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»Fluchtpunkt« nicht unumstritten

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Moritz Kecht (18) macht ein Freiwilliges Soziales Jahr im Jugendtreff. Ihm gefällt der Name »Fluchtpunkt« für das Jugendcafé. »Gemeint ist ein Rückzugsort für junge Leute«, erklärt er. »Die Entscheidung für diesen Namen war fast einstimmig.« (Foto: Reiter)

Traunstein – »Fluchtpunkt« soll das neue Jugendcafé (ehemals CappuVino) in Traunstein heißen.


Das hat eine Umfrage unter den Besuchern des Jugendtreffs ergeben. Der Hauptausschuss des Traunsteiner Stadtrats fand den Namen nicht ganz glücklich gewählt, stimmte aber zu.

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Zum Hintergrund: Die Besucher des Jugendtreffs hatten sich über einen Zeitraum von zwei Monaten mit Vorschlägen zur Namensfindung einbringen können. Anschließend fand eine Wahl statt. Die Mehrheit entschied sich dabei für die Bezeichnung »Fluchtpunkt«. Dieser Name beschreibt nach Ansicht der jungen Leute einen Ort, an dem sie einen sicheren Hafen in dieser doch sehr unübersichtlichen Welt finden – ein Ort, an dem man akzeptiert wird, egal wie man ist, egal woher man kommt.

Isabelle Thaler (CSU) wollte wissen, wie viele junge Leute sich an der Umfrage beteiligt haben. Dazu konnte Oberbürgermeister Christian Kegel nichts sagen.

Ernst Haider (UW) und Stefan Namberger (CSU) gefiel der Name nicht. »Ich persönlich finde, dass das Wort 'Fluchtpunkt' negativ belastet ist. Das ist von der Außenwirkung her nicht ganz glücklich«, sagte Haider. Dem stimmte Stefan Namberger zu und ergänzte: »Es hätte sicher bessere Namen gegeben.«

Oberbürgermeister Christian Kegel betonte, dass dies der Wunsch der jungen Leute sei. »Auch wenn wir Älteren das vielleicht anders sehen, sollten wir den jungen Leuten keinen Namen aufoktroyieren.«

Und auch dritte Bürgermeisterin Traudl Wiesholler-Niederlöhner (SPD) betonte, dass sie es sehr schwach fände, »wenn wir da schon wieder etwas reglementieren«. Auch die Entscheidung des Stadtrats, dass dort kein Alkohol ausgeschenkt werden darf, habe sie nicht verstanden. »Jetzt fangen wir auch noch beim Namen an. Die Jugendlichen haben sich 'Fluchtpunkt' gewünscht«, betonte sie. Da spiele es keine Rolle, ob ihr selbst der Name gefalle oder nicht. – Letztlich stimmte der Hauptausschuss aber mit 8 zu 1 Stimmen dem Namen »Fluchtpunkt« für die Räumlichkeiten des derzeitigen Jugendcafés zu. KR