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Flüchtlingshilfe prägt die Jahresbilanz der Malteser

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Josef Sailer (links) wurde bei der Jahresabschlussfeier der Malteser zum stellvertretenden Leiter Notfallvorsorge berufen. Die Urkunde überreichte der Kreisbeauftragte der Malteser, Max Rauecker. Sailer leitete als Gruppenführer der Schnell-Einsatz-Gruppe Betreuung viele Einsätze der Flüchtlingshilfe. (Foto: Volk)

Traunstein – Die Berufung ehrenamtlicher Helfer und ein Rückblick auf die Aktivitäten der Kreisgliederung Traunstein standen im Mittelpunkt der Jahresabschlussfeier des Malteser Hilfsdiensts.


Kreisbeauftragter Max Rauecker berief Josef Sailer zum stellvertretenden Leiter Notfallvorsorge und übergab ihm die Berufungsurkunde. Margit Eickhoff wurde zur ehrenamtlichen Leiterin Migration-Asyl berufen. Sie ist Initiatorin für Aktionen in Zusammenhang mit Asylbewerbern wie dem Schwimmkurs im September.

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Die Helfergrundausbildung haben Tanja Raffel, Heinz Städler, Hildegard Schürer, Christine Wendl, Reiner Block, Dieter Wiedemann, Paul Thullner, Maria und Eva Krüger, Frank Sobkowiak, Sonja Humm und Sascha Meier bestanden. Rauecker überreichte die Ernennungsurkunden. Die Ausbildung zum Gruppenleiter-Assistenten in der Malteser Jugend erfolgreich absolviert haben Verena Posch und Jeremias Abel. Die Berufungsurkunden überreichte Michael Winklmaier, Leiter der Malteser Jugend.

Betten in Turnhallen für Flüchtlinge aufgebaut

Rauecker blickte auf das einsatzreiche Jahr 2015 zurück. Stark geprägt waren die letzten zwölf Monate von den Hilfen für Flüchtlinge. Die Malteser, die in den Notfallplan des Landkreises Traunstein eingebunden sind, bauten etwa Ende Juli in den Turnhallen in Chieming und Traunreut Betten für Flüchtlinge auf. Auch die Essenausgabe erledigten die Malteser, bis Ehrenamtliche dies übernahmen, ebenso Fahrten zu ärztlichen Untersuchungen. Zuletzt wurde der ehemalige Bauhof der Stadt Traunreut für 150 Flüchtlinge hergerichtet.

Rauecker würdigte die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten, mit den Behörden ebenso wie mit anderen Hilfsorganisationen und der Polizei. Vorbildlich sei das Zusammenwirken von haupt- und ehrenamtlichen Diensten der Malteser. Eine besondere Aufgabe ist die Begleitung von Sonderzügen mit Flüchtlingen, die von Passau oder Freilassing ins Bundesgebiet fahren. Die Traunsteiner Malteser stellten schon mehrmals die Betreuer.

Mehr als 700 Lebensmittelpakete

Mit der Aktion »Glücksbringer« werden bedürftige Familien sowie Kinder- und Altenheime in Bulgarien und Serbien mit Lebensmittelpaketen und Geschenken für die Kinder versorgt. Heuer wurden wieder mehr als 700 Lebensmittelpakete gespendet. Der erste Hilfstransport startete in der Woche vor Weihnachten, der zweite startet am Neujahrstag.

Die Rumänienhilfe für bedürftige Menschen in Baraolt und das »Laura-Haus« – einer Behindertentagesstätte und -werkstatt – wurde intensiviert. Drei Hilfstransporte gab es während des Jahres. Auch ein ausgemustertes, voll ausgerüstetes und bestens erhaltenes Löschfahrzeug der Feuerwehr Pietling ging als Spende an die Feuerwehr Baraolt.

Die Malteser sind langjährige Partner der »Brotherhood of blessed Gerard«, dem Malteser Hilfsdienst in Südafrika, der dort AIDS-Kranken hilft und ein Hospiz, eine Sozialstation, ein Kinderheim und weitere karitative Einrichtungen betreibt. Die Traunsteiner Gliederung unterstützt die südafrikanischen Malteser vor allem finanziell aus dem Erlös verschiedener Aktionen, um die medikamentöse Versorgung von mehr als 1000 HIV-Infizierten zu ermöglichen.

Größter Sanitätseinsatz ist jährlich der Chiemsee Summer in Übersee. Mehr als 230 Sanitäter aus der Erzdiözese München und Freising stehen bereit, um zu helfen – wie beim letzten Festival 1717 Mal. Betreut wurden unter anderem der Chiemsee-Triathlon, das Traunsteiner Frühlingsfest sowie Sportveranstaltungen und Vereinsjubiläen. Besonders freute Rauecker der Sieg der Traunsteiner Teams beim Diözesan-Sanitätswettbewerb in Rosenheim. Für die Kreisgliederung siegten sowohl die Jugend- als auch die Erwachsenengruppe. Beide qualifizierten sich für den Bundeswettbewerb 2017 in Landshut.

Das Kriseninterventionsteam (KIT), das traumatisierte Menschen nach plötzlichem Tod eines Angehörigen betreut, wurde 110 Mal alarmiert und leistete rund 400 Betroffenen Beistand und »Erste Hilfe für die Seele.« Dabei wurden 1600 Einsatz- und mehr als 13 000 Stunden erbracht. Die Gruppe für Realistische Unfalldarstellung (RUD) stellte ihr Können bei vielen Übungen zur Verfügung, auch bei einem Notarztabschluss an der LMU München und einer Katastrophenschutzübung in Fürstenfeldbruck. Schon zum 12. Mal war sie beim Diözesan-Sanitätswettbewerb in Passau.

Besonders stolz ist Rauecker auf die engagierte Jugendarbeit. Mehr als 40 Buben und Mädchen zwischen sechs und 18 Jahren kommen zu den Kinder- und Jugendgruppen. Neben Erster-Hilfe-Ausbildung werden der Jugend die Hilfe für Mitmenschen, Zivilcourage und ein kameradschaftliches Miteinander näher gebracht. An fünf Schulen betreuen die Malteser den Schulsanitätsdienst.

Traunsteiner Malteser siegten bei »60 gute Taten«

Im Rahmen des Wettbewerbs »60 gute Taten«, der aus Anlass des 60. Jubiläums des Malteser Hilfsdiensts in der Erzdiözese München und Freising ausgelobt wurde, vergab die Jury den ersten Preis an die Traunsteiner Malteser Jugend für den Ausflug mit Flüchtlingen auf die Fraueninsel. Den Abschluss der Jugendarbeit bildete die Nikolaus-Aktion für Alleinlebende, Senioren und Behinderte.

»Bei allen Diensten und Einsätzen geht es darum, Nächstenliebe in die Tat umzusetzen – gemäß dem Malteser-Leitspruch 'Wahrung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen'«, betonte Rauecker. Dies sei auch das Motto der Malteser 2016: »Dein Angesicht will ich suchen, o Herr!« Rauecker lobte das Engagement der ehrenamtlichen Helfer, der hauptamtlichen Mitarbeiter, der Helfer im Freiwilligen Sozialen Jahr und im Bundesfreiwilligendienst. »Als Malteser sind wir aufgefordert, dort hinzugehen, wo Not ist!« Dies sei in vielfältiger Weise geschehen. Alle Herausforderungen seien professionell gemeistert worden. Besonders lobte Rauecker die Hilfe von Spendern, Sponsoren und 11 000 Fördermitgliedern im Landkreis. pv