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Frieden ist keine Selbstverständlichkeit

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Jugendfeuerwehrler aus Oberösterreich brachten das in Bethlehem entzündete Friedenslicht nach Tittmoning und gaben es bei der Feier auf dem Stadtplatz an Feuerwehrangehörige aus dem Landkreis Traunstein und weitere Teilnehmer weiter. (Foto: Volk)

Tittmoning – Mehrere Hundert Buben und Mädchen der Jugendfeuerwehren aus dem Landkreis Traunstein kamen auf dem Stadtplatz zusammen, um eine kleine Flamme entgegenzunehmen – das Friedenslicht aus Bethlehem. Es ist das Symbol für Menschlichkeit und den Weihnachtsfrieden. Entzündet in der Geburtsstadt Jesu wird sie alljährlich in einer riesigen Stafette von Mensch zu Mensch weitergereicht und in fast ganz Europa verteilt. Bereits zum 17. Mal übergaben Buben und Mädchen der oberösterreichischen Feuerwehrjugend das Friedenslicht an Jugendfeuerwehrler aus dem Landkreis Traunstein.


Kreisbrandrat Hans Gnadl empfing die Feuerwehrabordnung aus dem Bezirk Braunau, die mit einem Fackelzug auf den Stadtplatz gezogen war. Er wünschte, dass die Friedensflamme dazu beitrage, sich auf die wahren Werte im Leben zu besinnen – auf ein friedvolles Zusammenleben. Die kleine symbolische Flamme soll dazu beitragen, ein friedvolles Miteinander auf den Weg zu bringen und den Frieden weiterzutragen. Das Zeichen des Weihnachtsfriedens möge den Feuerwehrlern und ihren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest bescheren, wünschte Gnadl. Bürgermeister Konrad Schupfner freute sich, dass die Feier wieder in Tittmoning stattfindet. Die Stadt sei gerne der Gastgeber der Feier, zu der so viele Feuerwehrler aus dem gesamten Landkreis Traunstein und aus Oberösterreich kommen. »Die entsetzlichen Bilder von Krieg und Gewalt aus Aleppo oder vom Terroranschlag in Berlin müssen uns zum Nachdenken bringen, wie wertvoll der Frieden ist«, so Schupfner. Es stehe uns zu, sich für Frieden und Mitmenschlichkeit einzusetzen. Schupfner zitierte den ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker: »Die Sehnsucht nach Frieden, sie ist tief verwurzelt in jedem Menschen.« Die Feierstunde verbinde uns mit den Menschen, die Frieden nicht erleben dürfen. »Und sie sollte uns Ansporn sein, uns für ein friedliches Miteinander einzusetzen und den Frieden hinauszutragen in unsere Region.«

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Landrat Siegfried Walch sagte, das Friedenslicht aus Bethlehem sei als Symbol ganz besonders wichtig, um die Menschen zu ermahnen, dass Frieden und eine friedliche Welt keine Selbstverständlichkeit seien und uns Frieden nicht einfach geschenkt werde. »Die Friedensflamme ist ein Zeichen, dass wir alle uns immer wieder aufs Neue für Frieden, Stabilität und Sicherheit einsetzen müssen.« In der Weihnachtszeit könne das Friedenslicht vielleicht auch Trost sein, vor allem aber deutlich machen, wie gut es uns gehe und in welcher sehr sicheren Region wir leben. Walch würdigte die Feuerwehren dies- und jenseits der Landesgrenze für die stets gute Zusammenarbeit. Die alljährliche Feier zur Weitergabe des Friedenslichts sei ein Zeichen der Verbundenheit der Feuerwehren beidseits der Landesgrenze.

Stephan Hellmuth, Kreisjugendwart der Feuerwehren im Landkreis Traunstein, betonte, dass gerade jetzt, wo Hass, Krieg und Terror das Bild in den Medien bestimmen, das Friedenslicht Trost und Zuversicht in eine bessere Zukunft zu den Menschen bringen möge. Jasmin, ein Mädchen aus der Jugendfeuerwehr, trug ein Gedicht über das Friedenslicht vor. Daraufhin wurde die Flamme von Kerze zu Kerze weitergereicht, von den österreichischen zu den bayerischen Kameraden.

Landrat Siegfried Walch war der Erste, dem die Flamme in einer Laterne überreicht wurde. Die Feuerwehrjugend aus dem Landkreis Traunstein brachte das Friedenslicht in ihre Heimatgemeinden. Seit vielen Jahren sind es die Jugendfeuerwehren, die das Friedenslicht weitergeben und es in Kirchen, in Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime sowie zu einsamen, behinderten und kranken Menschen bringen. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der Musikkapelle Inzing-Törring. pv