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Freie Wähler Grabenstätt haben heuer einiges vor

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Grabenstätt – »Unsere drei Gemeinderäte Andreas Danzer, Andreas Lukas und Doris Biller haben an einer Vielzahl von Gemeinderats- und Ausschusssitzungen mit einer noch viel größeren Zahl an Beschlüssen teilgenommen«, betonte der Vorsitzende der Freien Wähler (FW) Grabenstätt Stefan Hartmann auf der Jahreshauptversammlung im Gasthof Grabenstätter Hof.


Derzeit verfüge der FW-Ortsverband über 78 Mitglieder. Leider habe man sechs Mitglieder aus den unterschiedlichsten Gründen verloren. Zu den »gewichtigen Themen«, mit denen man sich im Vorjahr intensiv beschäftigt habe, zählte Hartmann die Trinkwasserversorgung in Marwang, den »hoffentlich bald abgeschlossenen« Bebauungsplan Erlstätter Straße, das gemeindliche Hochwasserschutzkonzept, die Fernwärmeversorgung Grabenstätt Süd, den Erweiterungsbau des Pfarrkindergartens, die Umgestaltung und zukünftige Nutzung des alten Erlstätter Schulhauses, die Biberproblematik und die Elektromobilität. »Das Carsharing-Projekt sollte auch bald anlaufen«, gab sich Hartmann zuversichtlich. Zudem hoffe er, dass das jahrelange Streitthema Mobilfunkmasten in der Nickelbergstraße für die Anwohner endlich zu einem positiven Ende geführt werden könne. »Das Flüchtlingsthema hat sich zum Glück nicht so gravierend entwickelt, wie wir es vor einem Jahr prognostiziert hatten«, so der Vorsitzende. Ein besonderes Lob gelte allen ehrenamtlichen Helfern, die die Integration der Flüchtlinge und Asylsuchenden in der Gemeinde unterstützen.

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Interessantere Gäste und attraktivere Themen

Angesichts der stark schwankenden Besucherzahl bei den acht Bürgerinformationsabenden im vergangenen Jahr habe man entschieden, die Termine für 2017 etwas auszudünnen. Die am 27. April, 27. Juli, 28. September und 30. November angesetzten Bürgerinfoabende wolle man mit interessanten Gästen und Themen noch attraktiver gestalten, kündigte Hartmann an. Als Höhepunkt der vergangenen Bürgerinfoabende bezeichnete er den Bericht des Obmanns der Grabenstätter Bauern über die Planung einer Biogasanlage und die Landwirtschaft im Allgemeinen.

»Wir haben das letzte Jahr mit einem geringfügigen Gewinn abgeschlossen«, betonte Kassier Andreas Lukas. »2020 stehen die nächsten Kommunalwahlen an und da können wir mit dem aktuellen Kassenstand von 1000 Euro nicht weit springen«, gab Kassenprüfer und Ehrenvorstand Anton Mayrhofer zu bedenken. Mit Blick auf die hohen Bankgebühren brachte er das Onlinebanking als »kostenlose Alternative« ins Spiel.

Das Anliegen des auf Gut Sossau ansässigen und auf Parkroboter spezialisierten aufstrebenden Start-Up-Unternehmens Server Transport Systems, sich möglichst bald im Gewerbegebiet Oberwinkl anzusiedeln und erheblich zu erweitern, sei im Gemeinderat und im Bauausschuss ohne große Zeitverluste behandelt worden, betonte Andreas Danzer und stellte klar: »Wir sind hier auf dem besten Weg.« Die Planung sei sehr gut gelungen und der Gebäudekomplex werde bald eines der schönsten an der A8 gelegenen Gewerbegebiete in der Region bereichern.

Eine einladende Gestaltung des benachbarten Kreisverkehrs wäre für das Gesamtbild das »I-Tüpfelchen«, so Danzer. Ein Bezug zu Grabenstätt als ältestes Fischerdorf am Chiemsee sei wünschenswert. Man habe sich bereits vom Traunsteiner Künstler Rolf Wassermann Gestaltungsvorschläge für die Kreisverkehre und die Ortseinfahrt Grabenstätt Nord vorlegen lassen, die auch im Gemeinderat positiv beschieden worden seien. »Wir müssen schauen, dass da 2017 was vorangeht«, so Danzer.

Problem wird auf schwächstes Glied heruntergebrochen

Was die Verlandungssituation und Müllproblematik in der Hirschauer Bucht anbelange, sehe er den Freistaat Bayern am Zuge. Leider werde das Ganze immer auf das schwächste Glied heruntergebrochen, und das sei nun einmal die Gemeinde. Gut möglich, dass man in dieser Angelegenheit auch einmal das Gespräch mit der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung suche, so Danzer.

Das Ansinnen der Gemeinde an der Erlstätter Straße Wohnraum für Einheimische bereitzustellen, sei nur zu begrüßen. Danzer zufolge müsse es aber eine Siedlung mit Ein- und Zweifamilienhäusern bleiben. Er sei kein Gegner des sozialen Wohnungsbaus, aber dieser müsse auch zur Ortsplanung passen.

In seiner Ausschau auf 2017 erwähnte Hartmann den gemeindlichen Haushaltsplan mit größeren Posten zum Hochwasserschutz, Breitbandausbau, Sanierung des Gemeindekindergartens und Städtebauförderung in Grabenstätt und Erlstätt. Auch die Wasserversorgung Marwang werde hinsichtlich der Schutzgebietsausweisung wieder ein Thema sein. Die geplante LED-Umrüstung der Straßenbeleuchtung werde sich nach sieben Jahren amortisiert haben.

Dass in der gemeindlichen Haushaltserstplanung erhebliche Rücklagenentnahmen geplant seien, bereite ihm etwas Bauchweh, so Lukas. Man lebe da ein bisschen von der Substanz. Erfahrungsgemäß habe es dann im gemeindlichen Nachtragshaushalt immer einen positiven Nachtrag gegeben, meinte Danzer und begründete dies mit der gewohnt konservativen Einnahmenplanung der Kämmerei. mmü