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Feuerwehr Oberwössen hatte turbulentes Jahr

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Mit ihrem Tatendrang macht die Feuerwehrjugend in Oberwössen auch über die Jahreshauptversammlung hinaus von sich reden. Anerkennung für ihren freiwilligen Einsatz beim Hochwasser fanden von rechts Leonhard Losert, Vinzenz Voit, Lucas Irlinger und Simon Aberger. Ihnen überreichten Kreisbrandmeister Alfred Waschin (links) und Kommandant Walter Bauer (im Hintergrund) Urkunden und Anstecknadeln von Ministerpräsident Horst Seehofer. (Foto: Flug)

Unterwössen. Ein ereignisreiches Jahr 2013 hat den Zusammenhalt und die Übungsbereitschaft in der Feuerwehr Oberwössen gestärkt, berichtete Feuerwehrkommandant Walter Bauer bei der Jahreshauptversammlung. Den Erfolg der Nachwuchswerbung bewies ein ganzer Tisch junger Gesichter in der gut besuchten Versammlung. In drei Jahren muss ein neuer Feuerwehrkommandant her, verkündete Bauer im Restaurant Poststüberl. Nach 18 Jahren als Kommandant und Leiter der Feuerwehreinsätze wolle er zur nächsten Kommandantenwahl 2016 ins zweite Glied zurücktreten. Auch wenn er weiter tatkräftige Unterstützung für die Zukunft zusagte, wolle er den Weg für Jüngere frei machen.


Vorbildlichen Zusammenhalt bewiesen

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Im krassen Gegensatz zu insgesamt drei Einsätzen der Oberwössner Wehr im Jahr 2012 stand das vergangene Jahr. 29 Einsätze und 1482 Stunden verzeichnet das Einsatzbuch 2013, darunter fast 20 Einsätze rund ums Hochwasser vom 2. bis 4. Juni. Das Hochwasser sieht Bauer als Beweis für den funktionierenden Hochwasserschutz vor allem in Unterwössen. Im Hochwasser habe die Oberwössener Wehr vorbildlich Zusammenhalt und Einsatzbereitschaft bewiesen. Zuletzt hätten die Oberwössner Wehrleute nach Einsätzen in Oberwössen, Unterwössen und Marquartstein sogar Urlaub für Hilfeleistungen in Kössen geopfert.

Die Feuerwehr sei für die Gefahrenabwehr bei Brand und technischer Hilfeleistung vor anderen Einsatzkräften zuständig, erinnerte Kreisbrandinspektor Georg König in seinem Grußwort. Das war ein Schwarzer Peter, unter dem die Wehrleute beim Ölunfall im Unterwössner Ortsteil Hammer gelitten hätten. Dort war schleichend Öl im Untergrund versickert, als bei Arbeiten eine Heizölleitung leck geschlagen war. Als dann versickertes Öl im Bach austrat, war die Ursache nicht erkennbar, zur Beseitigung am Ende Spezialistenwissen erforderlich.

Als nützlich stellte Bauer die Anschaffung der Wärmebildkamera heraus. Sie habe sich auf der Suche nach Glutnestern bei einem Zimmerbrand im April und einem Dachstuhlbrand in Reit im Winkl bewährt.

Die Oberwössener Wehr hat derzeit 43 Aktive, davon 16 Atemschutzgeräteträger. Zwei Jugendliche haben den Atemschutzlehrgang absolviert. Nach sechs Neuzugängen hat die Jugendfeuerwehr jetzt acht Mitglieder. Die Neuzugänge wurden bei der alle zwei Jahre stattfindenden Aktion geworben, als die Feuerwehr alle Jugendlichen zwischen 14 und 15 Jahren persönlich angesprochen habe. Unter Leitung der Jugendwarte Mario Buchner und Fabian Bauer bestanden die sechs Jugendlichen das Jugendleistungsabzeichen. Als echten Gewinn bezeichnete Bauer die Neuzugänge und ihren Elan.

Mit Unterstützung der Gemeinde investierte die Feuerwehr 2013 in zwei Schmutzwasserpumpen mit Schläuchen und diverse kleine Anschaffungen. Neben Einsatz- und 560 Übungsstunden pflegte die Wehr bei Veranstaltungen die Gemeinschaft, wie Schriftführer Wolfgang Blösl berichtete. Oberwössen war gerade Ausrichter des Feuerwehr-Eisstockturniers in Inzell. Mit einer Mannschaft der Inspektion traten 20 Mannschaften an. Oberwössen II belegte den dritten Platz. Der Feuerwehrausflug mit den Unterwössener Kameraden nach Nürnberg war gelungen. Beim Schneefest waren die Feuerwehrler mit ihrer Grillhütte und einer Feuerwehrbar erfolgreich. Für die Jugendwarte berichtete Blösl vom Jugendtag in der Chiemgau-Arena. Mit einem Tagesausflug belohnten die Jugendleiter die bestandene Leistungsprüfung und brachten die Jugendlichen zur Kartbahn bei Wasserburg.

Bürgermeister Hans Haslreiter stellte in seinem Grußwort drei Dinge heraus. Der Hochwassereinsatz auch der Feuerwehr Oberwössen während des Hochwassers sei etwas Besonderes gewesen, der Einsatz der Wehrleute keinesfalls selbstverständlich. Er lobte die gute Zusammenarbeit zwischen den Wehren in Oberwössen und Unterwössen und freute sich besonders über die erfolgreiche Nachwuchswerbung.

Kreisbrandinspektor Georg König mahnte an, in dieser Hinsicht nicht nachzulassen. Die beruhigenden Zahlen der aktiven Feuerwehrleute würden sich über den Tag bei vielen Berufspendlern völlig anders darstellen. Bedarf an Wehrleuten bestehe nach wie vor, auch wenn die Feuerwehr das Problem mit der wechselseitigen Unterstützung aus den Nachbarorten im Griff habe.

Probebetrieb mit Digitalfunk liegt beim Gemeinderat

Im Rahmen der Umstellung auf den digitalen Funk liege der Gemeinde Unterwössen ein Angebot vor. Unterwössen ist aufgrund seiner Lage mit landschaftlichen Herausforderungen für einen erweiterten Probebetrieb ausgewählt. Damit könnten die Unterwössner Sicherheitskräfte frühzeitig Erfahrungen sammeln. Für die Gemeinde sei das eine Erleichterung, weil sie die Digitalfunkgeräte nicht anschaffen müsste. Kreisbrandmeister Alfred Waschin und Kreisbrandinspektor Georg König von der Inspektion, wie auch Kommandant Walter Bauer sprachen sich für den Probebetrieb aus. Die Entscheidung liegt nun beim Gemeinderat. lukk