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Franz Parzinger wird heute 80 Jahre alt

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Einer seiner Lieblingsplätze ist der Stammtisch im Seebadrestaurant in Tettenhausen: Franz Parzinger feiert heute seinen 80. Geburtstag. (Foto: Eder)

Waging am See – Sein Name war über zwei Jahrzehnte hinweg engstens mit dem Waginger Krankenhaus verbunden, und in seiner Ära wurde das Waginger Seniorenheim begründet. Die Rede ist von Franz Parzinger aus Tettenhausen, der am heutigen Dienstag 80 Jahre alt wird. Er war von 1976 bis 1998 Verwaltungschef des Krankenhauses und dann auch Heimleiter des neuen Seniorenheims. Gefeiert wird heute im Seebadrestaurant Tettenhausen, das von seiner Tochter Gerlinde und deren Ehemann Rudi Kupka betrieben wird. In der Gaststätte sieht er nach wie vor jeden Tag nach dem Rechten und hat sich so beim Personal den Ehrennamen »Opa« eingehandelt.


Geboren ist Parzinger am 5.   April 1936 in Bromberg, wo seine Eltern eine Landwirtschaft und eine Gaststätte betrieben haben. Er hätte eigentlich den elterlichen Betrieb übernehmen sollen, nach einem Unfall aber konnte er keine schweren körperlichen Arbeiten mehr verrichten und sattelte um auf Verwaltungstätigkeit: zunächst bei der Firma Brückner in Tittmoning, dann elf Jahre lang als Geschäftsleiter der Gemeinde Petting und schließlich ab 1976 als Verwaltungsleiter im Waginger Krankenhaus. Schon 1965 hatte er sich zusammen mit seiner aus Tettenhausen stammenden Ehefrau Ida, mit der er drei Kinder hat, ein Haus gebaut – auf der Hofstelle des ehemaligen »Binderhauses«.

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Es waren entscheidende Jahre, die Parzinger damals in Waging zu bewältigen hatte – weitgehend allein, nur von einer weiteren Verwaltungskraft unterstützt. Die Schließung des Krankenhauses stand schon in den 70er Jahren als drohendes Szenario im Raum, das Schicksal benachbarter Häuser wie Laufen, Tittmoning oder Palling vor Augen. Doch die Entwicklung ging auch nicht an der Waginger Einrichtung vorbei. Die Bilanzsumme war innerhalb von 20 Jahren von 1,1 auf 15 Millionen Mark gestiegen. Nach dem Ausscheiden der Ordensschwestern und dem Bau des Seniorenheims nahm die Belegschaft von 27 auf 90 Mitarbeiter zu – auf Vollzeitstellen gerechnet.

Im Rückblick hebt Parzinger das gute Betriebsklima in Krankenhaus und Altenheim hervor: »Wir waren echt ein Team«, Streit habe es kaum je gegeben, und auch die Fluktuation beim Personal sei sehr gering gewesen. So lief der Betrieb in Waging in geordneten, wenn auch immer komplexeren Bahnen ab, ehe dann der Zweckverband, dem neben Waging vier weitere Waginger-See-Gemeinden angehörten, aufgelöst wurde und sich für Parzinger damit 1998 ein regulärer Übergang ins Rentnerdasein eröffnete, und das schon mit 60 Jahren. Damit zog er auch einen wirklichen Schlussstrich unter sein berufliches Dasein: »Da schmatz' ich denen nicht mehr drein«, war seine Devise seinen Nachfolgern gegenüber.

Noch immer viel beschäftigt

Dass der Umstieg aufs Rentnerdasein für ihn kein Problem war, glaubt man gern – hat er doch Beschäftigungen genug. Da ist zum einen die Wirtschaft, in die er praktisch täglich kommt und hier erledigt, was zu erledigen ist. Und er darf natürlich auch seine Kartler-Runden in der Gaststätte nicht versäumen – so wie etwa jeden Freitag um 16 Uhr. Auch geht der passionierte Jäger nach wie vor gern in den Wald und schaut auch dort nach dem Rechten: »Im Wald bin ich daheim«, meint er dazu. Und seit einigen Jahren, da seine Frau mit erheblichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat, ist er auch zu Hause mehr oder weniger rund um die Uhr gefordert.

Aktiv war Parzinger schon immer. So beschränkte er sich nicht auf seine Verwaltungstätigkeiten in Petting und Waging, sondern mischte auch selber im Gemeindeleben mit. Von 1984 bis 2002 war er in Waging Gemeinderat – das war möglich, weil seinerzeit das Krankenhaus keine gemeindliche Einrichtung, sondern ein Zweckverband war. Zudem war er jahrelang Vorsitzender sowohl des damaligen Fremdenverkehrsvereins Tettenhausen wie auch des dortigen Eisstockclubs gewesen. he