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Fischereiverein Wössen will in Agg Fuß fassen

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Ortsheimatpfleger Anton Greimel (links), hier mit Vorsitzendem Bernd Bichler (rechts), referierte über die Geschichte der Fischerei. (Foto: Flug)

Unterwössen – Von durchgreifenden Veränderungen berichtete der Vorsitzende des Fischereivereins Wössen, Bernd Bichler, bei der Jahreshauptversammlung im Gebirgsschützenheim. Das ursprüngliche Pachtgewässer des Vereins, der Zimmerer Weiher bei Übersee, ist Vereinsgeschichte.


Die Fischer setzen nun auf den im Vorjahr eingeweihten Stelzer Weiher bei Marquartstein und beginnen einen weiteren Ausbau des Gewässers. Die Verträge über ein Grundstück in der Unterwössner Agg sind mit der Gemeinde geschlossen. 86 Mitglieder zählt der Verein. Er ist geprägt von guter Jugendarbeit.

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Nicht jeden Preis wollte der Fischereiverein zur Verlängerung seines ursprünglichen Pachtvertrags über den Zimmerer Weiher bieten. Vorstandschaft und Mitgliederversammlung waren sich einig, eine konsequente Linie, ausgerichtet an den Möglichkeiten des Vereins, zu verfolgen. So kam eine Vertragsverlängerung nicht zustande, berichtete Bernd Bichler. Doch der Verein hatte vorgesorgt: Nahezu zeitgleich mit dem Auslaufen des ursprünglichen Pachtvertrags weihte der Verein den neu angepachteten und ausgebauten Stelzer Weiher ein.

Inzwischen fanden weitere zähe und umfangreiche Verhandlungen mit dessen Eigentümern statt. Ein wirtschaftlich besonders erfolgreiches Jahr 2017 ermöglicht es den Fischern, mit eigenen kräftigen Investitionen die letzten Stolpersteine zu überwinden. Sie bauen jetzt in Abstimmung mit den Verpächtern und mit Unterstützung des Tiefbauunternehmens Lampersberger diesen Stelzer Weiher noch einmal kräftig aus.

Als langfristiges Projekt sehen die Fischer die Idee, im eigenen Ort Fuß zu fassen. Ein Grunderwerb der Gemeinde in der Agg ermöglichte es dem Fischereiverein jetzt, einen Pachtvertrag über zehn Jahre für eine dortige Freifläche mit Hütte abzuschließen. Die grundsätzliche Zustimmung, die dortige Hütte zu erneuern, erhielten die Fischer bereits. Derzeit planen sie den Neubau.

Mit einer Chronologie der Einzelmaßnahmen der Vorstandschaft über den Jahresverlauf belegte Bernd Bichler nicht nur die Schwierigkeit der Verhandlungen und Planungen, er zeigte auch auf, welch einen Aufwand die Vorstandschaft in Zusammenarbeit mit Vertragspartnern und Behörden betreibt, den Verein in eine sichere Zukunft zu führen. Bichler sieht durch die getroffenen und geplanten Maßnahmen eine große Planungssicherheit in der Zukunft des Vereins und gute Argumente für eine große Anzahl an Fischereierlaubnisscheinen, gemessen an der Gewässerfläche.

Bichler lobte den Einsatz der Fischer beim Fischerfest und Kirchweihmarkt. Allein 21 Personen halfen beim Aufbau des Fischerfests, 57 beim reibungslosen Betrieb.

Wie jedes Jahr richtete der Verein seine traditionellen Veranstaltungen wie das Königs- und Herbstfischen aus. Umfangreicher Besatz sorgt für einen gleichbleibenden und qualitativen Fischbestand.

Jugendwart Roland Färbinger lobte in seinem Bericht die Jungfischer im Verein. Sie sind nicht wie die erwachsenen Mitglieder verpflichtet, sich an Arbeitseinsätzen zu beteiligen, trotzdem fassen sie überall gern mit an. Bernd Bichler hatte in seinem Bericht die Zahlen zu den Arbeitseinsätzen beigesteuert. Insgesamt leisteten die Mitglieder 874 ehrenamtliche Stunden, davon 222 an den Gewässern, 498 über das Fischerfest und 154 beim Kirchweihmarkt.

Der Fischereiverein beteiligte sich auch im vergangenen Jahr am Ferienprogramm des Wössner Regenbogens, berichtete Färbinger. 18 Kinder fingen am Stelzer Weiher jeder mindestens zwei Fische. Sie seien begeistert bei der Sache gewesen. Vorsitzender Bichler lobte, dass 13 Mitglieder geholfen hätten, die Kinder zu betreuen. In diesem Jahr möchte Färbinger mit den Jungfischern am Jugendzeltlager am Reifinger Weiher teilnehmen. Bichler berichtete, dass der Verein sich heuer bei der Aktion »Fischer machen Schule« an der Unterwössner Schule präsentieren wird.

Kassier Rudi Ager sagte, dass das jüngste Fischerfest »so erfolgreich wie lange nicht« gewesen sei. Das habe geholfen, trotz der umfangreichen Investitionen in die Zukunft das Minus überschaubar zu halten. Ein Minus, das angesichts der Investitionssummen kaum ins Gewicht falle. Dieter Gläser wurde als Nachfolger von Eberhard Fries zum Kassenrevisor gewählt.

Bürgermeister Ludwig Entfellner bescheinigte den Fischern eine gute Jugendarbeit, insbesondere im Ferienprogramm. Ihre Feste seien eine Bereicherung für den Ort.

Ortsheimatpfleger Anton Greimel setzte den Schlusspunkt unter die Jahreshauptversammlung des Fischereivereins Wössen. Er referierte über die Geschichte der Fischerei. Greimel stellte dar, wie die Obrigkeit und die Behörden das Jedermannsrecht auf das Fischen über die Jahrhunderte immer weiter einschränkten. Gerade für den Gerichtsbezirk Marquartstein belegte er das anhand einer Vielzahl von Verordnungen und Erlassen. lukk