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Fünf junge Männer können vorerst in der Gruber Alm bleiben

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In diesem Anbau der ehemaligen Gastwirtschaft Gruber Alm in Roitham waren in den vergangenen anderthalb Jahren syrische Flüchtlinge untergebracht. Bis auf fünf Flüchtlinge haben die jungen Männer die Unterkunft mittlerweile verlassen und sind in eigene Wohnungen umgezogen. Die fünf Flüchtlinge, mit denen die Gemeinde einen Mietvertrag abgeschlossen hat, können noch so lange bleiben, bis sie eine Wohnung gefunden haben.

Seeon-Seebruck – Die 40 Asylbewerber, die in den Übergangsunterkünften in der Gemeinde Seeon-Seebruck gelebt haben, sind mit Ausnahme von fünf Flüchtlingen, die vorerst noch bleiben können, mittlerweile in eigene Wohnungen umgezogen. Einige von ihnen haben auch bereits einen Arbeitsplatz bekommen.


Während ihres Aufenthalts in der ehemaligen Gruber Alm in Roitham und in einer ehemaligen Pension in Pavolding wurden sie von einem Helferkreis betreut, der sich auch weiterhin um sie kümmern will. Aus der anfänglichen Bereitschaft zu helfen, seien Beziehungen und Freundschaften entstanden, »die keiner von uns Helfern missen möchte«, erklärte die Sprecherin der Helferkreise, Heidi Haunerdinger, in der Bürgerversammlung im Gasthaus Alter Wirt in Seeon.

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Der große Wunsch der meisten Flüchtlinge, die sie kennengelernt habe, sei es, bei uns aufgenommen, wertgeschätzt und angenommen zu werden, so Haunerdinger. Diese Chance hätten sie in ihren Augen auch verdient. Ihren Angaben zufolge seien 15 von 16 Syrern, die in der Gruber Alm lebten, als Flüchtlinge anerkannt worden oder hätten einen subsidiären Status bekommen. Flüchtlinge ohne subsidiären Status haben ein dreijähriges Bleiberecht; Personen mit subsidiären Status bekommen eine Aufenthaltsbewilligung für ein Jahr.

Ein Syrer sei bereits in einem festen Arbeitsverhältnis in München bei einem Verlag. Ein weiterer Syrer, der nach Pittenhart verlegt worden sei, habe aus unerklärlichen Gründen noch keinen Bescheid erhalten, obwohl er schon im letzten Herbst beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) angehört worden sei. 14 syrische Flüchtlinge absolvieren derzeit einen vorgeschriebenen Integrationskurs, der vier Abschnitte aufweist. Mit Abschluss des Kurses im Juni könne ein Großteil dann einen Arbeits- beziehungsweise Ausbildungsvertrag abschließen.

Nachdem der Landkreis Traunstein angekündigt hatte, die Unterkunft in Roitham zu schließen, hat sich der Helferkreis zusammen mit den Flüchtlingen in der Gruber Alm auf Wohnungssuche gemacht. Sie leben jetzt in Arlaching, Seebruck, Traunreut, Brünning und in München. Ein Syrer hat Aussicht auf eine Wohnung in Vachendorf. Die verbleibenden fünf Syrer, die noch keine Wohnung gefunden haben, können vorerst in Roitham bleiben. Dank der Gemeinde dürfen diese Personen, mit denen die Gemeinde einen Mietvertrag abgeschlossen hat, so lange bleiben, bis sie eine Wohnung gefunden haben.

Die Unterkunft in Pavolding, in der vor allem Afghanen aber auch sechs Syrer lebten, wurde ebenfalls zum Ende Januar dieses Jahres vom Landkreis gekündigt. Die syrischen Flüchtlinge sind bereits im vergangenen Sommer in eigene Wohnungen in der Gemeinde Seeon-Seebruck sowie in Trostberg und Altenmarkt umgezogen. Die Afghanen wurden nach Altenmarkt und Palling verlegt. Einer hat arbeitsbedingt ein Zimmer in Obing bekommen.

Nach Angaben der Sprecherin seien für die Afghanen die Asylverfahren nach wie vor nicht abgeschlossen. Teilweise hätten sie gar keinen oder einen ablehnenden Bescheid erhalten. Gegen die ablehnenden Bescheide sei Klage einreicht worden. Mit Hilfe von Integrationsangeboten der Arbeitsagenturen konnten einige von ihnen eine halbjährige ausbildungsvorbereitende Maßnahme absolvieren: Fünf Männer haben unbefristete Verträge als Stallhilfen auf Pferdehöfen in der Gemeinde und in einer Nachbargemeinde erhalten, fünf weitere junge Männer arbeiten als Küchen-, Lager- und Reinigungskraft sowie auf dem Bau bei einer Münchner Baufirma. Nach Angaben der Sprecherin erhalten diese Männer seit Arbeitsbeginn keine Sozialhilfen mehr und zahlen Steuern und Sozialabgaben.

Lob für die Gemeinde

Ein großes Dankeschön zollte Heidi Haunerdinger nicht nur den 30 Personen, die aktiv in den Helferkreisen Gruber Alm und Pavolding mitgewirkt haben und den vielen Spendern, sondern auch der Gemeinde Seeon-Seebruck. Die Gemeinde habe als Helferkreis-Koordinator Theo Mayerhöfer für acht Stunden in der Woche eingestellt. Mayerhöfer sei ein großer Glücksfall für die Helferkreise und leiste mehr als das Notwendige. »Nichts ist für ihn ein Problem«, lobte Haunerdinger. Tatkräftige Unterstützung habe der Helferkreis, der vor einem Jahr aufgrund der unterschiedlichen Herausforderungen in zwei Gruppierungen aufgeteilt wurde, auch von Petra Laufenböck als Ansprechpartnerin der Gemeindeverwaltung erfahren. Bürgermeister Bernd Ruth gab das Dankeschön zurück. Die Gemeindeverwaltung hätte die Flüchtlingsarbeit ohne das Mitwirken der Bevölkerung nicht in diesem Maße schultern können, betonte der Bürgermeister. ga