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Frösche und Salamander im Klaushäusl zu sehen

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Auch einige lebende Lurche sind in der Sonderausstellung Amphibien im Museum »Salz und Moor« im Klaushäusl zu sehen. (Foto: T. Eder)

Grassau. Lurche gehören zu den ältesten Landwirbeltieren der Erde. Doch diese Zeugen der Evolution sind massiv gefährdet. In der Sonderausstellung im »Museum Salz und Moor Klaushäusl« wird auf die faszinierenden Tiere jetzt aufmerksam gemacht. Bei der Eröffnung der Ausstellung informierte Biologin Ilse Englmaier über die heimische Amphibienfauna. Wie groß das Interesse ist, bewiesen die vielen Gäste der Veranstaltung. Zu sehen ist die Ausstellung von Dienstag bis Samstag jeweils von 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr.


Hausherr Bürgermeister Rudi Jantke lobte Museumsleiter Dr. Klaus Thiele, dem es wieder einmal gelungen sei, eine außergewöhnliche Ausstellung zu organisierten. Hilfe habe Thiele von Schülern der Grassauer Grund- und Mittelschule erhalten, die Keramiken fertigten und lustige Bilder malten. Amphibien, die bereits vor 250 bis 300 Millionen Jahren ihre größte Artenvielfalt erreicht haben, seien heute in ihrem Bestand gefährdet. Ihre feuchte Haut schütze die Tiere nur wenig gegen Umweltgifte, so Jantke. Massenhaft kommen Frösche bei ihrer Wanderung über Straßen zu Tode. »Wir können helfen«, so Jantke. Krötentunnel unter den Straßen retten Tausenden das Leben und die Renaturierung von Feuchtgebieten und Gewässern schaffe neue Laich- und Wohngebiete. »Wir sollten alles tun, um diese uralten Zeugen der Evolution zu erhalten«. Ziel der Ausstellung sei es, dieses Bewusstsein zu stärken.

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Dr. Klaus Thiele hatte einige hilfreiche Hände. Wertvolle Leihgaben wurden auch aus dem Bayerischen Nationalmuseum bereitgestellt. Eine große Frosch-Holzskulptur weist auf die Ausstellung hin.

Ilse Englmaier stellte die heimischen Amphibien und ihr Vorkommen vor. Bis zu vier Kilometer wandert eine Erdkröte zu den Laichgewässern. Sehr stark gefährdet sei auch die Gelbbauchunke. Ihr Bestand sei im Landkreis dramatisch eingebrochen. Bergmolch, Teichmolch und Kammmolch, auch als bayerischer Drache bezeichnet, gehören wie auch der Alpensalamander und der Feuersalamander zu den Schwanzlurchen.

Sie bedauerte, dass die größte Amphibienwanderung bundesweit im Bereich des Dreiseengebiets Ruhpolding und Reit im Winkl recht ungeschützt sei. Es gebe ein Amphibienschutzprogramm und auch die finanziellen Mittel seien da, dennoch würden keine Leitanlagen gebaut. Der Lebensraum der Amphibien werde immer geringer, die Laichgewässer immer weniger. Auch durch intensive Land- und Forstwirtschaft und durch Gifte werde der Amphibienbestand geringer.

Auf diese Problematik macht die Ausstellung aufmerksam, die sämtliche heimischen Amphibien in Modellen ausstellt. Sogar lebende Exemplare sind zu sehen. Die Ausstellung widmet sich nicht nur dem Lebensraum, der Fortpflanzung und dem Aussehen dieser Tiere, sondern stellt die Lurche auch von ihrer Bedeutung in der Kunst, im Volksglauben und im Märchen vor. Lebendig wird die Ausstellung durch die vielen schönen Bilder der Schüler und die ansprechenden Keramiken. An einem Bildschirm werden die Lurche zu neuem Leben erweckt. Die Ausstellung ist für Erwachsene wie auch für Kinder interessant und ansprechend. tb