Fragen und Anregungen in der Bürgerversammlung

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Die Wanderparkplätze sind gut frequentiert, und bei der Bürgerversammlung kam die Frage auf, warum die Gemeinde keine Parkgebühren erhebt.

Marquartstein – Die Bürger machten bei der Online-Bürgerversammlung der Gemeinde Marquartstein regen Gebrauch von der Möglichkeit, Fragen einzureichen.


So wollte Irmi Maier wissen, warum die Gemeinde für die Wanderparkplätze Hochgern und Hochplatte nichts kassiere. Ein paar Euro, wie in Schleching oder am Tourenparkplatz Seegatterl, zahle doch jede gerne für einen ordentlichen und im Winter geräumten Parkplatz. Bevor man Verwahrentgelt zahle, könnte man hier schon in einige Parkuhren investieren, so Maier. Sie bezog sich auf die Haushaltsberatung der Gemeinde, in der erläutert worden sei, dass für die Rücklagen der Gemeinde eine mittlere fünfstellige Summe Verwahrentgelt (Negativzinsen) anfallen könnte.

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Bürgermeister Andreas Scheck bezeichnete die Frage als eine gute Anregung. Man sei schon mit Kollegen, die in diesem Bereich Erfahrungen haben, in Kontakt. Wenn nur punktuell Parkgebühren erhoben würden, wichen die Besucher auf kostenfreie Bereiche aus, gab der Bürgermeister zu bedenken. Dieses Jahr solle noch geschaut werden, wie man bei den Gebühren mit den Einheimischen umgehe. Bei der Bezahlung sei auch eine digitale Möglichkeit über das Handy angedacht, so Scheck anschließend.

Pläne für »grüne Variante« der B 307?

Wie es mit dem Planungsstand zum Ausbau der Bundesstraße 307 ausschaut, wollte Thomas Fembacher erfahren. Es ging ihm dabei insbesondere um die Information, ob es bereits detaillierte Planänderungen an der »grünen Variante« gebe und ob der begleitende Radweg umgesetzt werden solle. Die Gemeinde Marquartstein habe damals die »grüne Variante« auch nicht befürwortet, sagte Scheck. Die momentanen Entwürfe sehen eine Trassenführung mehr am Bestand vor. Die S-Kurve im Waldbereich und die Unstetigkeitsstelle bei Raiten sollten wegfallen. Der begleitende Radweg solle kommen, so Scheck.

In seinem Schreiben brachte Thomas Kraus-Böhne zum Ausdruck, dass der Radverkehrzubringer auf der ehemaligen Bahnlinie asphaltiert werden müsse, da sonst die Rennradfahrer auf der Bundesstraße weiterfahren würden. Zusätzlich könnte der Radweg im Winter auch normal geräumt werden und in den schlechten Wetterzeiten matsch- und schmutzfrei sein. Scheck meinte, er sehe das nicht als erforderlich an. Und die Rennradfahrer würden ohnehin meist nicht auf den Radwegen fahren, so der Bürgermeister.

Die drei Bereiche Ortszentrum, Streunthaler Hof und Entwicklung »Am Sport« mit dem MARO-Wohnprojekt führte Birgit Buttinger in ihrer Eingabe an. Im Grunde wollte sie jeweils Informationen über den Stand der Planungen und das weitere Vorgehen bekommen. Zur Planung des Ortszentrums führte Scheck aus, dass die überarbeiteten Beiträge zweier teilnehmender Büros eingegangen seien. Am 10. Mai werde die Jury die Vorschläge beraten und einen Vorschlag festlegen. Dieser solle dann die Basis für die Aufstellung eines Bebauungsplanes werden, so Scheck. Zur Außengestaltung der Fassaden der Gebäude sollten parallel Vorschläge ausgearbeitet werden. Weiter sagte Scheck, dass der Gemeinde ein »Bürgerhaus« für die Dorfgemeinschaft ein großes Anliegen sei und sich der Gemeinderat dafür ausgesprochen habe, ein Haus für die Bürger zu bauen. Hier stehe nun die Erstellung eines Raumprogrammes an.

Streuntahler Hof weiter im Besitz der Gemeinde

Der Streuntahler Hof befinde sich weiter im Besitz der Gemeinde, sagte Scheck. Der Gemeinderat halte nach wie vor an einer touristischen Nutzung fest und habe einen Fachmakler für Hotel- und Gastro-Immobilien mit der Vermittlung beauftragt. Trotz der Corona-Probleme habe es Gespräche mit Interessenten gegeben und derzeit würden mehrere Interessenten Konzeptvorschläge ausarbeiten, um sie der Gemeinde vorstellen zu können, führte Scheck aus.

Beim Thema »Am Sportplatz« holte Scheck etwas weiter aus. Im November 2020 habe mangels einer vertraglichen Übereinkunft mit einer privaten Grundstückseigentümerin der Gemeinderat beschlossen, das Bauleitverfahren »Brandäcker II« und »MARO Wohnprojekt« einzustellen. Er habe Verständnis dafür, dass Grundstückseigentümer die Flächen nicht unter Wert abgeben wollen, meinte Scheck. Es seien bis jetzt immer faire Angebote seitens der Gemeinde an die Eigentümer gemacht worden. Doch habe das für die Gemeinde auch Grenzen, sagte Scheck. Wenn landwirtschaftliche Flächen durch die Überplanung im Entwicklungsbereich eine 100-fache Wertsteigerung erfahren würden, könne es nicht sein, dass das zu 100 Prozent ausschließlich an den Eigentümer gehe. Es müsse auch die Allgemeinheit einen Nutzen davon haben, fügte der Bürgermeister hinzu.

Die Gemeinde und die MARO-Genossenschaft würden an dem dringend notwendigen und gemeinwohlorientierten Projekt festhalten, so der Bürgermeister. Zuvor hatte Scheck die Zahlen der gemeinsam durchgeführten Erhebung der oberen Achental-Gemeinden gezeigt, die einen deutlichen zunehmenden Bedarf an Pflegemöglichkeiten in Marquartstein aufwiesen. Eine angepasste Bauleitplanung auf der Basis des Planungsworkshops 2020 solle sich nun auf die gemeindlichen Flächen in diesen Bereich beschränken. Im Bau- und Umweltausschuss würde bereits daran gearbeitet und demnächst öffentlich vorgestellt und beraten werden.

Wie die weiteren Schritte zur Errichtung des Biomasseheizwerkes aussehen, interessierte Matthias Aigner. Nach einigen Diskussionen erscheine für das zentrale Heizwerk der Standort südlich vom Fußballplatz als am besten geeignet, meinte Scheck. Auch wenn die Querung der Tiroler Achen ein komplexes Thema sei. Erste Planungsaufträge seien vergeben und Ziel sei es, dass im Herbst 2022 der Betrieb aufgenommen werde.

Ob für die Ortsdurchfahrt durch Marquartstein und die alte Kreisstraße durch Freiweidach zukünftig zur Geschwindigkeitsbeschränkung und Lärmvermeidung eine 30er Zone geplant sei, wollte die Familie Hans-Jürgen Brandl wissen. Das Thema sei schon angedacht worden, sagte der Bürgermeister. Doch sei die Aussage der Verkehrsbehörden, dass Schilder nur kommen sollten, wo sie benötigt würden. Im ersteren angesprochenen Bereich werde das nicht gesehen, weil durch die örtlichen Begebenheiten ohnehin nicht schneller gefahren werden könne. Darum sehe er für den Bereich Freiweidach wohl auch keine Erfolgschancen.

MP


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