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Großübung am Klinikum Traunstein mit 150 Mitwirkenden von Feuerwehren und Klinikum – Umleitung an der Wolkersdorfer Straße

Feuer im ambulanten Operationszentrum

Traunstein – Eine Alarmierung der Stufe B 5 (Großbrand) lässt das Adrenalin von Feuerwehrleuten deutlich in die Höhe schnellen. Wenn dazu aber noch mitgeteilt wird, dass ein Brand in einer Klinik ausgebrochen ist und viele Menschen in Gefahr sind, steigert sich die Anspannung der Floriansjünger um ein Vielfaches. Genau dieses Szenario – ein Feuer im Ambulanten Operationszentrum (AOZ) am Klinikum Traunstein – wurde am Samstagvormittag von 120 Feuerwehrmännern und -frauen zusammen mit rund 30 Klinikmitarbeitern intensiv geübt.

Gott sei Dank nur eine Übung: Feuer und Brandrauch machten die Evakuierung des gesamten Ambulanten Operationszentrum notwendig. Klinikpersonal und Atemschutzträger der Feuerwehren lagerten Patienten auf Tragetücher um und brachten sie so über Treppenhäuser in Sicherheit. (Foto: Volk)

50 Personen mussten evakuiert werden

Ausgangslage der Großübung war ein Brand in der Teeküche im dritten Obergeschoß des Gebäudes. Brandrauch breitete sich aus, verrauchte die Teeküche und angrenzende Räume. Daraufhin löste die automatische Brandmeldeanlage einen Alarm aus. Die Feuerwehren aus Traunstein, Haslach, Wolkersdorf, Erlstätt, Nußdorf und Waging rückten an, ebenso die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL).

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Bei der ersten Lageerkundung stellte Einsatzleiter Andreas Zeiser fest, dass sich rund 50 Personen im Gebäude befinden, Schwestern, Pfleger, Ärzte und zahlreiche Patienten, die teilweise an Beatmungsgeräten hingen. Der Stadtbrandmeister entschied, alle Personen aus dem Gebäude zu evakuieren. Da dies mit den schon angerückten rund 120 Einsatzkräften nicht schnell genug möglich sei, ließ er weitere Einheiten nachalarmieren, darunter zwei weitere Löschzüge, weitere Drehleitern und vor allem viele zusätzliche Trupps an Atemschutzträgern, die wegen der Verrauchung zur Menschenrettung notwendig waren. (Alle so nachalarmierten Wehren und Kräfte rückten nicht tatsächlich zur Übung an, sondern wurde im übungsbegleitenden Planspiel alarmiert.)

Während zahlreiche Löschtrupps sowohl von außen, als auch im Innenangriff gegen den vermeintlichen Brand vorgingen und das Feuer löschten, ein verletzter Haustechniker vom Dach des Gebäudes mit der Drehleiter gerettet wurde, führten die Einsatzkräfte als oberste Priorität die Evakuierung der Patienten und des Klinikpersonal durch.

Da weder Aufzüge noch Fluchtwege zu den westlichen Ausgängen wegen der Verrauchung benutzt werden konnten, mussten alle Personen über Treppenhäuser und die Gebäudebrücke zum Klinikhauptgebäude in Sicherheit gebracht werden. Eine anstrengende Aufgabe für Klinikpersonal und Floriansjünger: Die Patienten aus dem Operationssaal und Aufwachraum mussten auf Tragetücher umgelagert und mit bis zu acht Trägern so schonend wie möglich in sicheres Terrain gerettet werden. Rund 40 Minuten nach Alarmierung war das Feuer gelöscht, nach weiteren zehn Minuten wurde gemeldet, dass sich niemand mehr im Operationszentrum befindet.

»Insgesamt ist es super gelaufen«

Bei der anschließenden Nachbesprechung betonte Kreisbrandrat Christof Grundner, dass die Übung gut abgelaufen und die gestellten Aufgaben geordnet erledigt worden seien. Die wertvollen und wichtigen Erkenntnisse zur Optimierung, zum Beispiel zur noch besseren Kommunikation, werden von Klinikleitung und Feuerwehr Traunstein aufgearbeitet. »Insgesamt ist es super gelaufen, einige Dinge lassen sich jedoch noch verbessern«, freute sich der Kreisfeuerwehrchef. Christian Schulz, Kommandant und Stadtbrandinspektor der Feuerwehr Traunstein, Thomas Fürst, Brandschutzbeauftragter der Kliniken Südostbayern und die Vertreter der Klinikleitung würdigten alle Mitwirkenden, auch alle Verletztendarsteller, die ihre Freizeit und den sonnigen Herbsttag hinten anstellten, damit die Übung stattfinden konnte. Als kleine Belohnung für die Strapazen der anspruchsvollen Übung gab es zum Abschluss eine Brotzeit in der Cafeteria des Klinikums. Während der Übung wurden die Autofahrer auf der Wolkersdorfer Straße stadtauswärts in Richtung Eugen-Rosner-Straße umgeleitet. Die Schierghofer Straße war rund zwei Stunden gesperrt. pv