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Förster und Waldbesitzer für Naturverjüngung

Petting. Im Grottenholz bei Schönram trafen sich mehr als 30 Waldbesitzer zu einer Fortbildungsveranstaltung zum Thema »Möglichkeiten und Grenzen der Naturverjüngung«. Dabei konnten die Teilnehmer auf ganzer Fläche knie- bis mannshohe Buchen- und Tannenverjüngung bestaunen.

Der Wald verjüngt sich im Überfluss. Forstleute zählten im Grottenholz bei Schönram die Baumsämlinge auf einem Quadratmeter Waldboden.

Christine Zahnbrecher berichtete über aktuelle Belange der Waldbesitzervereinigung Laufen-Berchtesgaden. Aufgrund der anhaltend guten Holzpreise, von bis zu 98 Euro pro Festmeter ohne Mehrwertsteuer ermutigte sie die Waldbauern, nach der Maisernte ins Holz zu gehen und geplante Holzernte- bzw. -pflegemaßnahmen vorzunehmen.

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Die Führung im Wald übernahm Revierförster Stefan Köcher, der die Gruppe an eine sehenswerte Naturverjüngungsfläche führte. Dort erläuterte er die waldbaulichen Grundsätze bzw. die Voraussetzungen für das Gelingen einer Naturverjüngung. Dazu gehören unter anderem Schattenbaumarten wie Buche und Tanne als sogenannte Samenbäume und angepasste Wildbestände, damit die aufkommenden Sämlinge nicht verbissen werden.

Ebenso wichtig ist die sinnvolle Erschließung der Waldflächen, damit durch die Ernte keine unnötigen Schäden an der Naturverjüngung verursacht werden. Auch ein intakter Waldrand trägt durch den Faktor Seitenlicht zum Gelingen der Verjüngung und zur Eindämmung des Unkrauts bei.

An einem dichten Fichten-, Buchenaltbestand mit einzeln beigemischten Eichen und Tannen beschrieb der forstliche Berater der Waldbesitzervereinigung, Anton Resch, das technische Vorgehen beim Beginn der Naturverjüngung. Welches Potenzial an Jungbäumen die Naturverjüngung hervorbringt, verdeutlichte der Forstmann Daniel Seifarth, indem er den Waldbauern innerhalb einer abgesteckten einen Quadratmeter großen Fläche vorführte, wie viele unterschiedliche Sämlinge von Tannen, Buchen, Eichen, Fichten und Birken auf engsten Raum zu finden sind. Wenn man diese Zahl auf ein Hektar hochrechnet, wären es etwa 60 000 Stück pro Hektar. Dieser Überschuss, den die Natur kostenlos zur Verfügung stellt, wird noch deutlicher, wenn man bedenkt, dass bei einer Anpflanzung mit Fichte oder Tanne nur etwa 2500 bis 3000 Pflanzen benötigt werden.

In der Schlussbesprechung brachte es Förster Stefan Köcher auf den Punkt: »Die Naturverjüngung ist die beste, billigste und zukunftssicherste Form der Waldverjüngung.« Die Voraussetzungen dafür müsse man aber selber schaffen.