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Feuerwehrhaus wird wohl ohne die Schützen gebaut

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Auf diesem Grundstück im Gewerbegebiet Oderberg soll das neue Gebäude für die Freiwillige Feuerwehr Traunwalchen gebaut werden. Ursprünglich sollten in dem Gebäude auch die Traunwalchner Schützen ein neues Domizil finden. Aufgrund der Kostenschätzung, die bei zwei Millionen Euro liegt, sollen die Schützen aber jetzt aus der Planung herausgenommen werden. (Foto: Rasch)

Traunreut. Dass sich die geschätzten Kosten für ein neues Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Traunwalchen mit Unterbringung der Schützengilde Traunwalchen im Gewerbegebiet Oderberg bei zwei Millionen Euro bewegen, damit hatte der Stadtrat nicht gerechnet. Bei der Grundsatzentscheidung für einen Neubau vor rund zwei Jahren, war man in Anlehnung an die Investitionssumme für das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Matzing von Baukosten in Höhe von rund 450 000 Euro ausgegangen.


Wie Bürgermeister Klaus Ritter in der Sitzung des Bauausschusses erklärte, habe er, nachdem die Kostenschätzungen von drei Varianten in der Verwaltung eingegangen waren, den mit der Vorplanung beauftragten Architekten Georg Brüderl gebeten, alles Mögliche zu tun, um bei den Kosten nicht über eine Million Euro zu kommen und Vorschläge ohne die Schützen zu erarbeiten.

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Drei abgespeckte Varianten ohne die Schützen

Diesem Wunsch ist der Architekt nachgekommen und hat in der Sitzung drei abgespeckte Varianten (Varianten vier, fünf und sechs) vorgelegt, die unter einer Million Euro liegen würden. Nach Aussagen des Bürgermeisters hätte sich der Kommandant der Traunwalchner Feuerwehr und Stadtrat Günther Dorfhuber dahingehend geäußert, sich mit der knapp einer Million Euro teuren Variante 5 durchaus anfreunden zu können. Bei diesem Vorschlag wäre das Gebäude mit einer Fahrzeughalle, in der auch die Spinde untergebracht wären, nicht unterkellert. Ebenfalls nicht berücksichtigt ist ein separater Jugendraum. Bei vier Gegenstimmen wurde beschlossen, mit der Variante fünf zunächst ins Rennen zu gehen.

»Zwei Millionen können wir uns nicht leisten«

Gegen die Stimmen von Johann Jobst und Hans Peter Dangschat (CSU) hat sich das Gremium weiter dafür ausgesprochen, die drei Varianten Feuerwehr und Schützen aus Kostengründen nicht mehr weiter zu verfolgen. Jobst regte aber gleichzeitig an, den Planer damit zu beauftragen, eine weitere Variante mit einer Unterkellerung ohne Ausbau zu erarbeiten. Dieser Vorschlag und der damit verbundene Gedanke, den Schützen damit zu ermöglichen, ihr Domizil in Eigenleistung auszubauen, wurde einstimmig mitgetragen. Aus Zeitgründen des Architekten kann die erweiterte Variante aber erst in der Oktobersitzung vorgelegt werden. Demzufolge werden die Beratungen um einen Monat verschoben, also nicht in der kommenden Stadtratssitzung behandelt.

Wie der Diskussion zu entnehmen war, kann und möchte die Stadt für ein Feuerwehrhaus keine zwei Millionen Euro ausgeben. »Zwei Millionen für einen Zweckbau können wir uns nicht leisten«, sagte Paul Obermaier (FW) und erinnerte auch an die Folgekosten. Auch Bernard Seitlinger (CSU) zeigte sich überrascht von den Kostenschätzungen. »Ich habe mir das finanziell anders vorgestellt«, räumte er ein und regte in seiner Eigenschaft als Sportreferent an, für die Schützen nach einer Alternative zu suchen und sie bei den Gesprächen mit einzubeziehen. Möglichkeiten sehe er in den dann freiwerdenden Räumen der Feuerwehr am Traunwalchner Schulgebäude. Kritik übte er an den Äußerungen von Josef Winkler (Bürgerliste), der anregte, die Sondierungsgespräche bezüglich einer Zusammenlegung der Feuerwehren fortzuführen und einen anderen Standort zu prüfen. Das wäre eine Rolle rückwärts, betonte Seitlinger. Man habe im Gewerbegebiet Oderberg einen Standort gefunden und sollte das Vorhaben dort auch durchziehen. Feuerwehrreferent Herbert Kusstatscher (SPD) mahnte an, dass der Brandschutz eine Pflichtaufgabe der Kommune sei, die man in diesem Fall im Auge behalten müsse. Für die Schützen gebe es sicher andere Möglichkeiten unterzukommen. Er, Kusstatscher, könnte mit dem Vorschlag der Variante fünf, über deren Feinplanung man aber noch reden müsste, gut leben. »Damit täten wir nicht schlecht fahren«, so der Feuerwehrreferent. ga

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