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Fischseuche IHN ausgebrochen

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Im Landkreis Traunstein ist offenbar in mehreren Fischteichen die Fischseuche IHN (Infektiöse Hämatopoetische Nekrose) ausgebrochen. Bei dieser Fischkrankheit handelt es sich um eine anzeigepflichtige Seuche. Landratsamt, Wasserwirtschaftsamt und Veterinäramt sind unterrichtet, welche Maßnahmen ergriffen werden, entscheidet sich nächste Woche.


Einige der betroffenen Weiher gehören zu einem Fischmastbetrieb im Gemeindegebiet Traunreut. Hier trieben offenbar schon seit Tagen an der Krankheit verendete Fische im Wasser; am Freitag konnte man sogar vom vorbeiführenden Rad- und Fußweg aus deutlich den Verwesungsgeruch wahrnehmen. Dieses unschöne Bild störte amtlicherseits zunächst offenbar niemanden. Sowohl beim Wasserwirtschaftsamt als auch bei der Abteilung Wasserrecht und Bodenschutz im Landratsamt hieß es dazu, das Veterinäramt sei verständigt, von wasserrechtlicher Seite her könne man nichts unternehmen. Auf Anfrage beim Veterinäramt gab es erst die Auskunft, der Inhaber habe zugesagt, die toten Fische »zeitnah« zu entfernen; damit war man zunächst zufrieden. Später hieß es dann, man habe nochmals Kontakt aufgenommen, die Fische würden nun möglichst unverzüglich geborgen.

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Die Fischereifachberatung des Bezirks Oberbayern erfuhr am Freitag erst durch den Anruf eines Fischers, dem die toten Forellen in dem Traunreuter Betrieb aufgefallen waren, von dem Seuchenausbruch. Sie nahm unverzüglich mit dem Betreiber der Anlage Kontakt auf, damit dieser sich darum kümmert, dass die toten Fische rasch eingesammelt werden.

Bestätigt wurde vom Veterinäramt, dass es sich um die Seuche IHN handelt. Dass die Krankheit in mehreren Betrieben ausgebrochen ist, dazu wollte Dieter Hümmer sich nicht äußern. Auch die Nachfrage, ob Sperrbezirke eingerichtet werden, blieb von ihm unbeantwortet. Das Landratsamt teilte später auf Anfrage mit, inzwischen sei eine Betriebssperre ausgesprochen worden, am Montag gebe es einen Termin mit dem Tiergesundheitsdienst, danach folgen die weiteren Maßnahmen.

Die IHN ist ebenso wie die VHS (Virale Hämorrhagische Septikämie) eine hochansteckende Fischkrankheit. Sie kann in einen Teich auf unterschiedlichen Wegen eingeschleppt werden. Zum Beispiel durch Besatz mit infizierten Fischen, aber auch durch Geräte wie Kescher oder Netze, die zuvor mit verseuchtem Wasser in Berührung kamen. Ebenso können Wasservögel die Viren einschleppen. Nach Informationen unserer Zeitung ist die Ursache für den Seuchenausbruch im Landkreis auf den Zukauf von Setzlingen zurückzuführen.

Für Menschen ist das Virus ungefährlich, IHN-infizierte Fische können bedenkenlos verzehrt werden. Aus diesem Grund wird in der Regel auch darauf verzichtet, in Betrieben, in denen die Krankheit festgestellt worden ist, den gesamten Bestand zu keulen. m