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Feuerwehrzufahrten freiräumen

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Feuerwehrzufahrten müssen gut geräumt werden, so der Appell der Feuerwehren. Stattdessen werden sie häufig als Abladeflächen für den Schnee genutzt. (Foto: Wannisch)

Wohin mit all dem Schnee – das fragen sich nicht nur viele private Hausbesitzer, sondern vor allem Städte und Kommunen. Erst gestern berichteten wir darüber. Jetzt melden sich auch die Feuerwehren und appellieren an die »Schneeräumer«, die Feuerwehrzufahrten freizumachen.


Die kalte Jahreszeit stellt die Feuerwehren vor besondere Herausforderungen. Innerhalb von zehn Minuten nach Eingang eines Notrufs bei der Integrierten Leitstelle sollen sie am Unfall- oder Brandort sein. Doch unzureichend geräumte oder gar als »Schneehalde« missbrauchte Feuerwehrzufahrten können ihre Einsätze und damit lebensrettende Maßnahmen unnötig verzögern.

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Kreisbrandrat Josef Kaltner aus dem Berchtesgadener Land stellt zurzeit nicht selten Missstände fest: »Viele Feuerwehrzufahrten werden überhaupt nicht geräumt. Stattdessen nutzen manche Räumdienste sie sogar als Abladeflächen für die Schneemassen.« Probleme, die auch der Feuerwehrsprecher im Kreis Traunstein, Peter Volk, bestätigt.

Im Ernstfall seien die Zufahrten lebensnotwendig. Kreisbrandrat Kaltner weist darauf hin, dass für die Personenrettung aus Mehrfamilienhäusern in der Regel Drehleiterfahrzeuge benötigt werden. Diese sind auf befestigte Wege angewiesen, um nicht im weichen Untergrund einzusinken. Deswegen müssen Feuerwehrzufahrten nicht nur vorschriftsgemäß errichtet werden, sondern sie sind auch dauerhaft zu unterhalten.

So ist im Winter die ständige Befahrbarkeit sicherzustellen. »Die Drehleiterfahrzeuge benötigen eine fast schneefreie Fahrbahn. Eine Abmarkierung der Zufahrt mit Pflöcken ist vorteilhaft. Somit wissen die Räumpflichtigen, wo Schnee geräumt werden muss, und die Feuerwehr erkennt, wo der Untergrund ausreichend befestigt ist«, rät der Kreisbrandrat.

Vernünftige alternative Rettungsmittel zur Drehleiter gibt es nicht. Und die Zeit ist knapp: Manche Bauteile beginnen im Feuer bereits nach 30 Minuten zu versagen. In zehn Minuten erreichen die ersten Feuerwehrkräfte das Brandobjekt. Somit bleibt nur wenig Zeit für die Personenrettung. Zu spät, um mit dem Schneeschaufeln zu beginnen.