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Frauen in der Arbeitswelt: »Verliehen, verschoben, verschaukelt«

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Christine Rothacker sorgte mit ihrem Programm »Pflege für alle – betreutes Kabarett« beim Frauenfrühstück in Traunreut für Heiterkeit. (Foto: Mix)

Traunreut. Die DGB-Frauengruppe Traunstein veranstaltete im Wilhelm-Löhe-Heim wieder ein Frauenfrühstück anlässlich des internationalen Frauentages. Die Landesfrauensekretärin von ver.di, Bettina Messinger, sprach dabei zum Thema »Verliehen, verschoben, verschaukelt – Frauen in der Arbeitswelt«. Christine Rothacker amüsierte die Zuhörer mit ihrem Kabarettprogramm »Pflege für alle«.


Die Sprecherin der Frauengruppe, Claudia Sebrak, betonte, dass nach wie vor große Missstände und Ungleichheit zwischen Männern und Frauen in der Arbeitswelt herrschen. Dies bestätigte auch Bettina Messinger. Sie erklärte beispielsweise: »Nachweislich verdienen Männer in Deutschland immer noch rund ein Viertel mehr als Frauen. Oder anders gesagt: Frauen müssen für dasselbe Jahresgehalt wie Männer ein Vierteljahr länger arbeiten.« Die Entgeltdifferenz zwischen den Geschlechtern liege in Deutschland bei 22 Prozent und damit fast fünf Prozent höher als im Durchschnitt der EU, in Bayern seien es sogar 26 Prozent.

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Trotz meist besserer Abschlüsse in der Berufsausbildung würden Frauen in den gleichen Berufen und Stellungen meist weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Bettina Messinger fordert daher ein gesellschaftliches Umdenken und betriebliches Handeln, denn auch die Voraussetzungen hätten sich stark verändert: »In den 1980er Jahren ging in der Bundesrepublik nicht einmal die Hälfte der Frauen einer Berufstätigkeit nach. Heute arbeiten fast 70 Prozent der erwerbsfähigen Frauen.«

Gefordert würden Informations- und Mitbestimmungsrechte, wenn es um betriebliche Entgeltsysteme geht, ein Klagerecht für Gewerkschaften sowie Betriebs- und Personalräte, ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft, ein Entgeltgleichheitsgesetz und ein Rechtsanspruch auf befristete Teilzeitbeschäftigung wie das Recht zur Aufstockung der Arbeitszeit. Weitere Forderungen sind eine frauen- und familiengerechte Steuerpolitik, eine Sozialversicherungspflicht ab dem ersten verdienten Euro, ein Mindestlohn und ein Ausbau der Kinderbetreuung.

In Anschluss an das Referat zeichnete die »Pflegeclownette mit Heiterkeitsdiplom« Christine Rothacker mit ihrem Kabarettprogramm »Pflege für alle« ein erschreckend deutliches Bild der aktuellen Pflegesituation. Mit viel Humor verpackte sie knallharte Fakten und traf genau den Punkt mit ihren Aussagen, die so locker und witzig daher kamen. mix

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