen Sechs-Hunde-Gespann, darunter zwei ganz junge Vierbeiner, über die zwölf Kilometer erwartungsgemäß Internationaler Bayerischer Vizemeister wurde, bezwungen nur von Dauerrivale und dem derzeit weltbesten Musher Stepan Krkoska aus Tschechien. Birkel und Steinbacher haben aktuell »nur« noch neun Hunde, nachdem in den letzten 15 Monaten vier Tiere gestorben sind: »Alle über 13 Jahre, also mit einem für Arbeitstiere sehr guten Alter«, so der mehrfache Deutsche Meister und Vize-Weltmeister von 2011.

Schulterprobleme hatte auch Youngster Jonas Öttl aus Weißbach. Allerdings betraf das nicht seinen »Duke«, sondern ihn selbst. Bei starken Schneewehen konnte Öttl, der bei den Erwachsenen startete, die Strecke nicht mehr erkennen, verkantete bei einer Bergabfahrt in einer Kurve und stürzte über eine der Leinen. Dabei fiel er unglücklich und zog sich eine Blessur im oberen Armbereich zu. Doch der starke Duke zog seinen Jonas, der bei seinem Sturz obendrein die Skibrille verlor, die restlichen fünf Kilometer regelrecht ins Ziel – und auf den absoluten Top-Rang drei. Ohne das Malheur wäre sogar Silber locker drin gewesen. Der erst 14-Jährige, der für seinen verletzten Vater Robert in die Bresche sprang, biss auf die Zähne und bewies echtes Durchhaltevermögen: »Mit nur einem Stock bewältigte er den bei diesem Wetter extrem schwierigen Rest der Strecke«, berichtete stolz Robert Öttl, der tatkräftig im Orga-Team mithalf. Der jüngste Teilnehmer war Jonas Öttl nicht, diese Marke setzte die erst 12-jährige Polin Alicja Surowka.

Die noch eher unerfahrene Kathi Demmelbauer (SC Weißbach) aus Großgmain landete mit ihrem Siberian Husky »Isko« als Skijöring-Teilnehmerin über die zwölf Kilometer auf Rang drei ihrer Klasse. In Inzell bestritt die 33-Jährige, die durch Zufall über Andi Birkel zu den Schlittenhunde-Rennen stieß und den Sport als gute Skaterin eher als Spaß betreibt, ihr erst drittes Rennen. Auch für Bernd Kirstein aus Anger und Sabine Klein aus Piding fand das Inzeller Wochenende mit ihren Grönlandhunden mit Silber und Bronze einen gelungenen Abschluss.

Die Platzierungen der heimischen Musher

Die Platzierungen der heimischen Musher in der Übersicht - Zwölf Kilometer, Skijöring (Langlaufski) mit einem Hund: 3. Platz Jonas Öttl (SJM1) aus Weißbach, 3. Platz Kathy Demmelbauer (SJW1) aus Marzoll, 5. Platz Dieter Kretschmer (Klasse SJM3) aus Weißbach; Schlittengespanne mit sechs Hunden: 2. Platz Andi Birkel (B1) aus Weißbach; Vier Hunde: 6. Platz Wolfgang Fehringer (MD B1) aus Inzell; Zwei Hunde: 2. Platz Bernd Kirstein (D2) aus Anger, 3. Platz Sabine Klein (D2) aus Piding; Sabine Steinbacher (D1) aus Weißbach wurde nicht gewertet, da sie am zweiten Tag nicht mehr antreten konnte.

Robert Öttl als Präsident der Schlittenhunde-Abteilung im SC Weißbach, und der Organisationschef des »Schlittenhundesports Bayern e.V.«, Wolfgang Fehringer, zeichneten für einen reibungslosen Ablauf an beiden Inzeller Wettkampftagen verantwortlich. Höchst informativ moderierte Rainer Müller im Start- und Zielbereich, als Rennleiter fungierte Rüdiger Bartel, die Start-Formalitäten erledigten Stefan Bauregger und Sepp Öttl.

Für die heimischen Musher geht es am kommenden Wochenende zur Deutschen Meisterschaft nach Frauenwald in Thüringen, ehe mit der Weltmeisterschaft der Saisonhöhepunkt auf dem Programm steht: Diese steigt von 19. bis 22. Februar im österreichischen Seefeld in Tirol. Die Inzeller Rennen dienten unter anderem als Qualifikationsrennen für diese WM. bit