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Freiwillige Feuerwehr Hammer feiert 120. Geburtstag

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Die Handpumpenspritze ist seit dem Gründungsjahr im Besitz der Freiwilligen Feuerwehr Hammer. Zu festlichen Angelegenheiten führen die Mitglieder das historische Stück vor. (Foto: Krammer)

Siegsdorf – Seit im März 1895 ein knappes Dutzend mutiger Männer mit ihrer Unterschrift die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr für Hammer bestätigten, ist auch im kleinen Ort an der Roten Traun rund um die Uhr für Einsatzbereitschaft zum Dienst am Nächsten gesorgt. Und auch im gesellschaftlichen Zusammenhalt des Orts spielt die Feuerwehr mit Starkbier- und Sommernachtsfest sowie reger Teilnahme an den Aktivitäten der Ortsgemeinschaft bis heute eine tragende Rolle. Damit die 120-Jahr Feier nicht spurlos an den Hammerer Bürgern vorübergeht, entschlossen sich Vorstandschaft und Aktive, den Geburtstag mit einem Gottesdienst und einem gemütlichen Starkbierfest würdig zu feiern.


Die Fahnenabordnungen der Ortsvereine treffen sich am Samstag zu einem Totengedenken am Kriegerdenkmal, dem sich ein Wortgottesdienst in der Pfarrkirche St. Rupertus in Hammer anschließt. Anschließend begleitet die Trachtenmusikkapelle Neukirchen die Festgäste hinüber zum Hammerwirt, wo um 20 Uhr das Starkbierfest beginnt. Neben einigen Ehrungen steht auch der Einakter »Die verhinderte Festrede« auf dem Programm, den die jungen Aktiven extra zum Jubiläum einstudiert haben. Vorsitzender Manfred Klauser und Kommandant Roman Zenz freuen sich zusammen mit den 37 Aktiven auf eine gemütliche Jubiläumsfeier.

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Die Geschichte der Feuerwehr Hammer startete am 25. März 1895 mit einer Unterschriftensammlung zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Bereits am 15. April 1895 fand die Gründungsversammlung statt. Das damalige Protokoll von Schriftführer und Kassier Johann Lederer schließt mit dem Satz: »Da wir aber noch keine Gerätschaften besitzen, müssen wir uns mit dem Fußexerzieren begnügen.« Doch noch im selben Jahr bekam die Wehr eine Handpumpenspritze, die die Mitglieder heute noch zu festlichen Gelegenheiten herausholen und vorführen.

Es sollten zwei furchtbare Weltkriege vergehen, ehe die Hammerer Wehr in Zeiten des Wiederaufbaus im Jahr 1949 mit der ersten TS 4 Motorspritze ausgerüstet wurde. Zur Weihe der Vereinsfahne am 30. Mai 1954 übernahm die Freiwillige Feuerwehr Vogling die Patenschaft. Die schmucke Fahne wird bis heute stolz dem Verein vorangetragen.

1960 erhielt die Wehr mit einer TS 8 eine zweite Motorspritze und bereits zwei Jahre später schaffte man sich mit einem gebrauchten Unimog für 2500 DM das erste eigene Fahrzeug an, dem ein Jahr später eine moderne Hochdruck-Motorspritze folgte. Zur 70-JahrFeier 1965 hatte die Wehr 22 aktive Wehrmänner, die mit dem Unimog, einer TS 4 und einer TS 8 sowie mehreren hundert Metern neuer B- und C-Schläuche ausgerüstet waren.

Nachdem bereits seit Jahren vergeblich der Bau eines neuen Gerätehauses gefordert worden war, traten die Wehrmänner 1971 in einen »Übungsstreik«, um ihren Forderungen zur Erneuerung des maroden und baufälligen Hauses Nachdruck zu verleihen. Ihre Aktion war bald von Erfolg gekrönt. Zu Ostern 1972 begann die Gemeinde mit dem Neubau des Gerätehauses und nach nur acht Monaten Bauzeit bezogen die Floriansjünger 1973 ihr neues Gerätehaus. Außerdem wurde ein neues Tragkraft-Spritzenfahrzeug TSF in den Dienst gestellt. 93 000 DM kostete der Neubau, 26 000 DM der neue Ford Transit.

Die Errichtung eines Atemschutzraums brachte 1986 die Voraussetzung für die Anschaffung der ersten Atemschutzgeräte. Das neue Löschgruppenfahrzeug LF 8 wurde im gleichen Jahr in den Dienst gestellt. Mit viel Eigeninitiative schuf man sich 1993 den Schulungsraum im Dachgeschoß des Gerätehauses, der bis zum großen Umbau im Jahr 2013 seinen Zweck bestens erfüllte.

Das Jubiläumsjahr 1995 wird der Wehr wohl immer in Erinnerung bleiben. Am 16. Juni, als die Floriansjünger mitten in den Vorbereitungen für das große Jubiläumsfest steckten, brach mit dem Jahrhunderthochwasser eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes über den kleinen Ort an der Roten Traun herein. Tagelang waren die Wehren der Umgebung rund um die Uhr gefordert, die Überschwemmungsschäden in den Häusern zu beheben. Dennoch wurde am 22. August der 100. Geburtstag der Wehr mit einem Zeltfest und einem großen Festzug feierlich begangen.

1996 ersetzte ein neues Mehrzweckfahrzeug den alten Ford Transit und 2013 war die Wehr mit über 1000 Stunden Eigenleistung am An- und Umbau des Gerätehauses beteiligt, der durch die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges Kat20S notwendig geworden war. Der MAN TGM mit seinen modernen Aufbauten ist das Herzstück der Ausrüstung und wird von den 37 aktiven Wehrleuten und dem Nachwuchs ebenso intensiv zu Übungen und Einsätzen genutzt, wie das Mehrzweckfahrzeug und die umfangreiche und moderne Ausstattung des funktionellen und praktischen Gerätehauses. FK