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Flutopferhilfe des Chiemgaus läuft an

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Über 100 000 Häuser auf dem Balkan sind nach der großen Flut unbewohnbar geworden. Viele Familien haben alles verloren – Nutztiere, Möbel, Kleidung und Nahrung.

Angesichts der auf dem Balkan noch nie dagewesenen Flutkatastrophe rufen kirchliche Gruppen wie Landjugend, Pfadfinder, Burschenvereine, KJG, CAJ, KAB, Kolpingfamilie, Landvolk, Frauengemeinschaft- und Frauenbund, Pfarr-Caritasvereine sowie Pfarrgemeinderäte aus 90 Pfarreien zwischen Inn und Salzach zur Hilfeleistung auf. Am Samstag besteht in 20 Ortschaften die Möglichkeit zur Sachspendenabgabe. Mit den erhofften Geldspenden sollen mindestens zehn Hilfstransporte nach Bosnien, Kroatien und den serbischen Teil des Kosovo organisiert werden.


Bereits in der vergangenen Woche sind die ersten beiden Hilfstransporte in Schupanje im kroatischen Ostslawonien mit dringend benötigten Lebensmitteln als Soforthilfe angekommen. Heftig schildert der Caritasdirektor von Sarajevo, Pfarrer Mirko Schimic die Situation: »Nach zehn Tagen ununterbrochenem Regen ist jeder vierte Einwohner Bosniens von der Flut unmittelbar oder mittelbar betroffen, also etwa eine Million Menschen. Die Zerstörung ist vielfach mit der eines Krieges vergleichbar, so gab es alleine 2000 Erdrutsche und über 100 000 Häuser sind unbewohnbar geworden.

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Die Familien haben oft alles verloren, ihre Nutztiere, die Möbel, höchstpersönliche Dinge, Kleidung und Nahrung. Es ist, als ob sie obdachlos verarmt neu einziehen müssten. Derzeit sind aber viele in Notunterkünften untergebracht. Es drohen Krankheiten und Seuchen. Nicht wenige sind von der Außenwelt abgeschnitten. Der Strom wird mindestens noch eine Woche in weiten Landstrichen fehlen.

Der Bedarf an Nahrungsmitteln, Medikamenten, Hygieneartikeln, Bekleidung, Decken und Schlafsäcken ist groß. Deshalb wurden für Samstag spontane Sammelstellen für diese wichtigen Dinge eingerichtet (siehe Kasten). Die Organisatoren sind froh, dass das Netzwerk der Nächstenliebe auch diesmal schnell und unbürokratisch greift, alle ohne zögern ihre Unterstützung zugesagt haben und die ersten Transporte bereits direkt ankommen sind. Die Verteilung erfolgt in Bosnien über die Caritaszentralen in Sarajevo und Banja Luka dezentral über die Pfarreien im ganzen Land an den Brennpunkten. Seit vielen Jahren arbeitet »Junge Leute helfen« mit ihnen bereits humanitär zusammen. Auch die Caritas im Kosovo bittet um Hilfe für die serbische Enklave Mitrovica, wo man völkerübergreifend den Menschen in Not beistehen möchte. Es sind deshalb mindestens zehn Sattelzüge mit 150 000 Kilogramm Lebensmitteln und Hygieneartikeln geplant. Die dringend nötigen Spenden können auf das Konto des Pfarramts Obing mit der Kontonummer 801 843 060 bei der Raiffeisenbank Chiemgau Nord (BLZ 701 691 65) unter dem Kennwort »Flutopfer des Balkans« eingezahlt werden. Bei Angabe der Adresse werden gerne Spendenquittungen ausgestellt. An den Sammelorten hoffen Spendenschweinchen auf einen Beiträge zu den Transportkosten. Weitere Auskünfte erteilen alle Pfarrämter sowie die Ortsverantwortlichen der einzelnen Gemeinden.