weather-image
-2°

Franz Schlechter sen. bekam Ehrenring verliehen

4.3
4.3
Bildtext einblenden
Franz Schlechter sen. (links) bekam den Ehrenring der Gemeinde Reit im Winkl von Bürgermeister Josef Heigenhauser verliehen. (Foto: Ostermaier)

Reit im Winkl. Vor wenigen Wochen hatte sich der Gemeinderat einstimmig darauf verständigt, dem 89-jährigen Franz Schlechter sen., einem Reit im Winkler Original, die höchste Auszeichnung des Ortes zuteil werden zu lassen (wir berichteten). Bei der Bürgerversammlung verlieh Bürgermeister Josef Heigenhauser nun den Ehrenring der Gemeinde und Franz Schlechter sen. war augenscheinlich gerührt und stolz. Für ihn war es auch eine willkommene Gelegenheit, den knapp 250 Gästen im Festsaal in einer kurzen Ansprache zu erläutern, was für ihn in seinem fast unglaublichen Schaffen für »sein« Reit im Winkl wirklich wichtig war.


Nur drei lebende Personen dürfen den Ehrenring tragen. Dies sind derzeit die Wintersport-Olympiasiegerinnen Rosi Mittermaier-Neureuther und Evi Sachenbacher-Stehle und nun eben auch Franz Schlechter sen. Dessen Einsatz für Reit im Winkl trug Bürgermeister Josef Heigenhauser in seiner kurzen Laudatio in bemerkenswerten Zahlen vor: 70 Jahre war Schlechter aktiver Musikant bei der Musikkapelle Reit im Winkl, fast 50 Jahre Vorstand des Theatervereins, 40 Jahre Moderator der Reit im Winkler Begrüßungsabende und jahrzehntelang war er Hochzeitslader. Seit 1938 (!) war er zudem Skilehrer, er baute die örtliche Skischule zum zwischenzeitlich größten Arbeitgeber am Ort aus. Die aufkommende touristische Entwicklung seines Heimatortes gerade in den Nachkriegsjahrzehnten begründete ihren Erfolg auch im Engagement, in der Umtriebigkeit, in der Redseligkeit von Personen wie Franz Schlechter, der die Gäste in vollen Sälen zu jeder Gelegenheit bestens zu unterhalten verstand. Dies wurde auch in einem sympathischen Film aus jener Zeit deutlich, der anlässlich der Verleihung dieses Ehrenzeichens den Gästen präsentiert wurde. Dies wurde aber auch deutlich, als Schlechter nach Übergabe und Film eben ans Mikrofon trat und mit bekannter Lebendigkeit erklärte, worauf es ihm stets angekommen war und noch immer ankommt: »Die Leut‘ müssen sich zusammensetzen und miteinander reden«, anstelle sich hintenherum gegenseitig schlecht zu machen. Ein Appell war ihm besonders wichtig: »Zusammenhelfen – zusammenhelfen – zusammenhelfen!«. Dies sei früher für viele eine Selbstverständlichkeit gewesen. Heute stünde oftmals zuerst eine zentrale Frage im Raum, bevor jemand sich überhaupt engagiere. Nämlich: »Was bekomme ich hinterher eigentlich dafür?« ost

Anzeige

- Anzeige -