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Frisches Essen direkt in der Grundschule zubereiten

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Gesundes Essen in der Schule ist den meisten Eltern ein ausgesprochen wichtiges Thema. Der Stadtrat beschloss in seiner jüngsten Sitzung, die neue Küche in der Ludwig-Thoma-Grundschule so zu planen, dass das Essen nicht nur angeliefert und ausgeteilt, sondern direkt in der Küche frisch zubereitet werden kann. (Foto: dpa)

Traunstein – Soll die neue Schulküche an der Ludwig-Thoma-Grundschule nur zur Ausgabe für woanders gekochtes Essen ausreichen oder soll man darin auch richtig kochen können? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung. Am Ende entschied das Gremium, eine sogenannte »Vollküche« einzuplanen, in der etwa 200 bis 250 Essen frisch zubereitet werden können.


Nun gab es Überlegungen, das Essen für sämtliche Kindertageseinrichtungen und Grundschulen in Traunstein in dieser neuen Küche kochen zu lassen. Das wären rund 400 Essen täglich. Die neue Küche hätte man dann an einen externen Betreiber verpachtet. Dazu hatte die Verwaltung jedoch zu bedenken gegeben, dass ein Ausbau in dieser Größenordnung eine völlige Umplanung zur Folge hätte – mit entsprechenden Mehrkosten, aber vor allem mit einem Zeitverlust von mindestens einem Jahr zu rechnen sei.

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Immer mehr Kinder brauchen ein Mittagessen

»Solange wir keinen Betreiber haben, macht ein Vollausbau keinen Sinn«, sagte dazu Josef Kaiser (UW). Hauptamts-Leiter Gerhard Spiegelsberger meinte, es gebe immer wieder Anfragen von Anbietern, ob die Küche zu vergeben sei. »Es gibt etliche Anbieter, und die Tendenz ist, dass immer mehr Kinder ein Mittagessen brauchen«, gab Ursula Lay (UW) zu bedenken.

Christa Fuchs (CSU) war eindeutig für die »Vollküche«: »Damit könnten wir auch die Ängste der Eltern vor den Alu-Verpackungen für das Essen in Grenzen halten.« Dem hielt Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) allerdings entgegen, das Essen und die Behältnisse seien auch bisher schon stets einwandfrei.

Ulrike Hornes sprach ein anderes Problem an: »Wenn wir das Essen für alle Kindertagesstätten und die Schulen miteinander vergeben, müssen wir das europaweit ausschreiben und das wollen die Eltern nicht. Das ist vor allem ein emotionales Problem. Auch deshalb wäre eine 'Vollküche' sinnvoll. Was Oberbürgermeister Kegel zu entkräften versuchte: »Ein Anbieter aus Finnland wird sich kaum um die Schulküche in Traunstein bewerben.«

Auch Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen) sprach sich für die »Vollküche« aus: »Wir können das Essen regional produzieren und darauf einwirken, was es gibt und woher, denn eine gesunde Ernährung ist wichtig. Außerdem sparen wir uns jede Menge Müll.«

Die Lacher auf ihrer Seite hatte Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) mit der Bemerkung, es sei schon bezeichnend, dass sich nur Frauen für die »Vollküche« ausgesprochen hätten. »Im Finanzausschuss war das absoluter Konsens, dass wir die 'Vollküche' wollen. Man geht wieder zurück auf regionales, frisch gekochtes Essen. Wir machen das ja in Modulen und können's ergänzen, wie wir es brauchen.«

Denn schon bisher ist die Küche als »Austeilküche« geplant mit der Maßgabe, sie bei Bedarf so zu ergänzen, dass man dort frisches Essen zubereiten kann. Dementsprechend entschied der Stadtrat letztlich, die Küche auf jeden Fall als »Vollküche« weiter zu planen. Für das Personal sind noch ein Aufenthalts- und Umkleideraum sowie ein eigenes WC vorzusehen. Die zusätzlichen Kosten von rund 80 000 Euro für die Küchenausstattung sowie etwa 20 000 Euro für Baumeister- und Umbauarbeiten sind in den Haushalt 2016 und für die Folgejahre aufzunehmen. coho