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»Finanziell auf guten Füßen«

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Foto: Symbolbild

Unterwössen – »Sehr erfreulich« nannte Bürgermeister Ludwig Entfellner im Gemeinderat den Haushaltsplan für dieses Jahr und sprach von »einer bereits im vierten Jahr positiven Entwicklung der Finanzen«.


Und auch Geschäftsleiter Thomas Müllinger bezeichnete den Etat als »solide und mit Augenmaß«. Das Gremium stimmte dem Etat mehrheitlich zu.

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Im Einzelnen schließt der 9,2 Millionen Euro umfassende Haushalt mit 6,2 Millionen Euro im Verwaltungs- und drei Millionen Euro im Vermögenshaushalt. Kreditaufnahmen sind nicht vorgesehen. Man rechnet sogar mit einem weiteren Schuldenabbau.

Erfreut berichtete zunächst Geschäftsleiter Müllinger über das höchste, je erreichte Haushaltsvolumen von 9,2 Millionen Euro, das sich um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöhen wird. Aus dem einem Girokonto vergleichbaren Verwaltungshaushalt werde man 950 000 Euro dem Vermögenshaushalt, ähnlich einem Sparbuch, zuführen können.

Er begründete dies mit der weiterhin positiven Entwicklung bei den Steuereinnahmen sowie den konstanten Personal- und Sachausgaben und einer verantwortungsvollen Haushaltspolitik.

Als weiteren wichtigen Aspekt, besonders im Hinblick auf die Zukunft, bewertete er den geplanten Schuldenabbau um 139 000 Euro auf einen wahrscheinlichen Schuldenstand zum 31. Dezember 2017 von 1,95 Millionen Euro. Das käme einer Reduzierung der Pro-Kopf-Verschuldung von 595 Euro auf 561 Euro gleich, die damit unter dem Landesdurchschnitt liegen würde.

Sehr viele positive Aspekte aus dem Etat verdeutlichte Bürgermeister Entfellner. So werden auch bei den massiven Gesamtinvestitionen, vor allem für die Umnutzung des alten Hallenbades, keine Kreditaufnahmen nötig sein. »Den zusätzlichen Bedarf werden wir, gegebenenfalls mit einer kurzfristigen Zwischenfinanzierung, aus unseren Rücklagen decken können«, so der Bürgermeister.

Wegen der guten Gesamtsituation können auch die Hebesätze von 350 Prozent für die Grund- und Gewerbesteuer unangetastet bleiben.

An Gesamtinvestitionen sind für dieses Jahr 2,85 Millionen Euro mit einem Eigenteil der Gemeinde von 1,6 Millionen Euro vorgesehen. Zu den kostenintensivsten Projekten gehören laut Entfellner die Umnutzung des alten Hallenbades (1,2 Millionen Euro), die abschließenden Maßnahmen zur Dorferneuerung (220 000 Euro), die alte Schule in Oberwössen (770 000 Euro) und die Erschließungsstraße Zeilerfeld (210 000 Euro).

Darüber hinaus sind nach den Worten des Bürgermeisters an größeren Maßnahmen vorgesehen: 55 000 Euro für die Grundschule, 50 000 Euro für Asphaltierungen, 30 000 Euro für die Feuerwehren, 25 000 Euro für Baumaßnahmen mit EDV-Anlage im Rathaus und 15 000 Euro für die Heimatpflege.

Nach seinen Ausführungen lobte Bürgermeister Entfellner den Kämmerer Wolfgang Kaindl für sein »umfangreiches, präzises und allgemeinverständliches Zahlenwerk«.

Zu einer Haushaltsdebatte kam es nicht, weil der Etat bereits im Vorfeld in einer Klausur und einer Haushaltssitzung konstruktiv beraten worden war. Johannes Weber (CSU) wertete die Haushaltszahlen als »wohl überlegt und Zeichen der Kompetenz von Bürgermeister und Verwaltung«. Dr. Manfred Enzinger (FWG) sah die Gemeinde »auf einem sehr guten Weg« und Claudia Schweinöster (OWG) »finanziell auf guten Füßen«. Einig waren sich alle Gemeinderäte darüber, dass jetzt der richtige Zeitpunkt sei, das Großprojekt Hallenbad konkret anzupacken.

Lediglich Sandra Sonntag (Wählervereinigung Bürgerkandidaten) verwehrte die Zustimmung zum Haushaltsentwurf sowie zum geplanten Investitions- und Finanzprogramm bis zum Jahr 2020. Sie hätte sich nach eigenen Worten für den Haushalt »verbindliche Zusagen statt unwägbarer Prognosen« gewünscht. bvd