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Friseure klagen über Ausbildungsrückgang

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Für das regionale Friseur-Handwerk verlief das abgelaufene Jahr erfolgreich. Das machte die Innungs-Obermeisterin Evelyn de Marco-Maier im Rahmen der Jahreshauptversammlung im Landgasthof zur Post in Anger deutlich. Mit 116 Mitgliedsbetrieben (Stand zum Jahresende) gehört die Friseur-Innung zu den großen Handwerkervereinigungen in der Kreishandwerkerschaft.


Die Obermeisterin ging auf 41 Veranstaltungen ein, die sie besucht hatte und die Innung vertrat. Besonders im Nachwuchsbereich war die Innung aktiv. Sie war beispielsweise bei der Berufsinfomesse im Bildungszentrum Traunstein, die mit rund 1100 Schülern einen enormen Zulauf hatte, präsent. Sie stellte sich auch auf der BIM in Salzburg mit einer noch höheren Besucherfrequenz vor. Man müsse hier zunehmend Präsenz zeigen. »Die Lehrlingsgewinnung wird in Zukunft noch schwieriger werden«, sagte die Obermeisterin. Bei der BIM funktioniere die Zusammenarbeit auch grenzüberschreitend mit der Innung Salzburg sehr gut. De Marco-Maier ging noch auf die BAD-Schulungen ein, die mithelfen sollen, dass gesundheitliche Spätfolgen für die Angestellten ausgeschaltet werden und gleichzeitig eine klare Vorgabe von der Berufsgenossenschaft sind.

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Ausbildungsvergütung soll erhöht werden

Dass der Fachkräftemangel auch auf den Friseur-Beruf durchschlägt, zeigen die Ausbildungszahlen, die de Marco-Maier präsentierte. Derzeit haben die Innungsbetriebe 100 Auszubildende, im Jahr 2007 waren es noch 145. Bundesweit betrage der Rückgang im Vergleich zu 2001 fast 35 Prozent. In der Attraktivität der jungen Leute sei der Friseur-Beruf ebenfalls etwas rückläufig: 2002 auf dem 5. Platz stehend reicht es jetzt nur noch zum 11. Platz. Die Obermeisterin schlug als Gegenmaßnahme eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung vor, die aber auch gleichzeitig dazu führen würde, dass »ein Auszubildender keine billige Arbeitskraft ist« und entsprechend eingesetzt werden müsse.

Kritik äußerte sie an den Einkommensgrenzen für Betriebe (bis 17 500 Euro), deren Umsatzsteuerfreiheit für kleine Betriebe zu Wettbewerbsverzerrungen führe. Die Forderung laute hier »Gleichbehandlung für alle Betriebe«. Etwas um die Attraktivität des Friseur-Berufs zu steigern, könnte die »Weltmeisterschaft der Friseure« sein, die 2014 in Deutschland (voraussichtlich in Frankfurt) stattfinde, betonte die Obermeisterin.

Man habe in den vergangenen beiden Prüfungen insgesamt 36 Auszubildende gehabt, die die Gesellenprüfung mit einem Notendurchschnitt von 3,24 beziehungsweise 3,57 erfolgreich abgelegt hatten, betonte die Prüfungsvorsitzende Monika Hildebrandt. Jetzt habe man 39 Prüflinge für die kommende Prüfung.

Zuletzt wurde Frisurmode in Pertenstein präsentiert

Fachbeiratsvorsitzender Michael Stadler sagte, dass die vergangenen beiden Veranstaltungen gut angekommen seien. Zuletzt hatte man in Pertenstein aktuelle Frisuren und Mode gezeigt.

Gerhard Wittenzellner, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, legte im Nachgang die Jahresrechnung des vergangenen Jahres und den Haushaltsplan für das laufende Jahr vor. Beides wurde – die Jahresrechnung dabei mit einem positiven Votum durch die Rechnungsprüfer versehen – einstimmig angenommen. Der Vorstandschaft wurde die Entlastung erteilt.

Veränderungen innerhalb der Innung standen nur im Bereich des Rechnungsprüfungsausschusses an, der neu bestimmt werden musste. Dieses Ehrenamt füllen wie bisher Karin Knab und Josef Moser aus.

Die Betriebe der Friseur-Innung werden immer wieder mit Fragen des Arbeitsrechtes für Auszubildende und Arbeitnehmer konfrontiert. Diese Themen wurden noch umfassend im Vortrag des Fachanwalts Karl Joachim Schmidt erörtert, der an praktischen Beispielen über Kündigungsfristen Rechte und Pflichten von Arbeitgebern und -nehmern im Zusammenhang mit dem Arbeitsrecht informierte. awi