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Fischer am Chiemsee sind zufrieden

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Chiemsee. Beim Fischerjahrtag auf der Fraueninsel wurde die Gesamtsituation der 16 Berufsfischer am Chiemsee als sehr erfreulich bezeichnet. Der Vorsitzende der Fischereigenossenschaft Chiemsee, Thomas Lex, nannte den Renkenbestand als »Brotfisch des Chiemsees« im Gegensatz zu vielen anderen großen Seen beständig bis sehr gut.


Laut der Fangstatistik 2012 aller Berufsfischer seien im Chiemsee 112 000 Kilogramm gefischt worden, erklärte Lex in der Versammlung im Hotel Linde. Dabei sei das Ergebnis des Vorjahres nicht ganz erreicht worden. »Aber, das hieße jammern auf hohem Niveau«, betonte der Vorsitzende.

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Mit 75 Prozent vom Gesamtfang sei die Renke mit 85 000 Kilogramm wieder der wichtigste Wirtschaftsfisch gewesen. Allerdings waren dies 12 000 Kilogramm weniger als im Vorjahr, was Lex dies auf das geringere Plantonvorkommen zurückführte.

Als ein Novum nannte er die Empfehlung der Fachberatung im vergangenen Jahr: Nach der herbstlichen Probefischung mit einem Rekordergebnis sollte die Fangsaison verlängert werden, um auch in der Schonzeit zu fischen und damit den Renkenbestand auszudünnen. Die Fischer, so erklärte Lex, waren aber nicht bereit »ihre Schonzeit« aufzugeben.

Allerdings sei dann in diesem Jahr erfolgreich mit engeren Netzen gefischt worden, da zu dichte Renkenbestände einen Parasitenbefall begünstigen können. Nach dem Hochwasser Anfang Juni sei das Zooplankton sehr gut gewachsen – die Mägen der Renken waren kurzzeitig prall gefüllt. Allerdings traten Kieselalgen in großen Mengen auf, welche die Netze mit einer dicken Schicht belegten, was sich nachteilig für die Fangfähigkeit auswirkte. Die Netze seien jetzt aber wieder sauber.

Den Fischbestand zu heben und die verschieden Arten in einem gesunden Gleichgewicht zu halten, sah Lex als wichtige Aufgabe der Genossenschaft an. So habe die Genossenschaft für 56 000 Euro Satzfische bei den Züchtern angekauft. In der eigenen Brutanstalt wurden 66 Millionen Renken und 3,4 Millionen Hechte erbrütet. Diese wurden großflächig in den See verteilt. Lex bezifferte den Jungfischeinsatz auf 450 000 Euro.

Die Genossenschaft, so Lex, investiere in die Brutanstalt in Harras 56 000 Euro für einen Umbau der Anlage und der Anschaffung neuer Maschinen und Geräte. Der spürbare Erfolg der Brutanstalt solle auch in der Zukunft gesichert werden, erklärte er. Die Universität Innsbruck führe zurzeit eine Studie über den Kormoran durch, sagte Lex.

Scharf ging Lex gegen Meldungen ins Gericht, die nach dem Hochwasser verkündeten: »Sonnenbaden ja – Baden nein«. Kann man euere Fische noch essen, hätten viele Fischkunden deshalb gefragt. Lex erklärte: »Wenn in Zukunft unbegründet – das heißt, ohne Wasserproben zu entnehmen – solche Meldungen in die Welt gesetzt werden und uns somit schaden, werden wir uns rechtliche Schritte vorbehalten«.

Der Fischerjahrtag hatte traditionsgemäß mit einem Gottesdienst zu Ehren der verstorbenen Fischer im Münster begonnen. Ein Kirchenzug mit Kurat Konrad Kronast führte mit der Fischerstandarte zum Kriegerdenkmal unter den Linden. Vorsitzender Lex legte traditionsgemäß einen Kranz am Denkmal nieder. Die Musikkapelle Prien sorgte für die musikalische Umrahmung. th