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Früher waren es 50, heute sind es 1000 – Bäckerei aus Ruhpolding schickt Bons nach Berlin

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Ruhpolding: Bäckerei schickt Kassenzettel nach Berlin – Bonpflicht
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Hermann F. aus Ruhpolding hat uns dieses Bild von der Bon-Kiste geschickt. Er hat seinen Kassenzettel nach dem Kauf seiner Semmel dort hineingelegt, weil er ihn nicht benötigt und das Gesetz überflüssig findet. (privat)

Ruhpolding – Vor allem für Bäckereien, die täglich viele Kunden, aber nur kleine Beträge haben, ist die Bonpflicht schwierig. Für jede Semmel, jede Breze und jedes Stück Kuchen müssen die Angestellten nun einen Kassenzettel ausgeben. Dazu sind sie gesetzlich verpflichtet. »Doch 98 Prozent unserer Kunden wollen den Bon gar nicht«, sagt Thomas Schuhbeck.


In seiner Filiale in Ruhpolding hat er eine Bon-Kiste aufgestellt. »Ich wollte einfach zeigen, was das für ein Müll ist. In fünf Tagen war die Kiste voll«, sagt der 37-Jährige.

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Thomas Schuhbeck wird die Kassenbons nun in eine Schachtel packen und nach Berlin schicken: »Mal schauen, was passiert.« Seine große Hoffnung ist, dass die Politik doch noch zum Umdenken zu bewegen ist. Er würde sich zumindest wünschen, dass bei kleinen Beträgen die Bonpflicht wieder wegfällt.

»Ich sage ja nichts zu Beträgen ab zehn Euro. Aber bei einer Semmel für 40 Cent.....?« Thomas Schuhbeck hat insgesamt elf Filialen in der Region.

Der Bäcker hätte versucht, beim Finanzamt Traunstein eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen – doch ohne Erfolg. »Meine Argumente bezüglich Umwelt und Mehraufwand fürs Personal sehen sie nicht«, bedauert er. Das Finanzamt sei sogar der Meinung gewesen, dass nicht mehr Bons anfallen als vorher.

Doch das kann Thomas Schuhbeck mit Zahlen widerlegen. »Wir drucken allein in Ruhpolding nun an einem Tag über 1000 Bons aus. Früher wollten vielleicht 50 Leute einen Kassenzettel haben.« Für alle Filialen zusammen habe er im Januar so viele Bonrollen gebraucht wie sonst in eineinhalb Jahren.

Mit der Bon-Kiste möchte er aufzeigen, »wie viel Sondermüll hier tagtäglich produziert wird«. Denn Thermopapier dürfe nicht zum Papiermüll gegeben werden, wie Thomas Schubeck betont. KR

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