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Fische aus dem Steiner Mühlbach geholt

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Die Bachauskehr des Steiner Mühlbaches ist alljährlich ein großes Ereignis. So mancher Fischer ist schon seit Jahrzehnten dabei. Zu diesen Altgedienten gehören auch Sebastian Weber und Konrad Singer (vorne von links). (Foto: Rasch)

Traunreut – Etwa auf dem Niveau der Vorjahre bewegte sich das Fangergebnis beim Abfischen des Steiner Mühlbachs. Rund 14 Zentner Forellen holten die Fischer aus dem Bach.


Ein Teil des Fangs wurde in die Traun umgesetzt. Der Rest wird zwischengehältert und kommt im Laufe der Woche wieder in den Mühlbach zurück.

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Grund für das alljährliche Abfischen ist die sogenannte Bachauskehr: Einmal im Jahr wird der Steiner Mühlbach abgelassen und von den Triebwerksbesitzern gesäubert. Außerdem werden mögliche Schäden an der Bachwand behoben. Entlang des Mühlbachs betreiben die Poschmühle und das Sägewerk Huber in St. Georgen je ein Kraftwerk. Die Firma Gattermann betreibt ein Kraftwerk an der Säge und eines an der Bundesstraße 304. Ebenfalls zwei Kraftwerke betreibt die Schlossbrauerei Stein: eins an der ehemaligen Hammerschmiede und ein weiteres kurz vor dem Einlauf des Steiner Mühlbachs in die Traun.

Sanierung der Bachwände

Nach Angaben der Triebwerksbesitzer beschränken sich die Maßnahmen heuer auf die üblichen Reinigungsarbeiten und Sanierungen der Bachwände sowie Instandsetzungen an den Turbinen. Unter anderem werden im Bereich des Mühlbachs vor dem Ortseingang in Stein auf einer Länge von rund 25 Metern neue Betonplatten an der Bachwand angebracht.

Die Bachauskehr dauert noch bis zum morgigen Mittwoch an. Solange ist auch der Radweg in Stein wegen Reparaturarbeiten der Schlossbrauerei Stein im Bereich zwischen dem Parkplatz des Gasthauses Martini bis zum E-Werk der Firma Geyer teilweise beziehungsweise komplett gesperrt. Die Umleitung läuft über die Kanalbrücke auf den Gehweg an der B 304.

Wasserpegel gesenkt und den Bach abgefischt

Bevor die Arbeiten im Bach beginnen können, muss immer erst der Fischbestand geborgen werden. Los ging es gestern schon um 6 Uhr. Am Ausfluss des Mühlbachs aus der Traun oberhalb der Poschmühle wurde die Wasserzufuhr gestoppt und so der gesamte Mühlbach langsam abgesenkt. Bei etwa kniehohem Wasserstand konnten die rund 30 Fischer mit ihrem Werk beginnen.

In drei Gruppen aufgeteilt wurde der Bach elektrisch abgefischt. Die Fische wurden in Behältern mit Frischwasser und Sauerstoffversorgung zu mit Quellwasser gespeisten Fischbecken transportiert. Dort wurden zunächst alle Fische zwischengehältert. Nachdem der Bach komplett abgefischt war, wurde ein großer Teil dieser Fische von den Fischern an die Traun gebracht und in die Freiheit entlassen. Voraussichtlich ab Mittwochnachmittag fließt wieder Wasser im Steiner Mühlbach, dann werden die noch zwischengehälterten Forellen dort eingesetzt.

Die Bachauskehr ist jedes Jahr ein großes Ereignis. So mancher Fischer ist schon seit Jahrzehnten dabei. Zu diesen Altgedienten gehören auch Sebastian Weber und Konrad Singer, beide 78 Jahre alt. Sie erinnern sich noch an die Zeiten, in denen bei der Bachauskehr regelmäßig deutlich über 20 Zentner Fische gefangen wurden. »22, 23 Zentner waren früher eigentlich normal«, erinnerte sich Singer. Doch solche Mengen werden schon lange nicht mehr gefangen, zwischen 13 und 16 Zentner seien es in den vergangenen Jahren immer gewesen, sagte Weber.

Anzahl der natürlichen Feinde stark gestiegen

Woran das liegt? Da sind sich die beiden erfahrenen Fischer einig: »Am Lebensraum kann’s nicht liegen, der ist seit Jahrzehnten unverändert, die Wasserqualität ist sehr gut und auch das Nahrungsangebot ist groß. Aber die Zahl der Fressfeinde nimmt zu. Vor allem Gänsesäger und Kormorane richten große Schäden an und dezimieren die Fischbestände deutlich. Die Äsche ist schon fast ganz verschwunden, der Forellenbestand kann nur durch zusätzlichen Besatz auf dem jetzigen Niveau gehalten werden«, so Singer. Weber pflichtet ihm bei: »Im Bach wimmelt es nur so von Krebstierchen und auch Koppen sind zuhauf vorhanden. Es kann also nicht am Nahrungsmangel liegen, dass die Fänge zurückgehen.« ga