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Acht Weißbacher Frauen investierten Hunderte Stunden – Pfarrer Quirin Strobl segnete das Tuch

Frauen stickten neues Fastentuch für die Kirche

Schneizlreuth. Ein neues Fastentuch hat Pfarrer Quirin Strobl bei einem feierlichen Gottesdienst in der Weißbacher St. Vinzenzkirche segnen können. Maria Bauregger, Karin Holzner, Erna Holzner, Liesl Steyerer, Martha Hopf, Christl Zach, Marianne Maier und Renate Jägerhuber hatten in Hunderten Stunden Arbeit acht Darstellungen aus dem Alten und Neuen Testament auf das Tuch gestickt. Charlotte Niederberger nähte das etwa zwei auf zweieinhalb Meter große Tuch fachmännisch zusammen.

Das in aufwändiger Handarbeit hergestellte Fastentuch ist in der St. Vinzenzkirche in Weißbach zu bestaunen. (Foto: Bauregger)

Eine große Freude war es für die Frauen, dass eine 20-köpfige Gruppe des Frauenbunds Wegscheid im Bayerischen Wald zur Segnung gekommen war. Von dort hatten sie die Stickvorlage und weitere Unterstützung erhalten. Den Gottesdienst umrahmte der Weißbacher Kirchenchor.

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Mit großer Spannung verfolgten die vielen Kirchenbesucher die Enthüllung des Fastentuches durch den Kirchenpfleger Matthias Steinbacher. Die Initiatorin der Stick-Aktion, Maria Bauregger, versuchte im Anschluss mit meditativen Gedanken die Zeit des Stickens und Entstehens zu beschreiben, in der sich die Frauen nicht nur auf den »Kreuzstich« konzentrierten, sondern immer wieder auch gedanklich mit den dargestellten Szenen. Jede der acht Frauen erklärte dann ihre Darstellung mit Textausschnitten aus der Bibel und sinnlichen Gedanken dazu. Die dargestellten Szenen auf dem Fastentuch sind im Einzelnen überschrieben mit: Adam und Eva beim Sündenfall; Lass den Kelch an mir vorübergehen; Sei gegrüßt, König der Juden; Er hat die Sünden vieler getragen; Weinet über euch und eure Kinder; Kreuzigung Jesu; Es wird ein Schwert deine Seele durchdringen; Gerecht bist du, o Herr.

Pfarrer Quirin Strobl freute sich, dass durch die Motive des Fastentuches in ansprechender Weise nicht nur den Leidensweg Jesu, sondern auch der vieler Menschen dargestellt sei. Am Kreuz sei aber nicht alles zu Ende gewesen. Im Gegenteil. Durch den Tod am Kreuz und die Auferstehung sei uns ewiges Leben auch nach dem Tod geschenkt. So stelle das Fastentuch eigentlich nicht die Leidens-, sondern die Rettungsgeschichte für die Menschen dar.

Pfarrer Strobl bedankte sich bei den Frauen für dieses »Geschenk für die lebendige Kirchengemeinde« in Weißbach. Er dankte auch Kirchenpfleger Matthias Steinbacher für sein Engagement während der Entstehung des Tuches. Gemeinsam mit ihm, überreichte er, auch als Dankeschön der Kirchenverwaltung, Maria Bauregger einen Blumenstrauß sowie jeder der Stickerinnen und der Schneiderin ein prächtige Rose. Zum Ausklang der Feier waren die Akteurinnen noch zum Essen eingeladen. wb