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Friedhofsgebühren werden stark erhöht

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Marquartstein. Mit einer Gegenstimme beschloss der Gemeinderat eine neue Friedhofssatzung, wobei die Gebühren für die meisten Grabstätten deutlich höher werden. Bürgermeister Andreas Dögerl erklärte, dass die Gebühren für den gemeindlichen Friedhof lange vor der Umstellung zum Euro einmal festgelegt wurden und eine »vernünftige Kalkulation« schon wegen des Baus der Urnenmauern überfällig sei.


Auch von der überörtlichen Rechnungsprüfung im Landratsamt war die Gemeinde aufgefordert worden, die Friedhofsgebühren kostendeckend zu kalkulieren. Künftig müsste das alle vier Jahre geschehen, erklärte Dögerl. Die neue Satzung solle noch heuer im Gemeindeanzeiger veröffentlicht werden, sodass sie Anfang des nächsten Jahres in Kraft treten kann.

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Ein Einzelgrab kostete bisher für einen Zeitraum von 15 Jahren 465 Euro, was nunmehr auf 645 Euro erhöht wird, ein Familiengrab bisher 615 Euro, künftig 1050 Euro. Die Kosten für ein Urnengrab betrugen für zehn Jahre bisher 430 Euro, jetzt 465 Euro. Eine kleine Urnennische wird weiterhin 1030 Euro kosten, wohingegen die Kosten für eine große Urnennische von bisher 1540 Euro auf 1170 Euro sinken. Die Kosten für eine anonyme Grabstätte betrugen bisher pauschal 220 Euro, künftig 400 Euro.

Gemeinderat Ulrich von Ribaupierre äußerte in der Diskussion »erhebliche Bedenken« bei dieser Kalkulation. Er verstehe nicht, dass die Kosten um über 30 und 40 Prozent steigen, mehr als bei Wasser oder Strom. Der Finanzausschuss sollte die Berechnung vor einem Beschluss im Gemeinderat vorgelegt bekommen.

Der Bürgermeister entgegnete, dass die neuen Gebühren sehr genau kalkuliert und auch vom Landratsamt geprüft worden seien. Die Gemeinde verdiene keinen Cent daran. Auf die Frage nach den Gebühren beim kirchlichen Friedhof erklärte Dögerl, dass sie möglicherweise etwas niedriger seien. Der Unterschied zwischen gemeindlichem und kirchlichem Friedhof sei, dass die Kirche eine Grabstätte verweigern könne, die Gemeinde aber nicht.

Gemeinderat Thomas Halder merkte an, dass die Gebühren ungefähr vergleichbar seien. Ihm leuchte die Kalkulation der Gemeindeverwaltung ein. Klaus Biersack hielt es für angebracht, beide Satzungen einander anzugleichen. Für die Bürger sei es gut, wenn man »wenigstens den Versuch unternehmen würde, die Dinge transparent zu machen«, so Biersack.

Der Antrag von Ulrich von Ribaupierre, die Kalkulation erst im Finanzausschuss zu prüfen und dann darüber abzustimmen, wurde mit 11:5-Stimmen abgelehnt und die neue Friedhofssatzung mit einer Gegenstimme befürwortet. gi