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Freundeskreis ist seit einem Jahr aktiv

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Das Familienwappen an einer Wand des ehemaligen Klosters Seeon erinnert an das Geschlecht der Leuchtenbergs. Im Kultur- und Bildungszentrum des Bezirks Oberbayern wird die Geschichte des Adelsgeschlechts und ihr Bezug zu Seeon auf Informationstafeln dargestellt. (Foto: Oberkandler)

Seeon-Seebruck – Das Bewusstsein über die Leistungen des Geschlechts der Leuchtenbergs in und für Bayern will ein Freundeskreis stärken, der sich vor einem Jahr gegründet hat. Jetzt haben die Mitglieder im Bildungszentrum Seeon erstmals Bilanz gezogen. Der Sprecher des Kreises, Dr. Helmut Wittmann, informierte in einem Pressegespräch über die Ziele der Vereinigung.


Erste Erfolge könne man nach Angaben Wittmanns bereits vorweisen. So schreite die Vernetzung der Orte, Interessenten und Institutionen durch den Freundeskreis voran. Gegründet wurde er als Unterorganisation des Initiativkreises Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik. Dieser Verein hat, so erklärt Wittmann, unterstützende Funktion für den Freundeskreis. So kann man zum Beispiel Spenden zweckgebunden direkt an den Initiativkreis überweisen. Auch die Mitgliedsbeiträge werden ausschließlich für die Arbeit des Freundeskreises verwendet. Bewusst habe man darauf verzichtet, einen eigenen Verein zu gründen, um nicht in das Korsett des Vereinsrechts gezwängt zu sein.

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Herzog steht hinter der Initiative

Es sei der ausdrückliche Wunsch von Nikolaus Herzog von Leuchtenberg gewesen, eine derartige Initiative zu starten. Repräsentanten so gut wie aller Orte in Süddeutschland, in denen das Geschlecht Spuren und Zeugnisse hinterlassen hat, zeigen Interesse an der Initiative und beteiligen sich an der Arbeit des Freundeskreises. Dessen konkretes Ziel ist es unter anderem, eine Wanderausstellung über die Leuchtenbergs zu konzipieren.

Dr. Wittmann nannte die wichtigsten Orte und Liegenschaften, die im Besitz der Familie waren; an erster Stelle das Palais Leuchtenberg am Münchner Odeonsplatz, in dem heute das Bayerische Finanzministerium untergebracht ist. In Eichstätt war die Sommerresidenz von Eugène des Beauharnais und Auguste Amalie. Eugene war der Stiefsohn von Napoleon Bonaparte und heiratete 1806 Auguste Amalie, die erste Tochter von Kurfürst Max IV. Joseph. Weil der Kurfürst Napoleon militärisch unterstützt hatte, ernannte ihn dieser zum ersten Bayerischen König Maximilian I. Joseph und erhob Bayern zum Königreich. Im Gegenzug wurde Auguste Amalie ein Jahr später mit Napoleons Stiefsohn Eugène de Beauharnais verheiratet.

Die beiden hatten sieben Kinder, darunter Amelie, die Dom Pedro I., Kaiser von Brasilien, heiratete. Nach dessen Tod zog sie nach Bayern und kaufte das Schloss Stein an der Traun mit der Schlossbrauerei und später auch das Benediktinerkloster Seeon.

Ein weiterer Ort mit Leuchtenberg-Geschichte ist Hechingen im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg. Dort steht die Villa Eugenia, benannt nach der zweiten Tochter von Auguste Amalie. In Ismaning bei München hatte das Adelsgeschlecht Schloss und Landgut, die ehemalige Sommerresidenz der Freisinger Bischöfe. Das Schloss Lichtenstein in der Schwäbischen Alb und die Villa Leuchtenberg in Lindau sind weitere Orte mit engem Bezug zu den Leuchtenbergs. Dazu kamen mehrere Liegenschaften in der Schweiz, Russland, Italien und Frankreich.

Der Freundeskreis wird sicher jede Menge Arbeit haben, um die geplante Wanderausstellung mit den Orten in Deutschland zu konzipieren. Aber Dr. Helmut Wittmann ist optimistisch: »Das Interesse der Vertreter der einzelnen Orte ist groß und wir sind zuversichtlich, zu einem guten Ergebnis zu kommen. -K.O.-

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