Franz Thanbichler bleibt Vorstand

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In der Pettinger Turnhalle fand die Jahreshauptversammlung der Wasserwacht Kühnhausen statt.

Petting – Franz Thanbichler ist bei der Jahreshauptversammlung zum fünften Mal in Folge einstimmig zum Vorstand der Wasserwachtsortsgruppe Kühnhausen gewählt worden. Diese fand in der Turnhalle in Petting statt, um den Abstand gut einhalten zu können.


Die Wasserwacht ist als Teil des Bayerischen Roten Kreuzes als Körperschaft des öffentlichen Rechts zu betrachten. Dies hat zur Folge, dass eine jährliche Mitgliederversammlung für alle Mitglieder ermöglicht werden muss – egal unter welchen Umständen.

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Es war daher von der Wasserwacht Kühnhausen im Vorfeld ein striktes Hygienekonzept ausgearbeitet worden. Auf dieses wies Vorstand Franz Thanbichler zu Beginn der Versammlung auch noch einmal hin. In seinem Rückblick berichtete er, dass im Januar und Februar 2020 alles noch nach Plan verlaufen sei. So begleitete die Wasserwacht Kühnhausen die Grundschule Kirchanschöring bei ihren Schwimmfahrten ins Hallenbad nach Burghausen. Hier wurden insgesamt 33 Schwimmabzeichen abgenommen.

Außerdem gab es einen etwas größeren Arbeitseinsatz am See. Da über die Jahre das Schilf immer weiter in die Gleisanlagen wuchs und somit ein sicheres Wassern des Bootes fast unmöglich machte, musste das Schilf, in enger Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde zurückgedrängt werden, wie Thanbichler berichtete. Mit Hilfe des THW Berchtesgadener Land wurden die Pflanzen auf die vorgeschriebene Kante ausgebaggert.

Anfang März seien langjährige aktive Mitglieder der Ortsgruppe von Landrat Siegfried Walch geehrt worden. »Bei der Klausurtagung war dann schon von einigen Einschränkungen die Rede. Doch welch gravierende Einschnitte dies für die laufende Saison und das Vereinsleben bedeuten würde, war zu diesem Zeitpunkt noch keinem bewusst«, betonte Thanbichler in seinem Rückblick.

Trotz allem habe man aber versucht, ab Pfingsten den Wachdienst aufrecht zu halten und ein wenig Normalität in die Wasserwacht zurück zu bringen. Ein wichtiger Teil, der 2020 weggebrochen sei, waren die Schwimmkurse. Die Nachfrage sei aber trotzdem da gewesen und man habe die Eltern auf später vertrösten müssen, sagt Thanbichler. »Ende August konnte wenigstens für 16 Vorschulkinder ein Eltern-Kind-Schwimmtraining angeboten werden.« Schwimmausbilder waren Franz Thanbichler und Daniel Schwangler.

Einschnitte habe es auch bei Vorstandschaftssitzungen oder den Kreiswasserwachtsitzungen gegeben. »Diese wurden online abgehalten.« Thanbichler betonte, auch wenn es kein leichtes Jahr gewesen sei, habe die Ortsgruppe versucht, das Beste daraus zu machen. »Wir schauen positiv in die Zukunft, wenn auch 2021 noch weit von der Normalität entfernt ist.«

Ortsgruppe hat 578 Mitglieder

Der Technische Leiter Stefan Blümel ging auf die genauen Zahlen und Statistiken in der Ortsgruppe ein. Die Ortsgruppe besteht im Moment aus insgesamt 578 Mitgliedern, davon 65 Aktive sowie 513 Passive. In der Saison 2020 wurden insgesamt 1835 Stunden geleistet, welche sich zum Beispiel aus Dienst, Arbeitseinsätzen und dem Eltern-Kind-Schwimmtraining zusammensetzten. Es habe vergangenes Jahr acht kleinere Erste-Hilfe-Leistungen und 14 größere Einsätze gegeben. »Oft waren es erschöpfte und unterkühlte Stand-Up-Paddler, die es alleine nicht mehr ans Ufer schafften«, berichtete Blümel. Der 26. August war mit vier Alarmierungen in Folge der einsatzreichste Tag im Jahr 2020. »Bei schönem, aber sehr windigem Wetter, unterschätzen viele die Gefahren, welche durch hohe Wellen, die Strömung oder aufgrund der eigenen Kondition auf dem See schnell zum Verhängnis werden können«, betonte Stefan Blümel.

