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Fohlenmarkt: Die Preise sind im Keller

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Traunstein. Noch über eine Stunde nach der Haflinger- und Kaltblutfohlenauktion, die vom Pferdezuchtverband Oberbayern gestern in der Chiemgauhalle organisiert wurde, standen zahlreiche Pferdebesitzer und Interessierte zusammen. Sie fachsimpelten über die Auktion, die Qualität und die Preise – und das Fazit fiel bei allen beinahe gleich aus: »Interessant war's scho«, sagte der eine. »Aber die Preise«, fügte ein anderer hinzu und schüttelte dabei den Kopf. »Der eine hat da sein Fohlen doch wieder lieber mitgenommen.«


Nicht alle Fohlen wurden gestern verkauft

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An die 40 Haflinger- und Kaltblutfohlen standen zum Verkauf. Das Interesse an der Veranstaltung war groß – trotz des Dauerregens tummelten sich viele Besucher in der Halle und auch im Freien. Denn die Rosserer ließen es sich nicht nehmen und präsentierten ihre Fohlen im Freilauf. Eine Richterkommission bewertete die Fohlen und zeichnete die besten mit einer Rosette aus.

Danach begann die gut eineinhalbstündige Versteigerung, mit der am Ende keiner so recht zufrieden sein konnte – bis auf zwei glückliche Besucherinnen. Sie mussten gar nichts zahlen, verließen die Halle aber dennoch als stolze Pferdebesitzer: Cornelia Rehrl aus Teisendorf gewann bei der Tombola ein Haflinger-Stutfohlen und Alexandra Lahner aus Chieming ein Kaltblut-Stutfohlen.

»Der Markt ist mäßig bis schlecht«, sagte Herbert Bischof, Vorsitzender der Kaltblutgenossenschaft Traunstein. »Das war nicht zufriedenstellend.« Und deshalb wurden auch längst nicht alle Fohlen verkauft. »Einige haben gar kein Angebot bekommen«, sagte Bischof. »Der Markt ist einfach übersättigt.« Den besten Erlös erzielte das Kaltblutfohlen von Georg Waldhutter aus Ainring, es wechselte für 1160 Euro den Besitzer. Immerhin noch 800 Euro bekam Sebastian Knittler aus Waging.

Auch insgesamt gehe die Pferdezucht momentan einfach nicht so gut. »Das Geld wird rar«, sagte Bischof. »Jeder überlegt, ob er Geld ausgibt.« Und die Zucht werde teurer, zuckte Bischof mit den Schultern. Daher rentiere es sich für viele nicht mehr, zu züchten. »Früher war das eher noch ein Geschäft«, so Bischof.

»Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen«

Die Bilanz seines Kollegen Bernhard Dirscherl, Vorsitzender der Haflingerzuchtvereinigung Chiemgau, fiel etwas positiver aus. »Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen«, sagte er. »Bei uns ist alles weggegangen.« Allerdings, schob Dirscherl nach, »das Preisniveau ist etwas niedrig.« Das teuerste Haflingerfohlen, das von Hubert Scharnagl aus Palling verkauft wurde, brachte gerade einmal 520 Euro ein.

Die Zeiten waren auch schon einmal besser. An der Qualität liegt es jedenfalls nicht, betonte Dirscherl: »Die Zucht ist von der Qualität her hier herunten an der Spitze.« Das beweise beispielsweise auch das gute Abschneiden beim Oberbayerischen Haflinger- und Edelbluthaflinger Fohlenchampionat vor einigen Wochen (wir berichteten).

Trotz der schlechten Preise waren sich Herbert Bischof und Bernhard Dirscherl einig: »Wir halten an der Veranstaltung auch nächstes Jahr wieder fest.« Und Dirscherl schob nach: »In zwei bis drei Jahren werden sich die Preise schon wieder einpendeln. Wir hoffen es wenigstens.« SB