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Frühling soll sich nicht verändern

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Eiszeit in Frühling: Das idyllische Ortsbild soll nicht verändert werden. Die angestrebte bauliche Entwicklung wird mangels Interesse der Grundstücksbesitzer im Stadtrat nicht weiterverfolgt. (Foto: Rasch)

Traunreut – Eine bauliche Entwicklung der Ortschaft Frühling soll nicht weiterverfolgt werden. Darauf hat sich der Stadtrat bereits im September in einer nichtöffentlichen Sitzung verständigt und den Beschluss jetzt in der Jahresschlusssitzung bekannt gegeben.


Nach Angaben der Verwaltung wäre nur ein kleiner Teil der Grundstücksbesitzer an einer baulichen Entwicklung interessiert gewesen. Dies hätte eine spornartige Entwicklung in den Außenbereich bedeutet, die jedoch vom Kreisbaumeister abgelehnt worden sei. Daraufhin habe sich der Stadtrat ohne eine formelle Beschlussfassung darauf verständigt, die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans zur Schaffung von Wohnraum für Frühling nicht weiter zu verfolgen.

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Unterschiedliche Ansichten zur Dorfentwicklung

Vor rund zwei Jahren hatte sich der Stadtrat grundsätzlich für eine Baugebietsausweisung in Frühling ausgesprochen. Daraufhin hatte das städtische Bauamt eruiert, in welchem Umfang eine Bebauung in Frühling möglich wäre. Laut eines planerischen Ansatzes hätten im Süden, Westen und im Osten rund 30 000 Quadratmeter Bauland vorrangig für Ortsansässige dazugewonnen werden können. Bei einem Bürgerdialog im November letzten Jahres konnten sich die Fühlinger zur Entwicklung ihres Dorfes äußern. Zehn junge Frühlinger äußerten dabei spontan Bauwünsche. Andere warnten davor, dass sich durch eine großflächige Entwicklung das Ortsbild komplett verändern würde.

Mit den Ergebnissen des Bürgerdialogs ist die Verwaltung dann in die Grundstücksverhandlungen mit den Grundeigentümern eingetreten. Dabei stellte sich heraus, dass nur ein kleiner Teil der Grundstückseigentümer dem Vorhaben zugestimmt hätte.

Ebenfalls für öffentlich erklärt wurde der Beschluss, dem TuS Traunreut im Vorgriff auf die geplante Sonderförderung 2018 noch heuer einen Zuschuss von 16 000 Euro zu gewähren. Der Zuschuss, der wiederum von der Sonderförderung im nächsten Jahr abgezogen wird, wurde aufgrund von zwingend notwendigen Brandschutzmaßnahmen in der TuS-Halle genehmigt und bereits ausbezahlt. Der erweiterte Zuschuss-Antrag für einen Zaun im Eingangsbereich sowie für die Reinigung und Reparatur des Kunstrasenplatzes wurde abgelehnt.

Bekannt gegeben wurde auch der Kaufvertrag (notarielle Beglaubigung) zwischen der Stadt Traunreut und der Siteco Beleuchtungstechnik GmbH. Die Stadt Traunreut hat von der Firma Siteco ein rund 30 000 Quadratmeter großes Grundstück gekauft. Bei der Fläche handelt es sich um ein Waldstück zwischen der ehemaligen und neuen Kreisstraße im Gewerbegebiet »Äugelwald«. Durch den Ankauf kann das Gewerbegebiet erweitert werden. Weiter teilte die Verwaltung mit, dass das Münchner Büro Beer Bembé Dellinger Architekten und Stadtplaner GmbH, Professor Anne Beer, Architektin BDA und Stadtplanerin, für weitere zwei Jahre mit der städtebaulichen Beratung der Stadt Traunreut beauftragt worden ist.

Bekannt gegeben wurden auch Nachträge zu Baumaßnahmen der Stadtwerke Traunreut. Bei der Fernwärmeerschließung in der Hofer Straße und Gottfried-Michael-Straße fielen Mehrkosten in Höhe von knapp 22 000 Euro an. Die Mehrkosten teilen sich auf in eine zusätzliche Baustraße, die wegen einer Nachbarbaustelle eingerichtet werden musste, und in zusätzlich entstandene Leistungen wie Überfahrten, Frostschutzkies oder Feinplanie. Wegen einer Planänderung musste auch ein zusätzlicher Zugschacht errichtet werden.

Baukosten mussten korrigiert werden

Bei der Wasser-, Fernwärme- und Abwasserentsorgungsleitung in der Ganghoferstraße mussten die Kosten um 21 100 Euro nach oben korrigiert werden. Die Mehrkosten sind auf die Asphaltdeckschicht und auf eine zusätzliche Betontragschicht zurückzuführen. Auch hier musste wegen einer Planänderung ein zusätzlicher Zugschacht errichtet werden. Um 10 800 Euro teurer geworden ist die Kanalisierung in Niedling. Diese Mehrkosten sind auf die Entsorgung von teerhaltigem Aushubmaterial in der Dorfstraße und auf einen Höhenausgleich bei der Pumpstation zurückzuführen.

Um 19 400 Euro günstiger fielen indes die Kosten bei der Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsleitung in der Paul-Keller-Straße aus. Hier wurden die Feinplanie und die Asphaltierung nur im Rohrgrabenbereich ausgeführt. Nachdem beim Bau der Wasserleitung beziehungsweise bei der Abwasserentsorgungsleitung im Zusammenhang mit einer Straßenbaumaßnahme in Hochreit keine Rohre mit längskraftschlüssiger Verbindung notwendig waren, konnten hier die Kosten um 900 Euro unterschritten werden. ga

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