Des Weiteren begleitete die Ortsgruppe wieder die Regatten des Segelclubs Waging und des Seglervereins Petting. Außerdem sei von 2. bis5. September die Internationale Meisterschaft im Kielzug betreut worden. »Hier gab es keine besonderen Vorkommnisse, nur ein paar wenige Boote mussten aufgrund einer Flaute in den Heimathafen zurück geschleppt werden«, sagte der Technische Leiter.

Kassier Korbinian Thanbichler hob hervor, dass der Kassenstand trotz der aktuellen Situation noch positiv sei. Dies sei vor allem den wenigen Einnahmen und Ausgaben im Jahr 2020 geschuldet.

Jugendwart Thomas Sammer berichtete, dass derzeit 19 Jugendliche im Alter von 11 bis 18 Jahren in der Wasserwacht aktiv seien. »Auch hier gab es Corona-bedingte Einschnitte. So durften anfangs keine Jugendlichen am Dienst teilnehmen.«

Erst Ende Juli hätten die Jugendlichen ab 16 Jahren und mit dem Rettungsschwimmabzeichen in Silber wieder am Dienst teilnehmen können. Zu Beginn der Sommerferien habe dann endlich mit der ersten Jugendübung begonnen werden können. In kleinen Gruppen, wieder mit genügend Abstand, Mund-Nasen Schutz, Hygienemaßnahmen aber mit ganz viel Spaß sei endlich wieder Leben in die Wachhütte eingekehrt, betonte Thomas Sammer. »Es folgten noch drei weitere Übungen und auch das Rettungsschwimmabzeichen in Bronze und Silber wurden geübt.«

Um die Versammlung möglichst kurz zu halten, wurde heuer auf Ehrungen und Auszeichnungen verzichtet. Diese werden – sobald es die Situation erlaubt – nachgeholt.

Abschließend bedankte sich Franz Thanbichler bei seinen scheidenden Vorstandsmitgliedern Bettina Straßer für vier Jahre (stellvertretende Jugendwartin), bei Thomas Sammer für zwölf Jahre (Jugendwart), bei Daniel Schwangler für zwölf Jahre in der Vorstandschaft, davon acht Jahre als stellvertretender Vorstand und vier Jahre stellvertretender Technischer Leiter und bei Stefan Blümel für zwölf Jahre im Vorstand, davon acht Jahre als stellvertretender Technischer Leiter und vier Jahre als Technischer Leiter.

»Die Allgemeinheit braucht euch!«

Unter der Wahlleitung von Thomas Hilscher wurden folgende Mitglieder neu gewählt: Vorstand bleibt Franz Thanbichler, stellvertretender Vorstand ist Marcus Kühn, Technischer Leiter Christian Wimmer, stellvertretender Technischer Leiter Günther Palliardi, Jugendwartin Anna Jauk, Schriftführer Moritz Palliardi, stellvertretende Schriftführerin Petra Thanbichler und Kassier Korbinian Thanbichler.

Bürgermeister Karl Lanzinger bedankte sich im Namen der Gemeinde Petting und des Gemeinderats bei der scheidenden Vorstandschaft und wünschte den Neugewählten »viel Glück und ein Gutes Händchen für die bevorstehenden Aufgaben«. Auch den Aktiven und vor allem der Jugend sprach Lanzinger ein Lob für ihren Einsatz aus und schloss mit den Worten: »Die Allgemeinheit braucht euch!«

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