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Flut in Lamprechtshöhle – 27 sitzen fest

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LOFER - In der Lamprechtshöhle (Lamprechtsofen) nahe St. Martin bei Lofer (Pinzgau) sitzen 27 Besucher fest. Durch den Starkregen eingedrungenes Wasser versperrt ihnen im Vorderteil (Schauhöhle) den Rückweg. Höhlenretter aus Österreich und Bayern sind im Einatz, darunter auch Peter Hogger und seine Freilassinger Höhlenrettungsgruppe der Bergwacht-Region Chiemgau.

Teile des Zugangsstollens sind von Wasser überflutet, das durch den Starkregen seit Mittwochfrüh in das Höhlensystem gedrungen ist. Man habe mit den eingeschlossenen Personen Sprechkontakt, alle seien wohlauf, betont Gernot Salzmann, Einsatzleiter der Salzburger Höhlenrettung. Nach Absinken des Wassers sollen die Besucher - vorwiegend Touristen aus dem Ausland - gerettet werden. Seinen Angaben zufolge stehen die Zeichen schon auf Entwarnung. Denn das Wetter entspannte sich inzwischen und das Wasser ging bereits leicht zurück, sagte er gegen 13 Uhr. Sobald es möglich ist, werden erste Helfer in die Höhle vordringen, um die eingeschlossenen Besucher zu versorgen und zu betreuen. Man werde diese aber nicht durch das Wasser heraustauchen sondern zuwarten, bis der Ausgang wieder zu Fuß passiert werden kann. Salzmann rechnet, damit dass die Höhlen-Besucher bereits in den nächsten Stunden geborgen und in Sicherheit gebracht werden können. Auch seitens der Bezirkshauptmannschaft Zell am See gab es bereits Entwarnung: "Die Situation ist nicht bedrohlich, es wurde bereits ein gut beheizter Raum vorbereitet, in dem sich die Höhlenbesucher aufwärmen können, sobald ein sicheres Verlassen der Höhle möglich ist", erklärte Katastrophenschutzreferent Hannes Schernthaner. In der Höhle ist ein Notfallpaket mit Decken, Trinkwasser, etwas Proviant und Taschenlampen vorhanden.

Es bestehe nach dem Stand der Informationen keinerlei Grund zur Panik, sagt auch ein Spezialist vom Bayerischen Roten Kreuz und der Bergwacht im angrenzenden Berchtesgadener Land. Dessen Höhlenretter wurden ebenso zur Lamprechtshöhle gerufen wie Salzburger Höhlenretter. Auch Feuerwehrleute aus Gemeinden des Salzburger Mitterpinzgaues sind beim Höhleneingang in Bereitschaft. Die Einsatzkräfte bemühen sich nun, die eingeschlossenen Besucher der Lamprechtshöhle möglichst rasch wieder ans Tageslicht zu holen.

Ersten 700 Meter gut ausgebaut
Der Einsatz betrifft „nur“ die ersten 700 Meter ab dem Höhleneingang im Berg. Die Lamprechtshöhle ist insgesamt 38 Kilometer lang, aber in den anderen Bereichen für Publikum gesperrt. Der Weg in die Schauhöhle ist technisch bestens ausgebaut und auch für Leute leicht begehbar, die nicht schwindelfrei sind oder andere Probleme dieser Art haben. Im Kernbereich der Schauhöhle seien die Bedingungen auch für größere Gruppen von Besuchern sicher, heißt es. Das Wasser habe nur einen Teil des Rückweges überflutet. In früheren Jahren oder Jahrzehnten gab es immer wieder ähnliche Einsätze.

Vierttiefste Höhle der Erde
Die Lamprechtshöhle ist mit bisher erforschten 38 Kilometern Länge - unter den Gipfeln, Graten, Hochkaren und Plateaus der Leoganger und Loferer Steinberge - eine der längsten Höhlen Österreichs und der Erde.

Der Höhenunterschied vom Eingang im Saalachtal bis in die bisher erforschten, höchsten und weitesten Bereiche beträgt 1.632 Meter. Damit ist die Lamprechtshöhle bisher die vierttiefste Höhle der Erde und die tiefste Österreichs. Diese Angaben betreffen jedoch NICHT den Bereich, der von Touristen bzw. Besuchern begangen werden kann.

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