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Fremde Konten geplündert

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Traunstein. Zu 15 Monaten Freiheitsstraße, ausgesetzt auf vier Jahre zur Bewährung, wurde ein 31-jähriger Rumäne verurteilt, der in den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land und Altötting EC-Karten gestohlen und fremde Konten abgeräumt hat. Vor allem ältere Menschen waren die Opfer.


Im Prozess am Schöffengericht Traunstein mit Richter Wolfgang Ott räumte der vorbestrafte Angeklagte nicht alle Anklagepunkte ein. Gestanden hat der 31-Jährige, der zuletzt in Frankreich lebte, eine Diebestour mit einem Landsmann im Oktober 2012 in Freilassing. Sie erbeuteten mehrere EC- und Kreditkarten, die sie in der Stadt gleich erfolgreich verwendeten. Ein weiterer Versuch, in Salzburg Geld abzuheben, scheiterte. Schauplatz eines anderen Diebstahls war im April 2013 ein Supermarkt in Chieming-Egerer. Mit den erbeuteten EC-Karten hoben die beiden Rumänen in einer Bank in Seebruck 2140 Euro ab, dann war das Kartenlimit überschritten. Ebenfalls im April 2013 stahl ein Unbekannter in einem Einkaufsmarkt in Freilassing einem Mann den Geldbeutel mit EC-Card und Bargeld. Beim Versuch, das Konto zu plündern, spuckte der Bankomat in Freilassing aber kein Geld aus.

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Zweimal gerieten der Angeklagte beziehungsweise sein schon früher zu einer Freiheitsstrafe mit Bewährung verurteilter Mittäter in den Überwachungsbereich von Kameras. Die Verteidigerin, Alexandra Elek aus Hamburg, bezweifelte gestern, ob auf den Fotos wirklich ihr Mandant zu sehen war. Dem widersprach der Richter: »Auf den Bildern sehen wir Ihren Mandanten.« Staatsanwalt Dominik Rami beantragte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und verneinte eine Bewährung – unter anderem wegen des professionellen Vorgehens. Die Verteidigerin forderte ein Jahr Strafe – mit Bewährung. Der 31-Jährige zeigte sich reuig: Er wolle seine Taten wiedergutmachen.

Richter Wolfgang Ott erläuterte im Urteil, der Schuldspruch beruhe auf dem Geständnis des Rumänen, Zeugenaussagen und Fotos. Für vier Fälle sei der Tatnachweis »knapp gescheitert«. Die entscheidende Frage des Prozesses sei: »Bewährung – ja oder nein?« Für den Angeklagten spreche das Geständnis, außerdem habe er im Rahmen seiner Möglichkeiten den Schaden wieder ausgeglichen. Das seien besondere Umstände, die eine Bewährung erlaubten. Gegen den Angeklagten sprechen jedoch die einschlägigen Vorstrafen. Sechs Monate saß der 31-Jährige nun bereits in Untersuchungshaft. Richter Ott äußerte die Hoffnung, dass der Angeklagte wegen dieser Erfahrung künftig straffrei bleibe. kd