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Fliegerische Höchstleistungen, die den Tourismus fördern

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Zu Ehrenmitgliedern wurden von DASSU-Vorstand Jörg Starter (v.l.) und Landrat Siegfried Walch im Rahmen der Feierstunde Rüdiger Ettelbrück, Hans Kick und Jakob Strobl ernannt. (Fotos: Flug)
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Im Rahmen des Jubiläums gab es für Landrat Siegfried Walch (vorne), der auch DASSU-Vorstand ist, eine kleine Überraschung. Zusammen mit Pilot Michael Ender bestieg er eine Hochleistungsmaschine für den Wettbewerbs-Kunstflug. Walch war sichtlich nervös vor dem Start und um so glücklicher, als die Maschine nach mehreren Loopings und Flugmanövern wieder heil am Boden landete.

Unterwössen. 60 Jahre ist die deutsche Alpen-Segelflugschule Unterwössen (DASSU) am Flugplatz jetzt geworden. Ein Phänomen, dem Bewunderer staunend gegenüberstehen. Als einer von ihnen erwies sich bei der Feier am Samstag im Verwaltungsgebäude am Flugplatz der Schirmherr des Jubiläums Ludwig Entfellner vor den geladenen Gästen.


Der Unterwössner Bürgermeister staunte über das »gute Gemüt, wenn jemand in ein Gebiet, das sich 'Windsee' nennt, aber tatsächlich ein Sumpf war, einen Flugplatz baut.« 60 Jahre DASSU schrieb Entfellner dem enormen Pioniergeist der Väter, immerwährender Improvisationskunst und Ingenieursleistungen der Extraklasse zu. Neben fliegerischen Höchstleistungen erwähnte er aber auch Geldnöte, persönliche Disharmonien, Druck und Auflagen seitens der Behörden.

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Entfellner beschrieb die DASSU als wichtigen Baustein der Gemeinde Unterwössen. Für sie gebe es in der Luft keine Ortseingangsschilder. Er und seine Bürgermeisterkollegen im Achental sähen das genauso. Die DASSU stehe aber auch für Bayern, für Männer und Frauen aus der Staatsregierung und aus großen Wirtschaftsunternehmen wie Siemens, die das Schicksal dieser Gemeinschaft im noch jungen Flugsport geleitet hätten.

Entfellner sagte dank allen Vorständen und Mitgliedern, den Flugleitern und -lehrern, aber auch dem Bodenpersonal und vielen ehrenamtlichen Helfern. Er dankte auch den Bürgern im Achental für ihr Verständnis für den Flugsport in der Region.

Dr. Volker Himmler sparte sich in seinem Grußwort für den Luftsportverband Bayern einen Blick auf die lange gemeinsame Geschichte mit der DASSU, da sie auch in einer Jubiläumsschrift für die Gäste nachzulesen war. Dass aber das Wirtschaftsministerium in der Geschichte Geld für den Luftsport gegeben habe, daran wolle er als Beispiel auch für die Zukunft noch einmal erinnern.

Landtagsabgeordnete Klaus Steiner erinnerte an den großen Einsatz aller, auch in Regierung und Verwaltung, den Flugsport zu unterstützen. Heute werde er bundesweit auf den Unterwössner Flugplatz angesprochen. »Da wird die Bedeutung der Flieger für den Tourismus in der Region offensichtlich«, so Steiner.

Auch wenn er heute als Landrat und Vorstand der DASSU am Pult stehe, machte Siegfried Walch doch erst einmal deutlich, dass die tägliche Arbeit in den Händen der Mitarbeiter um kaufmännischen Vorstand Jörg Stadter und den technischen Vorstand Thomas Ager liege. Walch, der an diesem Tag auch Platz in einer Hochleistungsmaschine für den Kunstflug nahm, sah zurück auf »60 Jahre Flugparadies Achental«. Er blickte von der Gründung am 15. April 1954 auf die heute zweitgrößte Segelflugschule und einzige Alpen-Flugschule der Bundesrepublik Deutschland. Die DASSU biete Arbeitsplätze, fördere den Tourismus im Chiemgau und bereichere das Freizeitangebot. Sie sei Heimat von drei angesiedelten Platzvereinen.

Walch ernannte anschließend Jakob Strobl, Hans Kick und Rüdiger Ettelbrück zu Ehrenmitgliedern. Der ehemalige Landrat Jakob Strobl war von 1991 bis 2005 Vorstand. Er hatte den Verein durch schwierige Zeiten und die Fluglärmaktionen geleitet. Hans Kick hatte als Geschäftsführer der DASSU GmbH von 1986 bis 2005 meist im Hintergrund gelenkt. Ihm schrieb Walch viele Einrichtungen am Flugplatz wie den Kiosk, die Schule und das Verwaltungsgebäude, die Elektrowinde und etliche Schulflugzeuge zu.

Für Rüdiger Ettelbrück stehe der Satz »geht nicht – gibt’s nicht!« Der technische Vorstand und geschäftsführende Vorstand von 2011 bis 2014 habe vor allem im technischen Bereich die Entwicklung vorangetrieben. Zu seinem Verdienst zählen unter anderem die Vier-Trommel-Elektrowinde, die Zulassung von Motorsegler für den Flugzeugschlepp, die Konstruktion und der Einbau von Flugzeugaufhängervorrichtungen in den Hallen. lukk