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Fünf Jahre Haft für Vergewaltiger

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Traunstein. Er verfolgte zweimal zwei ihm völlig unbekannte Frauen nach Diskobesuchen in Rosenheim und vergewaltigte eine davon auf dem Heimweg hinter einem Supermarkt. Nun wurde einem 29-jährigen Handwerker vor dem Landgericht in Traunstein der Prozess wegen Vergewaltigung, vorsätzlicher Körperverletzung und sexueller Nötigung gemacht.


Opfern blieben detaillierte Aussagen erspart

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Der Angeklagte ließ über seinen Verteidiger die Vorwürfe einräumen und ersparte so den Opfern die detaillierten Aussagen. Das Urteil, fünf Jahre Gefängnis, wurde noch im Gerichtssaal mit Zustimmung von Staatsanwalt Thilo Schmidt rechtskräftig.

Der erste Vorfall ereignete sich im Juli 2012 auf der rückwärtigen Seite eines Supermarkts an der Kolbermoorer Straße. Der Angreifer schlug der damals erheblich alkoholisierten 23-Jährigen gegen 5.30 Uhr morgens ins Gesicht und brachte sie mit Gewalt zu Boden. Trotz heftiger Gegenwehr konnte das Opfer die Vergewaltigung nicht abwenden. Der Mann flüchtete, als sich aufgrund der Hilfeschreie der Frau ein Passant näherte. Später wurde die DNA des Täters an der Unterwäsche des Opfers gefunden.

Während die heute 25-Jährige den Vorfall relativ gut verarbeiten konnte, leidet das zweite Opfer des Angeklagten, eine heute 19-Jährige, noch immer unter dem Vorfall im Mai 2013. Sie hatte nichts getrunken beim Ausgehen. Der Überfall geschah überraschend gegen halb 5 Uhr morgens kurz vor der sicheren Wohnungstür. Durch laute Hilferufe sowie durch Treten und Wegschubsen konnte sie wohl Schlimmeres verhindern. Auch hier wurden DNA-Spuren des Mannes gesichert, an der Wange des Opfers.

Schuld auf Alkoholkonsum geschoben

Der bisher nicht vorbestrafte 29-jährige Portugiese, der mit seiner Lebensgefährtin zwei Kinder hat, verdiente seinen Lebensunterhalt schon in mehreren Ländern Europas als Handwerker. Der Beruf brachte ihn auch nach Rosenheim, wo er für eine Baufirma arbeitete und in einem Baucontainer lebte. Offiziell gemeldet war er allerdings nicht. Beide Taten führte der Mann auf seinen vorherigen erheblichen Alkoholkonsum zurück. Vermindert schuldfähig sei er deswegen laut einer Sachverständigen aber nicht. Auch seien die Voraussetzungen für eine Unterbringung in einer Entzugsanstalt nicht erfüllt.

Mit dem Geständnis habe der Angeklagte gut getan, dem Rat des Verteidigers zu folgen, so Richter Dr. Jürgen Zenkel. Ohne Geständnis hätten die objektiven Beweise, etwa die DNA-Spuren, ausgereicht für eine Verurteilung. Dann aber wäre die Strafe »deutlich höher ausgefallen«. kd

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