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Frank Weiß bleibt LBV-Kreisvorsitzender

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Grabenstätt – Die Kreisgruppe Traunstein im Landesbund für Vogelschutz (LBV) bestätigte in ihrer Jahreshauptversammlung im Gasthaus Kraimoos den kompletten Vorstand: Erster Vorsitzender bleibt Frank Weiß, seine Stellvertreterin Barbara Pichlmaier, Schriftführerin Barbara Weiß und Schatzmeister Jürgen Sandner. Eine Jugendbeauftragte konnte in der Versammlung nicht gefunden werden.


Vorsitzender Frank Weiß gab zunächst einen Überblick über das letzte Jahr. Diverse Flächen, eigene und fremde, wurden gepflegt, auf einem Gelände bei Surberg wurde eine Amphibienmulde angelegt, das Gelände am Aussichtsturm Hagenau ausgeschnitten, um wieder freien Blick auf den Chiemsee zu haben. In Paulöd bei Inzell kaufte der LBV eine Fläche mit einem Fischteich, der renaturiert werden soll. Der Pächter des Teiches, dem gekündigt wurde, erhob allerdings dagegen Klage, weshalb das Projekt erst im Sommer 2018 beginnen könne. Auf dem Chiemsee wurde von der Gruppe ein Brutfloß ausgebracht, auf dem die Flussseeschwalbe brüten kann, deren Brutstätten auf Kiesbänken zunehmend vernichtet wurden. Außerdem erreicht man, dass die Kontrolle der Bojen für die Ölsperre im Achendelta nicht wie früher per Hubschrauber erfolgt, sondern mit leisen Drohnen.

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Ein Wunschprojekt des LBV wurde bei einer Begehung der Tiroler Achen besprochen. Im Mündungsbereich sollte der Damm möglichst etwas zurückgenommen werden, um dem Wasser mehr Raum zu bieten, damit bei Hochwasser auch die Auwälder wieder geflutet und mit Wasser versorgt werden, so Weiß. Heuer will sich der Verband zudem an der Demonstration zum Erhalt der Salzach als frei fließenden Fluss beteiligen und sich stark machen für ein Verbot der Verlängerung von Glyphosat und für eine generelle Reduzierung von Pestiziden und Herbiziden.

Walter Gründl berichtete von den Aktionen im Umweltgarten Wiesmühl. 2015 verzeichnete man dort 3060 Besucher, darunter 2377 Kinder und Jugendliche. Dies bedeutet eine Steigerung der Gästezahl im Vergleich zum Vorjahr um 783 Personen. 164 Veranstaltungen wurden im Laufe des Jahres durchgeführt, unter anderem mit der Kindergruppe »die Umweltforscher«. Heuer kommt ein neues Areal zum Gelände des Umweltgartens hinzu, auf dem eine Blühfläche für Bienen und andere Insekten geschaffen werden soll. Tag der offenen Tür in Wiesmühl ist am 29. Mai.

Über den Naturpavillon Übersee berichtete Martina Mitterer. Sie zählte rund 90 Veranstaltungen im letzten Jahr. Besonders beliebt seien die Familientage mit wechselnden Themen, von denen 2015 insgesamt 22 unter großer Beteiligung stattfanden. Eine Neugestaltung gab es für das Heilpflanzenbeet und den Bauerngarten. Dieses Jahr steht die Feier zum 30-jährigen Bestehen des Naturpavillons am 16. Juli an.

Die Naturschutzjugend »NaJu« im Landkreis wird von Kathi Stöckl geleitet, die sich mehr Jugendgruppen in den einzelnen Orten wünscht. »Wir sind die Jugendorganisation des LBV für Kinder und Jugendliche von null bis 27 Jahre, die sich für Umwelt und praktischen Naturschutz einsetzt«, betonte sie. Betreuer für eventuelle Jugendgruppen würden entsprechend ausgebildet.

Sabine Pröls, Geschäftsstellenleiterin des LBV Inn-Salzach, gab ebenfalls einen kurzen Einblick in ihr Arbeitsgebiet und stellte einige Projekte in den von ihr betreuten Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Altötting vor. Dazu zählt auch die ornithologische Kartierung entlang der Tiroler Achen, die vom LBV erstellt wurde und 93 verschiedene Arten aufzeichnete. »Ornithologisch gesehen ist die Ache ein wichtiger Fluss, in dem sich viel tut«, lautet ihr Resümee.

Auch Ehrungen für langjährige Treue zur Gruppe gab es. Urkunden für zehn Jahre erhielten Jürgen Herles und Gerhard Litzinger, für 20 Jahre Familie Schikora, Familie Rumswinkel, Familie Schachner und Barbara Pichlmaier. 30 Jahre Mitglied ist Jörg Holzapfel, 40 Jahre ist Familie Lechner dabei. mix