weather-image
20°

Frühgeborene: Vorsorge auf höchstem Niveau

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Frühgeborene Kinder werden von Chefarzt Gerhard Wolf und seinen Mitarbeitern der Kinderintensivstation im Klinikum Traunstein optimal behandelt.

Traunstein. Der »Tag der Frühgeborenen« am Sonntag wird seit seiner Einführung im Jahr 2009 international mit verschiedenen Aktionen begleitet. Fast jedes zehnte Kind in Europa kommt zu früh zur Welt – das sind etwa 400 000 Babys pro Jahr. Die Früh- und Neugeborenen stellen in Europa die größte Gruppe kindlicher Patienten dar, ihre Zahl wächst beständig.


Auch in der Kinderklinik im Klinikum Traunstein von Chefarzt Gerhard Wolf liegt einer der Schwerpunkte der Kinderintensivstation in der »Neonatologie«, also der Versorgung von Früh- und Neugeborenen. Als Verbund-Perinatalzentrum mit Rosenheim hat die Neonatologie der Kinderklinik Traunstein die höchste mögliche Versorgungsstufe, also Level 1. Bereits seit über 25 Jahren werden hier auch kleinste Frühgeborene, die bis zu 17 Wochen zu früh auf die Welt kommen und deren Geburtsgewicht unter 500 Gramm sein kann, umfassend versorgt.

Anzeige

In der Kinderklinik ist daher rund um die Uhr ein ärztlicher Spezialist mit der Zusatzqualifikation »Neonatologie« – also Neugeborenenintensivmedizin – verfügbar. Eine gute Ver-sorgung und Betreuung dieser kleinen Patienten und ihrer Familien stellt ein Team aus erfahrenen Kinderärzten, Fachkinderkrankenschwestern mit Qualifikation Intensivmedizin, Psychologen und Sozialpädagogen in Zusammenarbeit mit der Klinikseelsorge sicher.

Wochen und oft sogar Monate verbringen die Familien auf der Kinderintensivstation. Für viele ist dies eine lange, schwere Zeit voller Unsicherheit, aber auch eine voll schöner Momente, wie zum Beispiel das Erreichen der 1000-Gramm-Gewichtsgrenze, die ersten Still- und Fütterversuche, das erste Bad und dergleichen.

Ein besonderes Anliegen ist dem Team der Kinderintensivstation die entwicklungsfördernde Pflege der kleinen Babys. Die Eltern werden bereits von Anfang ermutigt, so oft und so lange wie möglich bei ihren Kindern zu sein und beispielsweise durch das »Känguruhen« (die Kinder liegen dabei den Eltern auf der Brust) in Hautkontakt zu treten. Ebenso werden die Eltern so früh wie möglich in die Pflege ihrer Klei-nen eingeführt. Steht nach dieser langen Zeit endlich die Entlassung an, blicken viele Eltern diesem Termin mit großer Freude, aber auch oft mit großer Unsicherheit entgegen.

Betroffenen Familien bietet die Kinderklinik zwei Nachsorgemodelle an. Anfang 2009 wurde aus dem Team der Kinderintensivstation die sozialmedizinische Nachsorgeeinrichtung »Der Bunte Kreis« gegründet. Nachsorgeschwestern, die die Eltern bereits von ihrem Klinikaufenthalt gut kennen, betreuen die Früh-chen die ersten 12 Wochen auch zuhause. Sie beraten bei der Pflege und Ernährung, begleiten bei Bedarf zu Kontrollterminen und Therapien.

Schon vor der Entlassung wird ein dichtes Netz aus weiter betreuenden Ärzten, Therapeuten, Kinderkrankenschwestern und Psychologen geknüpft, um den Übergang nach Hause möglichst optimal zu gestalten. Auch für die Bewältigung von oft hinzukommenden, finanziellen und sozialrechtlichen Problemen bietet der »Bunte Kreis« seine Hilfe an.

Das diagnoseunabhängige Nachsorgemodell »Harl.e.kin-Nachsorge« wurde 2011 ins Leben gerufen und ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Kinderklinik, dem Diakonischen Werk Traunstein und den Frühförderstellen. Hier werden die Familien von einer Kinderkrankenschwester und einer Mitarbeiterin der Frühförderstelle begleitet. Bjr

Mehr aus der Stadt Traunstein