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Frauenlob erlebte Papst-Amtszeit aus nächster Nähe mit

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Bei der Aschermittwoch-Messe von Papst Benedikt XVI. war auch die Traunsteiner Gruppe mit dabei – und das Kirchenoberhaupt fuhr nah an ihnen vorbei. (Foto: Glück)
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Monsignore Thomas Frauenlob (rechts) – hier mit Reiseleiter Hans Wembacher – traf die Gruppe am Petersplatz. (Foto: Kurz)

Die vergangenen Tage waren turbulent in Rom – und eine Leserreise-Gruppe des Traunsteiner Tagblatts erlebte diese wie Monsignore Thomas Frauenlob, der bis 2006 Leiter des Studienseminars St. Michael in Traunstein war, hautnah mit. Als Papst Benedikt XVI. am Montag seinen Rücktritt zum 28. Februar erklärte, war die Reisegruppe aus dem Landkreis Traunstein gerade in Italien angekommen. »Viele dachten zuerst, dass das ein Faschingsscherz sei«, sagt Reiseleiter Hans Wembacher.


Für Frauenlob, der zu diesem Zeitpunkt gerade in Bayern war, kam die Rücktrittserklärung nicht ganz aus heiterem Himmel. »Es hat Hinweise gegeben, dass sich etwas ändern könnte«, sagte Frauenlob im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. »Der Zeitpunkt war aber sehr überraschend«, fügte er hinzu. Er ging eher davon aus, dass um den Geburtstag des Papstes im April eine Entscheidung fallen würde. »Es ist jedenfalls stimmig, dass er diesen Schritt gemacht hat«, betont Frauenlob. »Es geht ihm einfach um die Sache und er tut damit einen wichtigen Dienst.«

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»Es war sehr ergreifend, dabei sein zu dürfen«

Auch Hans Wembacher war schnell klar, dass die Meldung vom Papst-Rücktritt kein Scherz war. »Der Papst hat immer gesagt, er könne sich ein öffentliches Leiden nicht vorstellen«, erinnert er sich. Der Rücktritt des Papstes war damit das beherrschende Thema der Reise. »Natürlich habe ich auch das Programm ein wenig umgestellt«, sagt Wembacher.

Vor allem am Mittwoch war das nötig. Die Gruppe – es waren 50 Teilnehmer – war wie geplant bei der Generalaudienz. Was vor Reiseantritt keiner ahnte, war, dass dies ein »historisches Erlebnis« sein wird. Denn es war eine der letzten Generalaudienzen von Papst Benedikt XVI (wir berichteten).

Auch bei der Aschermittwoch-Messe im Petersdom waren die Traunsteiner dann dabei. »Wir haben sogar noch Sitzplätze bekommen«, sagt Wembacher. Der Papst fuhr bei Ein- und Auszug dann auch ganz nah an den Traunsteinern, die auch eine Bayernfahne im Gepäck hatten, vorbei. »Das war schon ein tolles Erlebnis.« Auch Thomas Frauenlob war im Petersdom. »Es war sehr ergreifend, dabei sein zu dürfen«, sagt er.

Die vergangenen Tage hatten viele schöne Erlebnisse für ihn parat. Frauenlob feierte am Mittwoch nämlich seinen 50. Geburtstag in Piding, bekam dabei eine Papst-Büste geschenkt und machte auch seinen Doktor in Theologie. Zu seinem Doktortitel bekam Frauenlob vergangene Woche auch noch einen Glückwunschbrief vom Papst. Mit dem Papst-Rücktritt sei allerdings auch »ein Schleier« über diese freudigen Ereignisse.

Papst wird nicht mehr in seine Heimat kommen

Tags darauf traf die Reisegruppe dann noch Thomas Frauenlob. »Das ist immer ein schönes Erlebnis, meistens sind ja doch auch Bekannte dabei«, erzählt der Monsignore. Wie seine Zukunft aussehen wird, darüber ließ sich Frauenlob nicht konkret aus. »Man sollte ja in meinem Beruf alle zehn Jahre etwas Neues anfangen«, sagt er. Er sei jedenfalls dankbar, dass er die Amtszeit von Papst Benedikt aus der Nähe erleben durfte. Nun hofft er, dass er in nächster Zeit auch noch einmal die Gelegenheit haben wird, mit dem Papst persönlich zu sprechen. »In diesen Tagen ist das eher schwierig.«

Frauenlob ist auch davon überzeugt, dass der Papst nicht mehr in seine Heimat zurückkehren wird. »Er wird keine öffentlichen Auftritte mehr haben«, sagt Frauenlob. Schon allein deswegen, weil er seinen Nachfolger nicht in Schwierigkeiten bringen möchte, zudem wäre ihm der Sicherheitsaufwand viel zu viel. »Er wird sich in das Kloster zurückziehen und studieren und schreiben.« Ganz so, wie er sich das immer gewünscht hat. »Für ihn ist das auch keine Strafe, sondern eine Erfüllung.«

Die letzte Generalaudienz von Papst Benedikt XVI. ist am 27. Februar und damit einen Tag vor seinem Rücktritt. Das Traunsteiner Tagblatt bietet dazu eine dreitägige Leserreise mit dem Bus an – und zwar vom 26. bis 28. Februar. Es werden erneut turbulente Tage in Rom werden. SB