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»Frisch kochen oberste Prämisse«

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Ein sensibles Thema, das die Stadt nun anders angehen will: das Mittagessen für Kinder.

Traunstein — Mit diesem Thema will sich die Stadt nicht erneut die Finger verbrennen. Deshalb soil sich künftig »ein Profi« (Zitat OB) um das Mittagessen in den Kindertageseinrichtungen und Schulen in Trägerschaft der Stadt kümmern. »Das Thema hat uns bundesweit in die Schlagzeilen gebracht, das sollten wir diesmal anders machen«, betonte Oberbürgermeister Christian Kegel. Einhellig fasste der Hauptausschuss den Beschluss, ein Beratungsunternehmen mit der Entwicklung eines Qualitätsstandards für die Mittagsverpflegung zu beauftragen.


Kaum ein Traunsteiner Thema hat in den vergangenen Jahren so hohe Wellen geschlagen wie dieses – auch überregional: Nach einer europaweiten Ausschreibung hat der günstigste Anbieter, der Malteser Hilfsdienst aus Traunstein, den Zuschlag für die Mittagsverpflegung in der Kindertageseinrichtung am Klosterberg, in der Kita Balthasar-Permoser in Kammer, der Grundschule in Haslach, der Ludwig-Thoma-Grundschule und der Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule bekommen. Geliefert wird das Essen jedoch aus dem 400 Kilometer entfernten Boxberg-Schweigern. Dort hat die Hofmann-Menü-Manufaktur ihren Sitz, mit der die Malteser zusammenarbeiten. Die Kritikpunkte: Regionalität und Nachhaltigkeit spielten bei der Ausschreibung wohl keine Rolle, ebenso wenig Energieverschwendung und Fahrtkosten. Außerdem waren die Eltern unzufrieden, weil die Essen nicht frisch gekocht, sondern in Aluschalen einmal wöchentlich schockgefrostet angeliefert werden. Die Malteser wärmen die Mahlzeiten dann in Traunstein auf und liefern sie aus. Zum Schuljahr 2018/2019 läuft der Vertrag aus, die Leistung muss also neu ausgeschrieben werden. Hierfür will sich die Stadt nun Unterstützung holen.

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Gesprochen wurde in diesem Zusammenhang auch über die neue Schulküche an der Ludwig-Thoma-Grundschule, in der künftig das Essen für die Kinder aus Traunstein gekocht werden soll. Je nach Kochart können dort 250 bis 300 Portionen frisch zubereitet werden, was möglicherweise zu wenig ist. Denn nach derzeitigem Anmeldestand würden bereits ab September 2017 rund 280 Essen benötigt. Auch um diese Angelegenheit soll sich »der Profi« kümmern – also um die Festlegung der Kriterien für die Verpachtung der Schulküche und die Vergabe der weiteren Essen an einen geeigneten Anbieter, falls dies nötig werden sollte.

Dritte Bürgermeisterin Traudl Wiesholler-Niederlöhner (SPD) betonte, dass es ganz wichtig sei, dass frisch gekocht werde. »Das sollte unsere oberste Prämisse sein«, betonte sie.

Oberbürgermeister Christian Kegel sagte, dass dies sicher wünschenswert wäre, »doch dann können wir nicht alle Essen in der Schulküche machen«, gab er zu bedenken.

Auf die Frage von Thomas Stadler (Grüne), wie groß der Einfluss auf einen externen Berater sei, sagte der Oberbürgermeister: »Die Vorschläge werden im Stadtrat diskutiert. Wenn uns da also etwas nicht passt, dann können wir das sagen.« – Am kommenden Donnerstag wird sich der Stadtrat mit dem Thema »Entwicklung eines Qualitätsstandards für die Mittagsverpflegung in den städtischen Einrichtungen« befassen. KR

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